Die Stadt Ebern sagte Danke und ehrte beim Neujahrsempfang auch stellvertretend für alle, die sich in den 127 Vereinen engagieren, verdiente Mitbürger. Im Bild (von links): Landrat Wilhelm Schneider, 3. Bürgermeister Thomas Limpert, Dieter Werner, Walter Gottschlich, Elmar Barth, Winfried Golonka, Adelgunde Scheller, Wolfgang Lappe, Ruth Metter, Wolfgang Streng, Bundestagsabgeordnete Sabine Dittmar, 2. Bürgermeister Harald Pascher und Bürgermeister Jürgen Hennemann.
Wie immer Stand der Neujahrsempfang der Stadt unter dem Schwerpunkt: Ehrung des Ehrenamtes und bürgerlichen Engagements in der Stadt Ebern. Bürgermeister Jürgen Hennemann würdigte die große Vielfalt und ein riesiges Angebot der Vereine in Ebern. "Ich kann alle nur auffordern, sich am Allgemeinwesen zu beteiligen, als Gäste, als Helfer, als Vereinsmitglieder, damit wir auch in Zukunft eine aktive Stadt mit großem Angebot bleiben können." Auch habe diese aktive Stadtgesellschaft mit gutem Zusammenhalt Listen von rechtsextremen Parteien verhindert. "Ich bin schon stolz auf Ebern." Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen für ehrenamtliches Engagement - stellvertretend für die 127 Vereine im Stadtgebiet.
Bereich Heimatkunde: Elmar Barth
Ausgezeichnet wurde diesmal aus dem Bereich Heimatpflege der aus Unterpreppach stammende Elmar Barth. Seine Aktivitäten sind vielfältig: Heimatkunde, Erforschung der Kirchen- und Ortsgeschichte Unterpreppach. Er fand das 500-jährige Kirchenjubiläum heraus und kümmerte sich um die Erinnerung an die letzten Kriegstage des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren, wo, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges die junge Isabella Vollkommer bei einem Bombenangriff ums Leben kam. Die Idee, einen Gedenkstein in Unterpreppach zu setzen, wurde von Elmar Barth ins Leben gerufen und von der Stadt dankbar aufgegriffen. Er hat maßgeblich mit organisiert. Am 28. März 2025 wurde der Gedenkstein schließlich in Unterpreppach am Kirchklingenweg eingeweiht. Er soll nicht nur an ihren tragischen Tod erinnern, sondern auch eine Botschaft für den Frieden aussprechen. Weiter war er bei der Feuerwehr, auch als Kommandant, aktiv, in der Seniorenarbeit und im Kirchenvorstand.
Bereich Soziales: VdK-Ortsverband Ebern
Vom VdK-Ortsverband Ebern wurden die Vorstandsmitglieder Vorsitzender Winfried Golonka, Kassiererin Ruth Metter, Seniorenbetreuerin Adelgunde Scheller, Beisitzer Peter Köhler (Ruppach) für ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Menschen geehrt. Zum Metier des VdK gehört alles, was mit Rente/-Versicherung, Pflege/-Versicherung, Gesundheitswesen, Krankenversicherung(en) oder Behinderten-Unterstützung, vom SB-Antrag bis hin zur Vertretung beim Sozialgericht, zu tun hat. Soll heißen, Vertretung bei allen sozialrechtlichen Fragen und gerichtlichen Auseinandersetzungen.
Im Dezember 2024 feierte der VdK OV Ebern sein 75-jähriges Jubiläum.
Der Ortsverband zählt um die 700 Mitglieder. Er organisiert mit seiner aktiven Vorstandschaft rund ums Jahr auch Treffen für seine Mitglieder und Freunde wie z. B. zum Heringsessen, zur Muttertagsfeier, zum Erntedank-Essen oder zur Weihnachtsfeier. Diese sind willkommene Termine für das Miteinander und den Austausch.
Bereich Natur: Wolfgang Lappe
Für seine Biberberatung, seiner Tätigkeit seit 2001 als Naturschutzwächter bei der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt und seinen Einsatz bei vielen Umweltprojekten wurde Wolfgang Lappe geehrt. Die Projekte der Stadt: Marktplatz der Artenvielfalt/Biodiversität und Bewahrung von seltenen Tierarten, wie Kiebitz und Steinkrebsvorkommen, beim Bachmuschelschutz und Ottermonitoring hat er maßgeblich mit begleitet.
Als Naturschutzwächter ist er ein wichtiges Bindeglied zwischen Bürgern und Landratsamt. Er hat verschiedene Kontrolltätigkeiten in der freien Natur/Schutzgebieten und übernimmt auch Aufklärungsarbeit. Wolfgang Lappe ist stark bürgerorientiert, aber auch konsequent in der Einhaltung gültiger Naturschutzgesetze, praxisnah und lösungsorientiert. "Wolfgang du hast maßgeblich dazu beigetragen, dass es bei uns im Stadtgebiet mit dem Naturschutz vorangeht und ein Verständnis für den Biber geschaffen wurde. Es wurden bisher immer gute Lösungen mit allen Beteiligten gefunden, so Bürgermeister Hennemann bei seiner Laudatio.
Außerdem war er seit 2018 bis 2021 für das Veterinäramt Haßberge betraut mit der Wildaufbruchsammelstelle Ebern und kümmerte sich hier um Aufbau/Inbetriebnahme/Betreuung und Übergabe am Bauhof Ebern. Seit 1980 ist er Mitglied beim Bay. Jagdverband BJV-KG Ebern.
Bereich Umwelt, Lebensumfeld, Soziales
Dieter Werner aus der Nachbargemeinde Rentweinsdorf wurde für sein tägliches Müllsammeln im Bereich Ebern ausgezeichnet. Ihm widmete das Bayerische Fernsehen sogar eine Reportage, die der Bürgermeister als Würdigung abspielte. Dieter Werner läuft täglich zwischen 10.000 und 15.000 Schritte, bei Sonne, Wind, Regen oder Kälte, durch Ebern und die umliegenden Wege, mit Plastiktüte und Greifzange bewaffnet, um Müll freiwillig aufzusammeln. Was aus gesundheitlichen Gründen begann - Dieter hat Diabetes und weiß, dass Bewegung wichtig ist - wurde allmählich zu einer Herzensangelegenheit. Er sammelt still und konsequent Müll, ohne Auftrag oder Bezahlung, ohne Erwartung auf Anerkennung - die ihm durch die Stadt Ebern nun zu Teil wurde.
Walter Gottschlich aus Jesserndorf, der per Fahrrad rund um Jesserndorf und auf den Straßen bis nach Ebern Müll sammelt, wurde ebenso geehrt. Bei Wind und Wetter sieht man ihn auf der Strecke von Jesserndorf nach Ebern schon mal am Straßenrand mit seinem Fahrrad beim Müllsammeln. Sein Einsatz ist keine Selbstverständlichkeit. Er ist vorbildlich für den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und ein wertvoller Dienst an der Gemeinschaft.
Wolfgang Streng erhielt die Ehrung für seinen Einsatz im BRK-Rettungsdienst und in der Umweltpflege. Seit 1969 als Mitglied im damaligen BRK-Kreisverband Ebern machte er im Oktober 1992 sein Hobby zum Beruf - er wurde hauptamtlich an der Rettungswache in Ebern angestellt. Bis zu seinem Ausscheiden am 30.11.2015 habe er dies nie bereut. Mit großem Engagement unterstützte er alle Bereiche der BRK-Arbeit auch nach seinem Ausscheiden aus dem beruflichen Arbeitsleben. Sei es Blutspenden, die sanitätsdienstlichen Absicherungen oder die Altkleidersammlungen, die zur Mittelbeschaffung dienten - Wolfgang Streng war da, wenn er gebraucht wurde.
Sie alle haben die Ehrung für ihre ehrenamtliche Arbeit und das Engagement für die Gesellschaft in unterschiedlichsten Bereichen verdient. Sie trugen sich begleitet von langem Applaus ins Gästebuch der Stadt ein.
Der Neujahrsempfang zeigte für Ebern das breite Spektrum auf, die vielen Themen, die angegangen werden, mit klaren Worten des Bürgermeisters zu Problemen, konkreten Zahlen zu Projekten und einem starken Fokus auf Gemeinschaft und Ehrenamt. "Ohne engagierte Menschen geht es nicht - gemeinsam werden wir vieles schaffen", wie der Bürgermeister am Ende sagte.