Bürgermeisterin Isabell Zimmer und Restaurator Adelbert Heil vor dem Denkmal
In der Karl-Hoch-Anlage in Ebern arbeitet der Bamberger Bildhauer und Restaurator Adelbert Heil derzeit an dem Denkmal. Nach 20 Jahren kehrt er an eine alte Wirkungsstätte zurück, um das Kunstwerk erneut vor dem Verfall zu schützen. Die drei lebensgroßen Figuren symbolisieren den ewigen Kreislauf des Lebens.
Die Geschichte begann 1965: Die international renommierte Künstlerin Yrsa von Leistner bot der Stadt das Werk als hochwertigen Bronzeguss an – gegen die reinen Gusskosten von damals 2.300 DM. Um Geld zu sparen, wählte die Stadt stattdessen einen günstigeren Betonabguss. Die wiederkehrenden, aufwendigen Sanierungen des Materials kosten Ebern inzwischen ein Vielfaches des damaligen Bronzegusses. Bei den aktuellen Arbeiten wurde auch eine 1965 von Mitarbeiter Förtsch im Inneren platzierte Bierflasche als humorvoller Gruß wiederentdeckt.
Heil nutzt das feuchte Juniwetter optimal, da das Reparaturmaterial im Regen langsamer abbindet. Besonders die mittlere Figur, das „Sein“, musste wegen ihrer exponierten Haltung teils neu modelliert werden. Bei einem Ortstermin am 29. Juni 2026 mit Bürgermeisterin Isabell Zimmer und Kreisheimatpflegerin Christiane Tangermann einigte man sich rasch auf ein gebrochenes Weiß für den Neuanstrich. Im Verlauf des Gesprächs wurde jedoch augenfällig, dass weiterer Handlungsbedarf besteht: Es gilt, die bedeutende Skulptur künftig in einem angemesseneren Rahmen zu präsentieren und die Anlage insgesamt für einheimische Familien attraktiver zu gestalten. Denn auch die weiteren Kunstwerke im Park kommen derzeit kaum noch zur Geltung. Zimmer wies darauf hin, dass ein neues Hinweisschild am Eingang künftig verhindern kann, dass Spaziergänger an dem Werk vorbeigehen, ohne es wahrzunehmen.
Laut Heil kann das Denkmal im Stil der konservativen Moderne bei guter Pflege noch 200 Jahre überstehen. Als zeithistorisches Dokument der Nachkriegsära schlägt es eine Brücke von der Region zur internationalen Kunstwelt.