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Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern
Ausgabe 10/2026
Stadt Ebern
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Ausscheidende Stadträtinnen und Stadträte zum 30.04.2026 und Verabschiedung Bürgermeister Jürgen Hennemann

Eintrag in das Goldene Buch: Bürgermeister Jürgen Hennemann, daneben seine Frau Simone Bastian und 2. Bürgermeister Harald Pascher.

In der letzten Stadtratssitzung seiner Amtszeit verabschiedete Bürgermeister Jürgen Hennemann die ausscheidenden Stadträtinnen und Stadträte sowie die Ortssprecher mit einer persönlichen Laudatio. Er dankte allen für ihren Einsatz für die Stadt, für die Bürgerinnen und Bürger und für die gute Zusammenarbeit und verabschiedete alle mit den besten Wünschen für die Zukunft. Alle durften sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

 

 

Alexander Hippeli, Stadtrat seit 29.06.2023 (für StRin Anne Schneider nachgerückt), Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses. Er setzte sich für Umweltbelange und Senioren ein. Er war auch Beauftragter für Gesundheit, Integration und Senioren

Ingo Heinemann, Stadtrat seit 20.10.2022 (nachgerückt für StR Philipp Arnold) Mitglied des Umwelt- und Bauausschusses. Beauftragter für Verkehr und Mobilität. Er brachte seine berufliche Kompetenz in den Themenbereich ein und setzte sich als aktiver Feuerwehrmann für die Belange der Kameraden ein.

Hermann Freiherr von Rotenhan, Stadtrat 2020-2026, Stellvertreter in einigen Ausschüssen und Beauftragter für Kultur, Bildung und Vereine. Er wirkte nicht nur im Stadtrat, sondern hat auch Ebern über die Region mit seinen Veranstaltungen auf Schloss Eyrichshof bekannt gemacht. Seine Anregung einen Waldfriedhof einzurichten führte zu vielen auch kontroversen Diskussionen, die trotz unterschiedlicher Positionen aber immer fair geführt wurden, attestierte der Bürgermeister.

Karin Kaiser, Stadträtin 2014-2026, 12 Jahre, zwei Wahlperioden, Mitglied des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses, Beauftragte für Gewerbe, Einzelhandel und Tourismus sowie Nachhaltigkeit. Sie hat sich für ihren Ort Unterpreppach in vielen Bereichen eingebracht, bei der Ortsverschönerung, der Vereinsarbeit und auch bei Konzeptionen für das angestrebte Dorfgemeinschaftshaus, das das Musikprobenheim und das Feuerwehrhaus ersetzen sollte, aber leider wegen Förderproblemen nicht zu Stande kam. Auch als Festwirtin des Altstadtfestes und danach hat sie sich für die Gastronomen und Gewerbetreibenden eingesetzt.

Gabriele Rögner, Stadträtin 2002-2026, 24 Jahre, vier Wahlperioden im Stadtrat, 6 Jahre Zweite Bürgermeisterin, Vorsitzende des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses. Sie hat in ihrer Funktion als Rechnungsprüferin der Verwaltung und dem Bürgermeister immer in Finanzfragen auf die Finger geschaut. Das ist eine wichtige Aufgabe, die von Gabi Rögner sehr gewissenhaft erledigt wurde. Auch wenn manchmal mit politisch motivierten Äußerungen im Bericht des Rechnungsprüfungsausschuss etwas über das Ziel hinausgeschossen wurde. Aber auch dies konnte im gemeinsamen Gespräch geklärt werden. Sie hat sich sehr für ihren Ortsteil und Unterpreppach engagiert, wo sie auch über Jahre Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins war. In ihre Zeit fiel auch der Tag der offenen Gartentür in Unterpreppach.

Irene Jungnickl, Stadträtin 1996-2026, mit 30 Jahren und fünf Wahlperioden im Stadtrat, die längste Zugehörigkeit. Eine streitbare Stadträtin, die nie mit ihrer Meinung hinter dem Berg hielt und diese vehement vertrat. Ihr besonderer Einsatz galt den Arbeitnehmern und dem Erhalt der Arbeitsplätze. Als Beauftragte für Gesundheit, Integration und Senioren machte sie sich hier stark und war bei fast allen Veranstaltungen in diesem Bereich präsent. Besonders am Herzen lag ihr immer die Kultur und Vereinsarbeit. Hier versäumte sie kaum eine Veranstaltung und war oft mit Bürgermeister Jürgen Hennemann die einzige Vertreterin der Stadt und des Stadtrates bei Ausstellungseröffnungen oder Vereinseinladungen. Sie habe zudem die Stadt öfter bei der fränkischen Arbeitsgemeinschaft Volksmusik vertreten. Dieser Einsatz über die lange Zeit sei außergewöhnlich gewesen, so der Bürgermeister.

Die ausscheidenden Ortssprecher durften sich ins Goldene Buch der Stadt Ebern eintragen. Verabschiedet wurden:

Karin Fenn (Welkendorf/Gemünd), Ortssprecherin 2020-2026, hat das Amt aus gesundheitlichen Gründen im Januar 2026 niedergelegt

Andreas Kern (Weißenbrunn), Ortssprecher 2020-2026

Andreas Leibold (Reutersbrunn), Ortssprecher seit 2014-2026

Josef Kees (Neuses), Ortssprecher 2002-2026

 

 

Im Anschluss wurde Bürgermeister Jürgen Hennemann von 2. Bürgermeister Harald Pascher verabschiedet. Er würdigte die Verdienste und seinen Einsatz für die Stadt in der Amtszeit als Bürgermeister sowie in den 36 Jahren im Stadtrat.

Rede vom 2. Bürgermeister Harald Pascher zur Verabschiedung von Jürgen Hennemann:

Einführung Musik: Queen: bicycle race

Fahrrad fahren....

"Über Schlaglöcher in den Straßen im Stadtgebiet braucht mir keiner etwas zu erzählen. Ich bin schon durch fast alle gefahren." So wurde Jürgen Hennemann von Tanja Kaufmann am 30.04.2014 zitiert im Artikel:

"Im vierten Anlauf setzte sich Jürgen Hennemann unerwartet deutlich gegen die CSU Hoffnungsträgerin Barbara Baumbach durch".

Jetzt hat Jürgen wieder Zeit, alle aktuell vorhandenen Schlaglöcher kennen zu lernen. Es sind nicht weniger geworden, aber die Löcher sind an anderen Stellen. Denn, die Finanzsituation in der Stadt Ebern war und ist immer noch sehr angespannt. Dazu später mehr.

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

lieber Jürgen,

heute verabschieden wir unseren 1. Bürgermeister aus seinem Amt - einen Menschen, der über viele Jahre Verantwortung für unsere Stadt getragen hat.

Jürgen gehört seit 1990 - also 36 Jahre lang - dem Stadtrat an. Darunter 6 Jahre als 3. Bürgermeister (1996 bis 2002), 6 Jahre als 2. Bürgermeister (2008 bis 2014) und 12 Jahre als 1. Bürgermeister (2014 bis 2026).

Im letzten Interview von Helmut Will sagte Jürgen: "Es war eine schöne Zeit"

Wenn man nach dem Ausscheiden dies sagen kann, hat man alles richtig gemacht, würde ich behaupten.

Auch wenn die Wählerinnen und Wähler nun einen neuen Weg eingeschlagen haben, bleibt die geleistete Arbeit ein wichtiger Teil der Entwicklung unserer Stadt Ebern.

Als sein Stellvertreter durfte ich viele Entscheidungen, Diskussionen und Projekte aus nächster Nähe miterleben. Ich habe gesehen, wie viel Zeit, Energie und persönliches Engagement in diesem Amt steckt - oft auch jenseits der öffentlichen Wahrnehmung. Jürgen war rund um die Uhr für die Stadt im Einsatz. Ein Bürgermeister, der 24/7 erreichbar war.

Dafür möchte ich mich im Namen des Stadtrates der Stadt Ebern, deinen Stellvertretern und auch der Verwaltung aufrichtig und ehrlich bei dir bedanken.

Gestatte mir noch ein paar Worte, bevor du dich dann ins Goldene Buch der Stadt Ebern eintragen wirst.

Eine gesonderte Ehrung wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Ich sprach zu Beginn von einer angespannten Finanzsituation.

Allerdings muss man Jürgen Hennemann attestieren, dass er die Finanzen immer im Blick hatte und es trotzdem schaffte, das ein oder andere Projekt auf den Weg zu bringen. Zum Hobby machte er es sich, Fördergelder an Land zu ziehen. Hier schöpfte er wirklich alle Möglichkeiten aus. Manchmal zum Leid der Verwaltung, die zahlreiche, zeitintensive Förderanträge erarbeiten und einreichen musste.

So wurden drei Vollzeitstellen geschaffen, die jährlich mit 90 bzw. 75 Prozent gefördert wurden, inklusive Sach- und Projektkosten mit rund 240.000 Euro aus staatlichen Mitteln.

Der Umbau des Xaver-Mayr-Hauses am Stadtberg zur heutigen Ebern Galerie war ein Projekt, welches mit Hilfe von Bundesmitteln, Städtebauförderung und Maßnahmen zur Schaffung von Wohnraum für Asylbewerber entstand. Ein Kunst- und Kulturhaus in der Altstadt am Fuße des Stadtberges.

Unter der Federführung von Jürgen Hennemann wurde ein wunderschöner Waldkindergarten geschaffen (nachdem nach mehreren Standorten endlich der richtige Ort am Losberg gefunden wurde), die Feuerwehr in Unterpreppach erhält ein neues Feuerwehrhaus. Mehrere Feuerwehrfahrzeuge wurden angeschafft. Die Sanierung der Kläranlage eingeleitet. Es wurde ein neuer Kindergarten mit Kinderkrippe gebaut mit toller Außenanlage (Playmobilschiff, auch das hatte er durch eine Bewerbung an Land gezogen). Ebern wurde als familienfreundlichste Stadt ausgezeichnet, Ebern erhielt mehrere weitere Titel wie z.B. Fairtrade-Stadt und vieles, vieles mehr. Hier möchte ich der Ehrensitzung nicht vorgreifen.

Allerdings, wenn er nicht wollte, wie z B. sah er keine Notwendigkeit für einen Waldfriedhof, dann konnte er solche Anträge auch nach Merkels Art aussitzen. Dass über diese Thematik mehr als 10 Jahre diskutiert wurde, lag allerdings nicht nur an Jürgen Hennemann. Hier müssen wir Stadträte auch kritisch hinterfragen, ob wir nicht intensiver darauf bestehen hätten müssen...

Da sollte der neue Stadtrat, auch wenn es unterschiedliche Meinungen gibt, schneller zu einer Entscheidung kommen.

Mit Thomas und mir als seine Stellvertreter ging er immer sehr fair um, auch ab dem Zeitpunkt, wo er wusste, dass ich mich ebenfalls zur Wahl als Bürgermeister stellen werde. Dafür möchte ich mich besonders bei dir bedanken.

In Erinnerung werden uns (Thomas und mir) die monatlichen Bürgermeisterbesprechungen bleiben, die immer sehr sachlich und mit dem gegenseitigem Respekt von ihm durchgeführt wurden.

Auch hatte Jürgen immer volles Vertrauen zu uns. Wir hatten Einblick in seinen Terminkalender und auch im Bürgermeisterbüro gab es keine verschlossenen Schränke. Wir hatten auf alles uneingeschränkt Zugriff.

Dies war in Ebern nicht immer der Fall.

Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich persönlich allerdings immer sein Chaos am Schreibtisch - obwohl er immer vor seinem Urlaub behauptete aufgeräumt zu haben. Aber es gab sehr wenig freie Flächen auf dem Schreibtisch. Überall Aktenberge und Notizzettel. Respekt, dass er sich da immer zurecht gefunden hat.

Nach 100 Tagen im Amt wurde Jürgen gefragt, ob ein Bürgermeister jemals Feierabend hat.

Antwort: Ein Bürgermeister ist nie wirklich außer Dienst- und es ist schwer zwischen Amt und Person zu trennen. Aber es macht unheimlich viel Freude, besonders die Begegnungen mit vielen älteren Bürgern bei Geburtstagen. Die freuen sich riesig, dass sie zum Bürgermeister weiter Du sagen dürfen.

Ja, Jürgen war ein sehr bürgernaher Bürgermeister. Man merkte es ihm an, dass es für ihn kein Beruf, sondern Berufung war.

Allerdings hatte Jürgen des häufigeren ein Zeitproblem: Simone Bastian, seine Frau erklärte es einmal folgendermaßen: Leider vergisst er häufig, dass zwischen zwei Terminen noch der Weg von A nach B liegt. Weswegen er mitunter selbst als Vorsitzender öfters als Letzter kam. Ein Hennemann ist bei Simone eine Zeiteinheit - Ein Hennemann ist eine halbe Stunde Verspätung.

....übrigens war ich deswegen oft bei Veranstaltungen wie auf Kohlen gesessen, wenn wir auf Jürgen gewartet hatten und ich nicht wusste, ob ich jetzt kurzfristig unvorbereitet vertreten muss oder nicht.

Unvergessen bleibt für mich noch sein Verhalten bei der Amtseinführung von Martin Pöhner als Schulleiter am Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern. Viel Prominenz war gekommen. Regierungsbeamte, Abgeordnete usw.

Nach dem ersten Grußwort drückte Jürgen mir sein Skript in die Hand und sagte, dass er schnell weg müsse. Ich soll doch das Grußwort übernehmen.

Wer Jürgens Aufzeichnungen kennt, der kann verstehen, dass dies keine leichte Aufgabe für mich war. Am liebsten wäre ich damals auch schnell geflohen...

30 Minuten ist also ein Hennemann, dann war Jürgen 210.240 Einheiten Hennemann - 1. Bürgermeister der Stadt Ebern. Nochmals Danke für 210.240 Einheiten.

Ich wünsche dir für die kommende Zeit alles Gute - vielleicht noch beruflich, aber auch privat. Mögen neue Aufgaben dich bereichern und dir Ruhe geben, die im Amt oft zu kurz gekommen ist. Ich hoffe, dass du Ebern weiterhin verbunden bleibst - als Bürger, als Ratgeber, als Mensch.

Danke auch an deine Frau Simone, die in diesen vielen Jahren doch sehr häufig auf dich verzichten musste. Jetzt habt ihr mehr gemeinsame Zeit.

Genießt es.

Nun darf ich dir auch einen Präsentkorb mit einem Gutschein überreichen, heute bekommst auch du einen Lützel. Und zwar den, der im Büro immer auf dich aufgepasst hat.

Und jetzt bitte ich dich, dich ins Goldene Buch der Stadt Ebern einzutragen.

Simone, Dir darf ich einen letzten Blumenstrauß überreichen. Pass gut auf Jürgen auf, damit er seine neu gewonnene Freizeit richtig nutzt.