Diese Personen standen am Florianstag in Ebern im Fokus. Sie wurden von Landrat Michael Ziegler (rechts), Bürgermeisterin Isabell Zimmer (links) und KBM Nico Sonnefeld (3.v.re.), KBI Jonas Ludewig (5.v.re.) und KBI Ralf-Peter Schenk (8.v.re.) ausgezeichnet. 50 Jahre sind dabei (vorne v. links): Michael Borzel, Hermann Müller und Rudolf Meißner.
Im festlichen Rahmen des historischen Rathauses stand der diesjährige Florianstag ganz im Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die Feuerwehren im Stadtgebiet. Zahlreiche Ehrengäste, aktive Feuerwehrdienstleistende sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft waren zusammengekommen, um die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements zu würdigen – und um langjährige Kameradinnen und Kameraden für ihren Dienst auszuzeichnen.
Bürgermeisterin Isabell Zimmer begrüßte die Anwesenden und richtete den Blick auf die beeindruckenden Zahlen des vergangenen Jahres: Zwölf aktive Feuerwehren mit insgesamt 486 Einsatzkräften – darunter 64 Frauen – leisten in Ebern tagtäglich ihren Dienst. 98 Einsätze im vergangenen Jahr und bereits über 30 Einsätze im laufenden Jahr verdeutlichen die stetige Einsatzbereitschaft. „Hinter diesen Zahlen stecken keine abstrakten Werte, sondern Menschen, die bereit sind, jederzeit alles stehen und liegen zu lassen, um anderen zu helfen“, betonte Zimmer. Die Feuerwehr sei „das Rückgrat unserer Sicherheit und ein unverzichtbarer Teil unseres gesellschaftlichen Miteinanders“. Besonders erfreulich sei die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Sieben Jugendgruppen mit 61 Jugendlichen sowie drei Kinderfeuerwehren mit insgesamt 59 Kindern zeigen, dass die Zukunft der Feuerwehren gesichert scheint. Zimmer hob hervor, wie wichtig diese frühe Förderung sei: „Diese Kinder sind unsere Zukunft.“ Gleichzeitig dankte sie den Familien im Hintergrund: „Ohne dieses Verständnis wäre es nicht möglich.“ Ein emotionaler Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen für 25, 40 und erstmals auch 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst. „50 Jahre Feuerwehrdienst steht für ein ganzes Leben im Zeichen der Hilfsbereitschaft“, sagte Zimmer und würdigte die Jubilare als Vorbilder für Generationen.
Auch Landrat Michael Ziegler fand eindringliche Worte für die Leistung der Feuerwehrkräfte. Er schilderte bewegende Eindrücke aus Einsätzen und machte deutlich, welche psychischen Belastungen damit verbunden sein können. „Es sind Menschen wie du und ich, die solche Schicksalsschläge ertragen müssen“, sagte er. Gerade deshalb sei der Zusammenhalt innerhalb der Feuerwehr von unschätzbarem Wert: „Wo dann Kameradinnen und Kameraden sich umarmen und sagen: Wir gehen den Weg weiter.“ Ziegler unterstrich, dass dieses Engagement nicht selbstverständlich sei und dankte ausdrücklich auch den Familien: „Ich verzichte auf den Partner, weil er etwas Gutes tut – das verdient höchsten Respekt.“ Neben dem emotionalen Aspekt sprach der Landrat auch die Bedeutung einer guten Ausstattung an. Investitionen in die Feuerwehr seien notwendig, auch wenn sie politisch diskutiert würden: „Feuerwehren sind wichtig – und wenn es darauf ankommt, brauchen sie die bestmögliche Ausrüstung.“ Auch dankte Ziegler den beiden Geistlichen, Pfarrer Holger Manke und Gregor Sauer, für den ansprechenden Gottesdienst vor dem Ehrenabend. Für die Kreisbrandinspektion sprach Kreisbrandinspektor Ralf-Peter Schenk in Vertretung des Kreisbrandrates und stellte die außergewöhnliche Beständigkeit der Geehrten in den Mittelpunkt. „25 Jahre aktiver Dienst – das ist ein Vierteljahrhundert Verantwortung“, sagte er. Die langjährigen Feuerwehrleute seien das „Rückgrat ihrer Wehren“, geprägt von Erfahrung, Ruhe und Verlässlichkeit. Noch deutlicher wurde er bei den Ehrungen für 40 und 50 Jahre: „Das ist mehr als nur ein Hobby – das ist eine Lebenseinstellung.“ Schenk erinnerte auch daran, dass sich Technik und Anforderungen über die Jahrzehnte stark verändert hätten, die Grundwerte jedoch gleich geblieben seien: Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und Verantwortung. Sein Dank galt ebenfalls den Familien: „Sie sind es, die das Familienessen unterbrechen, wenn der Melder geht.“ Der Florianstag machte einmal mehr deutlich, welchen unschätzbaren Beitrag die Feuerwehren für die Gesellschaft leisten. Rund um die Uhr stehen sie bereit – ehrenamtlich, kompetent und verlässlich. Oder, wie es Bürgermeisterin Zimmer zum Abschluss formulierte: „Sie zeigen eindrucksvoll, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen.“ Mit dem traditionellen Leitspruch „Gott zur Ehre, dem Nächsten zur Wehr“ endete eine Veranstaltung, die nicht nur Rückblick, sondern auch ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Zukunft der Feuerwehren in Ebern war.
Geehrt und mit dem Staatlichen Ehrenzeichen bedacht wurden für 25jährigen Einsatz: Anton Gerstenkorn, David Pfeufer, Sebastian Wagner (alle Ebern), Matthias Gemmer (Eyrichshof), Martin Häfner, Matthias Finzel (Fischbach-Höchstädten) und Daniel Meißner (Weißenbrunn). Für 40jährigen Einsatz erhielten das Ehrenzeichen: Manfred Heusinger, Edgar Pecht, Peter Reitwiesner (alle Bramberg), Jürgen Käser (Brünn-Frickendorf), Michael Brejlyk, Herbert Elflein (Eyrichshof), Bernd Hauck (Heubach) und Roland Schramm (Reutersbrunn-Eichelberg). Auf 50 Jahre aktive Dienstzeit können zurück blicken: Michael Borzel (Vorbach), Rudolf Meißner (Weißenbrunn) und Hermann Müller (Ebern).
Text und Bild: Helmut Will