Das zweigeschossige, verputzte Vorderhaus aus dem 18. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz. Das Erdgeschoss ist massiv gebaut, im Obergeschoss befindet sich eine Fachwerkkonstruktion unter dem Putz. An der hofseitigen Fassade sind historische Schiebeläden mit Blumenornamenten angebracht.
Historische Schiebeläden schmücken die Außenfassade.
Direkt in Verlängerung wurde ein weiteres Haus angebaut, das nicht unter Denkmalschutz steht. Beide Häuser besitzen separate Eingänge und sind im Innenbereich nicht verbunden.
Die Liebe zum Denkmal ergab sich aus der nachbarschaftlichen Lage. Beide Gebäude standen lange leer, nun sollten sie verkauft werden. So entstand die Idee, sie selbst zu erwerben und für eigene Wohn- und Vermietungszwecke umzubauen. Handwerkliches Geschick ist vorhanden. Auch der Spaß am gemeinsamen Ideenschmieden und Umsetzen liegt vor. Der günstige Verkaufspreis war ebenso ein Argument für den Erwerb des Gebäudekomplexes.
Im Januar 2025 ging es los. Die Eigentümer entrümpelten und entkernten. Im Eingangsbereich des Hinterhauses wurden Wände entnommen, um Licht und Platz zu schaffen. Dafür wird im angrenzenden Nebenraum von Seiten des Statikers der Einbau einer zusätzlichen Wand empfohlen, um zum angrenzenden Haus hin zu verstärken.
Elektrik, Wasser- und Wärmeversorgung müssen erneuert werden, die Holztreppe wird entfernt. Es gibt noch viel zu tun. Eine offene Küche mit angrenzendem Wohnbereich soll entstehen. Im Obergeschoss sind Schlafräume vorgesehen. Bis Ende des Jahres wollen die Eigentümer ein großes Stück vorangekommen sein.
Die Werntaldorf-Förderung kam zur rechten Zeit zur Unterstützung hinzu
Im Zuge der umfassenden Bestandsanalyse wird das Gebäude vermessen und statisch geprüft. Auch schauen ein Architekt und ein Restaurator das Gebäude an. Am Ende wird den Bauherren eine denkmalpflegerische Zielstellung und eine Nutzungsstudie (ein ausgearbeiteter Vorentwurf für die denkmalpflegerische Nutzung des Hauptgebäudes zu Wohnzwecken) an die Hand gegeben. Durch die Bestandsanalyse erhalten sie Klarheit, wie der Gebäudezustand ist: wo Schadstellen liegen und wo der Denkmalschutz Beachtung finden muss. Die Studie wird im Rahmen eines Modul 3 Projektes mit bis zu 80 % gefördert.
Freilegung des Wandaufbaus im Zuge der Sanierungsarbeiten.
Informationen zur Werntaldorf-Förderung
Möchten Sie auch sanieren? neu streichen? Fenster oder Dachstuhl erneuern?
Wenn ihr Anwesen oder die Nebengebäude, ihr Hoftor oder ihre Mauer im Interkommunalen Denkmalkonzept Oberes Werntal als regionaltypisch oder ortsbildprägend registriert ist, haben Sie Anspruch auf die Förderung und können diese für Ihr Vorhaben nutzen. Die Antragsstellung erfolgt über das Amt für Ländliche Entwicklung (Würzburg) und sollte vor Beginn der Arbeiten erfolgen.
Wie hoch wird gefördert?
20-35% der Sanierungskosten für regionaltypische Bausubstanz innerhalb der zehn ILE-Gemeinden, die nicht in einer Dorferneuerungs- oder Städtebauförderungsmaßnahme sind. Wichtig ist: erst die Förderung beantragen, auf die Genehmigung warten und dann mit den Arbeiten starten.
80-85% der Kosten für eine Bestandsuntersuchung für unter Denkmalschutz stehende Gebäude.
Bei Fragen informiert das ILE-Büro im Rathaus in Euerbach unter Tel. 09726- 91 55 27 (vormittags 9-13 Uhr, außer Freitag).