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Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern
Ausgabe 1/2026
Stadt Ebern
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Informationen - Ebern

Ende 2025 endete in Ebern, nach 113 Jahren, die stationäre Gesundheitsversorgung im Eberner Krankenhaus. So lange hatte Ebern schon ein Krankenhaus, lange vor Haßfurt. Die Innere Abteilung und die Palliativstation wurden nach Haßfurt verlegt und dort in den Haßberg-Kliniken zusammengefasst. Das sei nicht zu verhindern gewesen, wegen der Finanzierung im Gesundheitswesen, die kleinere Häuser nicht berücksichtigt und wegen der Auslastung. Oft nicht mal die Hälfte der Betten im Haus waren belegt.

Doch was bleibt im Krankenhaus Ebern? Laut Haßberg-Kliniken soll der Standort Ebern weiter zu einem Facharztzentrum mit ambulanten Anwendungen und Operationen ausgebaut werden. Das ambulante medizinische Angebot des MVZ war dafür im August 2025 schon um eine gynäkologische Praxis ergänzt worden. Das MVZ Ebern (Medizinisches Versorgungszentrum) der Haßberg-Kliniken bietet verschiedene Fachrichtungen wie Innere Medizin, Chirurgie (Unfallchirurgie) und Gynäkologie, wobei spezielle Angebote wie Diabetes- und Ernährungsberatung sowie Pflegeleistungen (Wund-, Schmerz-, Demenzmanagement) auch über die Haßberg-Kliniken-Haus Ebern erreichbar sind; es gibt spezialisierte Bereiche wie Gastroenterologie und Kardiologie, die über das MVZ-Haßfurt-Ebern-Portal verwaltet werden, inklusive spezifischer Sprechzeiten und Leistungsangebote.

Weiter wolle man das Haus weiter pflegerisch nutzen, für die Altenpflege. In der zweiten Etage des Eberner Krankenhauses entsteht ab Mitte 2026 eine Kurzzeitpflegeeinrichtung mit rund 20 Plätzen unter der Trägerschaft des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK).

Der Umbau ist bereits angelaufen, wird koordiniert vom Kreishochbau. Die aktuellen Kosten liegen bei rund 600.000 €; Investitionskosten werden von den Haßberg-Kliniken getragen und durch das BRK als Betreiber der Kurzzeitpflege über eine Miete refinanziert. Eine Umsetzung der Tagespflege ist dann für Herbst 2026 vorgesehen. Auch mit weiteren Dienstleistern im Gesundheitssektor würden derzeit Gespräche geführt, heißt es aus Haßfurt.

Herber Verlust Palliativversorgung

Besonders getroffen hat die Menschen in und um Ebern das Aus der Palliativversorgung. "Das ist der größte Verlust, das schmerzt uns am meisten," sagt Bürgermeister Jürgen Hennemann. Der palliativmedizinische Dienst war im Jahr 2012 am Krankenhaus Ebern etabliert worden und hatte weit über Ebern hinaus einen sehr guten Ruf. Patienten mit großen Schmerzen und meist zum Ende der Lebensphase wurden hier in Ebern im Krankenhaus einfühlsam und ganzheitlich betreut. Dies ist nun am Haßfurter Haus angegliedert.

Ein Hospiz im Krankenhaus Ebern?

Der Bedarf im Eberner Raum bleibt aber, meint Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann. Sein Vorschlag für eine weitere Nachnutzung des Krankenhauses in Ebern: ein Hospiz. Die Idee sei schon weitergegeben worden an den Landrat sowie an Klinik-Vorständin Regina Steenbeek-Schacht, sagt Hennemann: "Gespräche haben bereits stattgefunden." Viele der Patienten in der Eberner Palliativversorgung seien eigentlich Hospizpatienten gewesen, die aber in Ermangelung eines solchen Angebotes in der Region, in die Station gekommen seien. Nur in Coburg gäbe es ein Hospiz, nicht in Bamberg (nur Kinder). "Das wäre eine Chance für die Belegung des Hauses und die Versorgung der Region," so Hennemann

Ins Boot geholt hat man sich einen, der sich mit der Sache auskennt wie kein Zweiter. Richard Reich, ehemaliger Geschäftsführer der Coburger Caritas, der schon in der Vestestadt für die Einrichtung eines Hospiz gesorgt hatte. Reich stammt aus Ebern und hatte dort den Vorgänger des heutigen Jugendtreffs mitgegründet. Dem Bürgermeister seiner Heimatstadt hat er nun Hilfe dabei angeboten, die Umsetzung eines Hospiz auf den Weg zu bringen - insbesondere mit der Erstellung eines Konzepts für einen möglichen künftigen Träger.

"Inklusive Tageshospiz, ähnlich wie bei der Kurzzeitpflege", verrät Jürgen Hennemann, der bei der „Hospiz-Idee" mit Nachdruck dahinter bleiben will, wie er sagt. Zumal es aktuell gute Förderquoten gebe - die Kosten der stationären Hospizversorgung werden zu 95 % von der jeweiligen Kranken- und Pflegekasse übernommen, 5 % verbleiben beim Träger. "Das ist schon möglich und für unser Haus in Ebern eine gute Nachnutzung", befindet der Bürgermeister, zumal es sich zusätzlich zu den BRK-Pflegeplätzen gut anbieten würde. Hennemann: "Ich halte das nach wie vor für eine sinnvolle Lösung." jh