Pflanzbeispiel für ein schmales Vorgartenbeet
Im Februar 2026 startete das diesjährige Bauhüttenprogramm in Bergrheinfeld mit dem Thema „Freundlicher Empfang – Vorgärten brauchen Pflanzen“.
Staudengärtner Till Hofmann aus Rödelsee stellte zu Beginn die unterschiedlichen Funktionen eines Vorgartens vor. Als „Visitenkarte“ des Hauses signalisiert er Gästen ein herzliches Willkommen. Neben dieser gestalterischen Funktion kann er auch ökologische und funktionale Aufgaben erfüllen.
Begrünte Vorgärten bringen Lebensqualität und ein Stück Natur vor die Haustüre, sie verbessern das Mikroklima und das Wohlbefinden, lassen Regenwasser versickern und kühlen im Sommer. Sie bieten Nahrung und Lebensraum für Tiere. Auch wenn die Flächen verhältnismäßig klein sind, können sie vernetzt im Straßenzug als Biotopverbund wahrgenommen werden.
Wie kann ich eine möglichst natürliche Geländemodellierung erreichen?
Neben klassischen Mauern bieten Scheibengärten und Findlinge eine optisch ansprechende Lösung, um Geländeunterschiede auszugleichen.
Im Scheibengarten werden unterschiedliche Stärken und Größen von Natursteinscheiben senkrecht aneinandergestellt und von innen angefüllt. Das Ergebnis gleicht einem übergroßen, natürlichen Hochbeet. Mit der entsprechenden Bepflanzung ist dieses gestalterische Element ein echter Hingucker und unterteilt den Garten auf natürliche Weise.
Eine weitere günstige Idee zur Gliederung des Gartenbereichs können lockere Pflanzstreifen mit hohen Gräsern oder lebende Hecken sein. Sie bieten einen natürlichen Sichtschutz.
Pflegearme Vorgärten gestalten
Entscheidend ist die richtige Pflanzenauswahl, passend zum Standort: Lichtverhältnisse (Sonne/ Schatten) und die vorliegende Bodenqualität sind zu beachten. Wer Pflanzen entsprechend auswählt, hat später wenig Arbeit. Auf den Einsatz von Vlies und Pflanzfolie kann verzichtet werden, da eine dichte Bepflanzung denselben Zweck erfüllen.
Bodenabdeckung geht auch anders
Aus eigener Erfahrung empfiehlt Till Hofmann Sand und Schotter zum Anlegen sonniger Standorte. Selbst die Abdeckung mit Bauschutt funktioniert. Wichtig dabei ist die richtige Vorgehensweise. Die Pflanzen brauchen eine gute Verwurzelung in der Erde. Die circa 20 Zentimeter starke Sand- oder Schotterschicht hält den Boden nach unten hin feucht. Der ein oder andere Löwenzahn, der es doch schafft, kann mühelos herausgezogen werden. Die dichte Bepflanzung beschattet die Sand- bzw. Schotterfläche von oben und erschwert es dem Unkraut, sich zu etablieren.
Das ist der Weg von einem pflegeleichten Garten hin zu einem pflegearmen Garten, der keine regelmäßigen Arbeiten wie zum Beispiel Gießen erfordert, sondern bei dem ein Kontrollgang ausreichen kann und nur gelegentlich eingegriffen werden muss, beispielsweise im Herbst / Frühjahr für Rückschnittarbeiten.
Auch die soziale Funktion eines Vorgartens ist wichtig und gibt Raum für Gestaltung, Begegnung und Austausch untereinander. Zahlreiche Bilder von Gartenflächen und Pflanzbeispielen sorgten für Begeisterung bei den Zuhörern.
Informationen zum nächsten Bauhütten Vortrag am 23.04.2026 ab 19 Uhr in Poppenhausen. Anmeldungen und Information unter www.oberes-werntal.de