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Mitteilungsblatt Markt Nordhalben
Ausgabe 12/2023
Informationen aus dem Künstlerhaus
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Informationen aus dem Künstlerhaus

Nicole Bellaire Zeichnungen und Holzschnitte

Als Künstlerin habe ich ein Faible für den Zauber wild wachsender Natur. Mit meinen filigranen, detailreichen Zeichnungen und Holzschnitte spüre ich der meist unbeachteten, jedoch außergewöhnlichen Schönheit wild wuchernder Kräuter, Blüten und Gräser nach. Meine Motive finde ich am Wegesrand, in freier Landschaft oder auf Brachflächen im urbanen Raum. Von Menschenhand weitgehend unberührte Wiesen sind für mich kleine Inseln ursprünglicher Wildnis, ständig bedroht durch menschliche Überformung und damit unwiederbringlichem Verlust. Die Holzschnitte und Zeichnungen konservieren auf künstlerische Weise diese fragilen Biotope und bewahren die Schönheit ihres Wildwuchses auf dem Papier. Schon als Jugendliche habe ich ein Herbarium angelegt und Wiesenblumen skizziert. In meinem heutigen Werk ist die äußere Wirklichkeit nur Anhaltspunkt. Ich interessiere mich nicht für das Zeichnen nach der Natur, sondern möchte wie die Natur schöpferisch tätig sein. Deshalb entwickele ich meinen eigenen, unverkennbaren Naturkosmos, der zwischen realistischer Abbildung und Abstraktion changiert. Meine feinen Linien in der Zeichnung und meine grazile Schnitttechnik im Holzschnitt sorgen für eine einzigartige Ästhetik mit „luftig-duftiger“ Wirkung.

Nicole Bellaire

Charles-de-Gaulle-Str. 7

76829 Landau

Tel. 06341 / 388 50 87

www.nicole-bellaire.de

Gabi Dahl

Geflechte, geschnitten in Holz, ziehen sich übers Papier, fügen sich zu Knäueln, bilden Liniengefüge, ziehen sich als lose Enden durch die Komposition. Es entstehen Spuren, die ich dem Trägermaterial, meist Holz, abringe,erst im Druckstock, dann spiegelverkehrt sichtbar geworden im Druck, auf dem Papier, das immanenter Teil des Werkes ist. Die Schnitte müssen präzise sitzen, Fehler beim Schneiden verzeiht das Holz nicht. Passiert es trotzdem, überarbeite ich die angedachte Komposition. Eine Form der Spurensuche. Gefundenes, wie geknüllte Bänder, Schnüre, zerrissene Netze oder Pflanzenreste, eigentlich meist unbedacht Weggeworfenes, Verlorenes oder einfach Alltägliches, das dem ungeübten Auge erst garnicht auffällt, regen seit vielen Jahren meine Fantasie zu zahlreichen Skizzensequenzen an, die mir als unendlicher Ideenreichtum zu abstrakten Kompositionen dienen. Farbe und Form korrespondieren, treten ein in einen Dialog. Ausbrüche stören vermeintliche Harmonie. Es entstehen Farb-Formgefüge. Mehrere teils transparente Farbschichten liegen übereinander, bilden Fenster, Gitter, Raster, bilden Raum. Es entstehen Serien dieser gefundenen Spuren des Alltags, die ich in Kleinstauflagen meist auf Washi, handgeschöpftem japanischem Papier, mit klassischen Öldruckfarben von Hand drucke. Es ist meine Art des Nachdenkens über die Wahrnehmung der Umwelt und deren Wiedergabe.

Die Abschluss-Ausstellung der Künstlerinnen wird am 10.6. / 11.6. jeweils von 11:00 Uhr - 17:00 Uhr stattfinden.