„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“ – ein altes Sprichwort. Denn so jung kommt man nicht mehr zusammen. Viereinhalb Jahrzehnte Gemeinschaft: Die MFG Obing feierte ihr 45-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Fest in Thalham. Fast ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit 1981 die „MFG Obing“ ins Leben gerufen wurde. Zum festen Bestandteil der Veranstaltung gehören inzwischen die Biker-Freunde aus Itzehoe und dem Großraum Nürnberg sowie auch die Biker-Clubs aus Greding und Österreich. Beim „Tag der Vereine“ feierten die Vereine der VG Obing am Freitagabend ausgelassen bei einer 80er-Party mit DJ Seppo. Am Samstag stand das große Motorradtreffen im Mittelpunkt des Tages. Mit einem Weißwurstfrühstück wurde ab 10.00 Uhr in den Tag gestartet. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Liveband „Die Barhocker“. Gemeinsam ging es anschließend zur Fahrzeugweihe nach Obing, die um 14.00 Uhr auf dem Rathausplatz stattfand. Standesgemäß wurde Diakon Wolfgang Mösmang im Beiwagen zu den Klängen von „Take Me Home“ von John Denver zur Andacht und Fahrzeugsegnung auf den Rathausplatz chauffiert. „Take me good home“ war das Thema der Veranstaltung, so Diakon Mösmang in seiner Begrüßung. Denn wichtig sei, dass alle Ausfahrten mit einer guten Heimkehr enden. Gerade Obing biete für die Motorradfahrer einen guten Boden. Hier habe das Motorradfahren eine lange Tradition, die bis in die heutige Zeit reicht und mit Markus Reiterberger ihre Fortsetzung findet.
Mit einem sehr amüsanten Rückblick ließ Angela Utz die vergangenen 45 Jahre Revue passieren. „Kein Handy, kein Navi und doch das Interesse und die Freude am Motorradfahren, sich zusammensitzen und miteinander etwas unternehmen“. Helmut Bartlweber hatte damals die Sache in die Hand genommen und den Grundstein für die Motorrad-Fahrer-Gemeinschaft gelegt. Für viele war es eine besondere Freude, dass auch er zur Andacht gekommen ist. Helmut Bartlweber war der treibende Geist der MFG und gehörte neben Herbert Bernauer, Jakob Stadler, Alfons Rieder und dem bereits verstorbenen Konrad Liebl der ersten Vorstandschaft an. „Ein großes Anliegen der MFG ist nach wie vor, den Rennsport zu unterstützen“ so Angela Utz. Früher war es Adi Stadler, der 1987 Europameister wurde. Über die Jahre konnten noch mehrere Rennfahrer auf den Rückhalt der MFG zählen. Heute ist es Markus Reiterberger. Ab und zu is ah bisserl holprig. Die Gemeinschaft ist ein großer Teil unserer Heimat, mir san z‘sammgwachsen und älter geworden“ so Utz in ihrer Laudatio. Eine Freude sei es, zu sehen, wie immer wieder Junge nachkommen und sich der Gemeinschaft anschließen. Die Vereinsvorsitzende Andrea Matter erinnerte an das Vereinsleben, die gemeinsame Leidenschaft, das Motorradfahren und die damit verbundene Freiheit. In den anschließenden Fürbitten wurde der verstorbenen Vereinsmitglieder Konrad Liebl und Franz Vodermayer, des langjährigen Freundes aus Greding, Hans Rößler, sowie Jakob, Martina und Evi Stadler aus Thalham gedacht.
Mit viel Weihwasser und Weihrauch segnete Diakon Wolfgang Mösmang die zahlreichen auf dem Rathausplatz aufgereihten Motorräder und ihre Fahrer. Er bat um Rücksicht, Gelassenheit und Schutz im Straßenverkehr. Kleine rote Satinbänder wurden ausgeteilt, die an den Segen erinnern sollen. Nach der Feierstunde am Obinger Rathausplatz ging es gemeinsam zurück nach Thalham. Dafür wurde die Strecke rund um den Obinger See gewählt. Der „ganz obere Herr“ hatte gemeint, er müsse zum Weihwassersegen vom Diakon noch einiges an Wasser von oben dazugeben. Nachdem alle Fahrer wohlbehalten in Thalham eingetroffen waren, goss es wie aus Eimern. Dort warteten Herzhaftes vom Grill, verführerische Kuchen und Torten sowie Kaffee. Abwechslung war geboten und das auf allen Ebenen: von der Trail-Vorführung und den vielen interessanten Begegnungen bis hin zum Wetter. Gefeiert wurde, das war klar. Und wie die MFG’ler so schön sagen: „Wer ned kimmd is saim schuid“.
Für zusätzliche Spannung und atemberaubende Momente sorgte der MSC Engelsberg mit seinen Vorführungen. Die Kids zeigten das saubere Fahren um die eng aufgestellten Pylonen, was sich bis zum Überfahren von kleineren Hindernissen und ersten Auffahrten auf einen Anhänger steigerte. Lorenz Ibel, ältester Trialfahrer des MSC Engelsberg, zeigte, dass man auch im höheren Alter den schönen Trialsport noch ausüben und größere Hindernisse bewältigen kann. Durch die Anleitungen von Anton Hellmeier und die professionelle Moderation von Tobi Bauer, der immer wieder zum Anfeuern aufrief, funktionierte alles bestens. Mit viel Applaus dankten die Zuschauer den Engelsberger Trialern. Am Abend spielte die Band „Red-blooded“ auf und sorgte für beste Stimmung und eine kurze Nacht. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es am Sonntag für alle Festivalbesucher wieder Richtung Heimat. Mit einem „Servus – macht’s guad und bis nächstes Jahr“ hat man sich verabschiedet.