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Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern
Ausgabe 15/2024
Baunach-Allianz
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Baunach-Allianz

Zum 30. Juni beendet Laura Späth leider ihre Tätigkeit als Managerin für kommunale Entwicklungsarbeit bei der Baunach-Allianz.

Laura Späth zieht es in die weite Welt. Die Managerin für kommunale Entwicklungspolitik der Baunach-Allianz beendet ihre Tätigkeit in Ebern zum 30. Juni. "Ich gehe wieder an die Uni, nach Bielefeld", erklärt sie. Dort hat sie die Möglichkeit im Rahmen einer wissenschaftlichen Mitarbeit ihre Promotion anzugehen, verbunden mit einer Leitungsfunktion am Institut für Weltgesellschaft. Auch Auslandsreisen stehen auf jeden Fall auf ihrem weiteren Plan. Die Entscheidung dazu sei gefallen, so betont sie, noch bevor der Stadtrat Ebern entschieden hat, die Stelle einer Managerin für kommunale Entwicklungspolitik für die Baunach-Allianz ohnehin nicht mehr in Ebern weiterzuführen.

In nicht-öffentlicher Sitzung hat sich der Stadtrat gegen die Fortführung von Späths Stelle ausgesprochen, wie nun bekannt wurde. Genauer: Die Mehrheit der Stadträte will die Trägerschaft darüber nicht weiter bei der Stadt Ebern wissen - auch wenn dafür kein einziger Cent an Kosten von der Kommune selbst getragen werden muss. Denn die Stelle wird zu einhundert Prozent über Engagement Global gefördert, die zentrale Servicestelle der Bundesregierung für zivilgesellschaftliches und kommunales Engagement. Vielmehr können sogar weitere Verwaltungskosten, die beispielsweise durch Zuarbeiten anderer Stellen für die Arbeit der Klimamanagerin anfallen, noch über die Förderung abgedeckt werden.

"Für mich war's ärgerlich, dass wirklich gute Arbeit nicht gewürdigt wird", sagt vor diesem Hintergrund Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann auf Nachfrage zum Votum der Stadträte. Und: "Wir kommen um das Thema Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsziele nicht herum." Die Bundesregierung habe Konzepte, die die Kommunen dann umsetzen müssten. Für ihn ist die Entscheidung noch immer nicht rational nachvollziehbar, da sie in nicht-öffentlicher Sitzung fiel, will er sich zu den weiteren Hintergründen allerdings nicht äußern. Nur so viel: Die Argumentation habe in etwa gelautet, "es sollen auch mal andere in der Baunach-Allianz machen, nicht nur Ebern".

Ausdrücklich bedanken möchte er sich an dieser Stelle noch einmal bei Laura Späth für die geleistete Arbeit. Diese habe der Stadt nicht nur nach innen durch Workshops an Schulen und im Rahmen des Ferienprogramms, durch Vorleseaktionen in Kindergärten, das Möhrchen-Heft für die Grundschüler oder auch die faire Schokolade - das, was viele in der Region laut Späths eigener Aussage wohl am meisten mit ihrer Arbeit verbinden - positiv gewirkt. Auch in der Außenwahrnehmung der Stadt Ebern wie auch der Baunach-Allianz insgesamt habe ihr Einsatz viel gebracht, ist Hennemann sicher und erinnert dabei an den Publikumspreis, den die Stadt Ebern im Bundeswettbewerb um den Preis "Hauptstadt des Fairen Handels" gewonnen hat. "Wir waren mit der Arbeit von Laura sehr zufrieden. Ich hätte sie gerne noch zwei Jahre länger auf der Projektstelle gehabt", betont Jürgen Hennemann.

Laura Späth gibt den Dank zurück. "Es ist auf jeden Fall gut gelaufen, es war ein erfolgreiches Projekt", ist sie sicher und sagt weiter: "Es war aber auch nur so gut, weil viele mich unterstützt haben bei meiner Arbeit. Dafür Danke an alle Ehrenamtlichen, die Bürgermeister und die kommunalen Mitarbeitenden."

Ab voraussichtlich Herbst soll nun ein neuer Manager oder eine neue Managerin für kommunale Entwicklungspolitik in der Baunach-Allianz in Reckendorf einen Arbeitsplatz finden. Eine Stellenausschreibung ist in Vorbereitung. Denn dass die Baunach-Allianz weiter den Blick über die eigenen Probleme und Umstände hinaus auch auf das eigene Wirken im großen Ganzen richten will, ist bereits vor dem Stadtratsbeschluss in Ebern beschlossene Sache gewesen. "Solange es Mittel gibt, wollen wir auch weitermachen", fasst Jürgen Hennemann die seiner Auskunft nach einstimmige Meinung unter den Bürgermeistern der Baunach-Allianz in diesem Kontext zusammen. Ein Ziel dabei laute weiterhin: "Wir wollen immer noch die erste faire Allianz Deutschlands werden."

Einigen Mehraufwand hat der Stadtratsbeschluss in Ebern dennoch nach sich gezogen. Denn der Antrag, dass die Stelle der Managerin für kommunale Entwicklungspolitik in der Baunach-Allianz unter der Ägide Eberns weiterhin über Engagement Global bezuschusst wird, war schon vorbereitet und sogar bereits bewilligt gewesen. Dass diese nun in Reckendorf statt Ebern sitzen wird, konnte in der Zwischenzeit laut Jürgen Hennemann, der auch 1. Vorsitzender der Baunach-Allianz ist, mit Engagement Global jedoch in der Zwischenzeit geklärt werden. Das Problem dahinter: Nicht die Baunach-Allianz an sich kann den Antrag stellen, sondern es können nur einzelne Kommunen Fördermittel erhalten.

Text: Pia Bayer