Bürgermeister Jürgen Hennemann präsentierte in einer umfangreichen PowerPoint-Präsentation Zahlen, Fakten und Projekte sowie Hintergründe – und blickte dabei auf ein arbeitsreiches Jahr für die Stadt zurück, in dem, wie so oft, nicht alles geschafft werden konnte, was man sich vornahm. Er verwies auf die ständige Information über das VG Blatt, über das die Bürgerinnen und Bürger umfassend über die Themen in der Stadt und die Vereine, wie deren Aktivitäten und Veranstaltungen informiert werden.
Die Kinderbetreuung ist in Ebern gut sichergestellt, für alle Kinder stehen Betreuungsplätze ab dem ersten Lebensjahr bereit. Insgesamt belaufen sich die Kosten der Stadt im Jahr auf eine Million. Die Ferienbetreuung der VG in den Schulferien erfüllt den Rechtsanspruch Ganztagsbetreuung der Grundschüler. Für den Waldkindergarten am Losberg wurden 110.000 € investiert. Besonders erfreut zeigte sich Hennemann über die abgeschlossene Innensanierung der Mittelschule Ebern, die 5,6 Millionen € kostete, dafür präsentiert sich die Schule nun „modern und zukunftsfähig“. Die Außengestaltung stehe noch an.
Gleich zwei Baugebiete treiben die Wohnraumentwicklung voran. „Lützelebener Straße“: 1,7 Millionen € Baukosten, 18 Einfamilienhaus- und drei Mehrfamilienhausplätze. „Stolzenrangen“ in Reutersbrunn: 1,1 Millionen € für 15 Bauplätze. Diese werden demnächst mit Grundstückspreisen im VG Blatt ausgeschrieben. Zusätzlicher Wohnraum entsteht zudem durch Bauträger auf dem ehemaligen Berufsschulgebäude sowie in der Angerstraße.
Die Stadt arbeitet weiter intensiv an der Umsetzung des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK). Das Quartiermanagement kostet über drei Jahre 390.000 €, wovon 80 % gefördert werden. Hier wurden etlichen Beteiligungen der Bürger in Projekttreffs durchgeführt und ein Verkehrskonzept, als Grundlage für die Gestaltung am Marktplatz beschlossen. Erfreulich in der Altstadt: Das ehemalige Café Wagner und die Gaststätte Stern konnten neu belebt werden; in das Schlimbachhaus soll ein Café einziehen. Und in der Baywa eröffnete das Lokal Mole.
Es wurde in der Altstadt viel saniert und gebaut, was zu Einschränkungen beim Verkehr sorgte. Hennemann bat um Verständnis für die vielen Baustellen im Stadtgebiet und dankte den Mitarbeitenden des Bauhofs für ihren Einsatz. Gleichzeitig mussten einige negative Entwicklungen verkraftet werden: die Schließung der Postfiliale, der Abzug der Baywa, das Aus des Krankenhauses und der Arbeitsplatzabbau bei Valeo.
Die Landesbaudirektion Bayern schafft am früheren Gasthof Post neue Arbeitsplätze – der Spatenstich konnte gefeiert werden, der Bau sei nun endlich in vollem Gang. Mit der ebern-galerie wurde ein weiterer Meilenstein im Stadtzentrum abgeschlossen: 1.912.800 € Gesamtvolumen, davon 1.022.600 € gefördert durch die Städtebauförderung und das Programm „Schaffung von Wohnraum für anerkannte Asylbewerber“.
Auch große Infrastrukturthemen treiben die Stadt um. Der Anschluss an die Fernwasserversorgung FWO wurde im Sommer 2025 abgeschlossen – Kosten: 700.000 €, Förderung: 190.000 €. In der Kläranlage wurden neue Kompressoren und eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, die den Stromverbrauch deutlich senken. Zudem stehen dort rund 2,6 Millionen € an Investitionen an, die der Stadtrat bereits auf den Weg gebracht hat. Straßensanierungen wurden durchgeführt: in Unterpreppach, Frickendorf und in der Richard-Wagner-Str.. Im Freibad muss die Technik laufend erneuert werden; hier fällt ein jährliches Defizit von rund 400.000 € an. Der Glasfaserausbau in der Kernstadt durch die Telekom verzögert sich auf 2026, im Frühjahr soll von „Glasfaser plus“ begonnen werden. Die Stadt beteiligte sich am neuen Windrad mit 10.000 €, das im September am Bretzenstein eingeweiht wurde. Die Energiewende geht weiter: Ein Windvorranggebiet Bretzenstein/Fierst für weitere Windräder wurde vom Planungsverband beschlossen. Auch weitere Photovoltaikanlagen am Umspannwerk „Am Knock“ unter Beteiligung der Stadt und der Bürger sind in Planung, wie Planungen für Stromspeicher auf städtischen Flächen sind am Laufen.
Große Summen flossen in die Feuerwehren der Stadtteile Bramberg und Unterpreppach. In Bramberg stand die Sanierung der alten Schule mit dem Programm „Schaffung von Wohnraum für Asylbewerber“ mit 449.000 € (Förderung 360.000 €) sowie ein Feuerwehrhausumbau für 45.000 € auf dem Programm. In Unterpreppach sind ein neues Feuerwehrhaus für 1,2 Millionen €, gefördert mit 254.000 €; weiter sind noch Kosten für neue Fahrzeuge geplant. Feuerwehrfahrzeuge wurden für Brünn und Heubach, 30.000 €, gebraucht beschafft, für Reutersbrunn und Bramberg, je 115.000 €, wie für Ebern (TLF 300 für 450.000 €, GW Logistik 412.000 € vom Kreis bezahlt) Neufahrzeuge bestellt, diese greifen erst in den nächsten Jahren. Insgesamt waren im Haushalt über eine Million € für die Feuerwehren eingestellt.
Über die Stadt hinaus beachtete Erfolge erzielte Ebern zudem bei mehreren Wettbewerben: „Hauptstadt des fairen Handels“, 2023 (Publikumspreis 10.000 €), „Kommune bewegt Welt“ 2024 (Publikumspreis 10.000 €). Bundesweit Platz 2 der kleinen Kommunen bei „Hauptstadt des fairen Handels“, Wettbewerb 2025 im Bereich ²Fairer Handel² (20.000 € ).
Auch konnte eine Förderung im Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz des Bundes“ mit dem Projekt: „Mit Vielfalt zur Vielfalt Erschließung von Flächenpotentialen in Wegrändern, Säumen und Kleinstrukturen für Biodiversität und Klimaschutz“, erreicht werden. Von den im Förderbescheid bewilligten 605 .320 € wurden 2025 im Bauhof ein Gärtner ab April eingestellt und Anschaffungen von Fahrzeugen und Gerätschaften von 233.000 €, getätigt. Ein Fachbüro arc.grün wurde beauftragt, die Umsetzung des Förderprogramms fünf Jahre zu begleiten, die Erstellung eines Grünpflegeplans und des Biotopverbundes voranzubringen. Auch wurde die Anlage von Himmelsteichen und Erdbecken zum Wasserrückhalt in der Fläche und Anreicherung der Artenvielfalt angelegt.
Finanzielle Sorgen hätten alle Kommunen, so Hennemann. Die Einnahmen reichten nicht aus für die Aufgaben, die zu erledigen seien. So belaufen sich die Personalkosten auf 4,43 Millionen € und die Kreisumlage auf 4,41 Millionen €. Für 2025 waren 5,64 Millionen € Investitionen vorgesehen, die aber teilweise noch nicht umgesetzt werden konnten. Es steigen die Ausgaben, während die Einnahmen stagnieren. Die Folge: Abschmelzen der Rücklagen und notwendige Kredite.
Die Verschuldung konnte 2025 auf 3,95 Millionen €, wie im letzten Jahr, gehalten werden, es mussten keine neuen Kredite, wie im Haushalt geplant (Steigerung auf 7,55 Millionen €) aufgenommen werden, was den Bürgermeister einerseits sehr freute: „Somit konnten in meiner bisherigen gesamten Amtszeit die Schulden der Stadt durch umsichtige Finanzpolitik trotz Investitionen gesenkt werden.“ Andererseits haben sich einige geplante Maßnahmen verzögert, oder verschoben. Diese stehen aber 2026 an. Hier werde eine höhere Verschuldung notwendig sein, um die Aufgaben der Stadt zu erledigen und die Infrastruktur zu erhalten. Ebern zählt aktuell 7.845 Einwohner – 32 weniger als im Vorjahr. Ein Sozialprojekt, die Nachbarschaftshilfe wurde neu belebt, die Partnerschaften mit Straß im Zillertal, durch einen Besuch bekräftigt. Für die 15 Friedhöfe im Stadtgebiet wurde eine neue Gebührensatzung erarbeitet und pflegefreie Urnengrabplätze auf den Friedhöfen angelegt. Außerdem sei das Thema „Waldfriedhof“ noch zu entscheiden. Der Bürgermeister stellte die Vereine und ehrenamtliche Arbeit vieler Bürger heraus und dankte für den Einsatz. Viele Veranstaltungen fanden 2025 in Ebern statt, die Spieletage, mehrere 150-Jahres-Feiern der Feuerwehren, Tag der offenen Tür im Bauhof, die neu aufgewertete Kirchweih am Altstadtparkplatz und Gedenkveranstaltungen zu „80 Jahre Kriegsende“ im gesamten Stadtgebiet. Zum Schluss ging Hennemann auf die gute Zusammenarbeit in der Baunach-Allianz ein, hier konnten für die 11 Gemeinden gemeinsam 3 Personalstellen zur Umsetzung des ländlichen Entwicklungskonzeptes, für die Biodiversität und kommunale Entwicklungspolitik geschaffen werden, was die einzelne Gemeinde nicht leisten könne, und Themen bearbeitet werden, die sonst nicht angepackt würden. Diese Stellen koordinieren viel Ehrenamt und kümmern sich um Projekte und Förderprogramme mit Gelder für die Region. In der Aussprache wurden verschiedene Punkte angesprochen – von der Verkehrs- bis zur Energiepolitik. Probleme für Rollatornutzer auf Pflasterwegen, verstopfte Straßeneinläufe, Ertüchtigung der Elektroanlagen im Rathaus, Sanierungsbedarf der Rathausküche, teils schlechter Zustand einiger Straßen, die noch offene Standortfrage der Feuerwehr in Ebern. Aber auch von einem Bürger angemerkt, dass heute alle die fehlen würden, die immer irgendwo meckern. „Wenn die Möglichkeit besteht sich einzubringen, sind sie nicht da.“ Die Themen wurden aufgenommen, aber die knappe Finanzlage erlaube nur notwendige Maßnahmen zum Erhalt der Infrastruktur. „Es gibt weiter viel zu tun, packen wir es gemeinsam an, um Ebern für die Zukunft gut aufzustellen und zu gestalten,“ schloss der Bürgermeister die Versammlung. jh