In der letzten Stadtratssitzung konnten erfreuliche Zahlen aus der Stadtbücherei berichtet werden. Andrea Bols, Leiterin der Stadtbücherei Ebern, führte aus, dass seit ihrem Amtsantritt im Jahr 2003 die Ausleihzahlen nur eine Richtung: nach oben kennen. Waren es damals 32.000 Ausleihungen, so haben sich diese bis 2025 auf 64.000 verdoppelt. Die Stadtbücherei hat Ausleihzahlen, von denen andere nur träumen können.
Anlass ihres Kommens war die Neufassung der Benutzungsgebühren für die Stadtbücherei, mit der sich das Gremium bereits in der Sitzung im Dezember 2025 beschäftigt hatte. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre wurde entschieden, dass die Ausleihe zukünftig kostenlos ist, auf die bisherige geringe Gebühr wird verzichtet. Erwachsene zahlen künftig zehn Euro pro Jahr, Familien 15 Euro. Zusätzlich wird ein sogenannter Schnupperausweis für zwei Euro angeboten, der einen Monat lang gültig ist.
Neben den Zahlen verwies Bols auf das vielfältige Angebot der Bücherei neben Stadtpfarrkirche und Ossarium. Insgesamt 34 Veranstaltungen würden jährlich angeboten, vor allem für Kinder verschiedener Schulklassen, die ihren Büchereiführerschein in der Stadtbücherei spielerisch ablegen. Mal als Piraten, mal als Hexen und Zauberer, kindgerecht und dem Alter angepasst. "Mir geht es darum, dass die Kinder einfach Spaß haben - auch Lehrkräfte zeigen sich immer wieder begeistert", betonte sie.
Ein echter Publikumsmagnet seien die Geocaches, die von einem ehemaligen ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bücherei ins Leben gerufen wurden. Hier gehen Geocacher aus ganz Europa in der Bücherei und außerhalb auf "Schatzsuche". Die Termine seien inzwischen zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Die Teilnehmer kämen von weit her, übernachteten in Ebern und ließen dabei auch Geld in der Stadt - ein nicht ganz unwichtiger Nebeneffekt. Allerdings würden auch mal Erwachsene versuchen, für sich auf den Namen ihrer Kinder Bücher zu leihen, um Leihgebühr zu sparen.
Bürgermeister Jürgen Hennemann dankte der Büchereileiterin und dem gesamten Personal in der Stadtbücherei ausdrücklich und bezeichnete die Einrichtung als eine wichtige "Bildungseinrichtung" der Stadt, die neben den Schulen ein niederschwelliges Angebot bereit halte. Hier werde pädagogisch wertvolle, konzeptionelle Arbeit geleistet. Sein augenzwinkerndes Fazit: "Für das, was man dort alles geboten bekommt, müssten wir eigentlich noch höhere Nutzungsgebühren verlangen." Allein die Fernleihe und inzwischen digital nutzbaren Angebote, die über die Bücherei erhältlich seien, wären den Jahresbeitrag im Monat wert. Wer dieses Angebot schätze, könne ja Spenden an die Bücherei machen. "Besuchen Sie unsere ansprechend gestaltete Bücherei."
Der Stadtrat beschloss einstimmig eine Resolution gegen den Stellenabbau bei Valeo in Ebern. Darin richtet der Stadtrat einen eindringlichen Appell an die Unternehmensleitung, vom geplanten Abbau von 134 Arbeitsplätzen und dem Aus der Entwicklung in Ebern abzusehen. Dazu wurde bereits gemeinsam ein Brief des Bürgermeisters und Landrates an die Unternehmensleitung nach Paris geschickt. Aktuell sind im Werk Ebern noch 763 Beschäftigte tätig - vor rund zehn Jahren waren es nahezu 2000, nach dem geplanten Abbau blieben nur noch 630 Arbeitsplätze im Werk Ebern übrig. Viel zu wenige für das große Werksgelände und den Industriestandort Ebern.
Auch im Jahr 2026 verzichtet die Stadt Ebern weiterhin auf die Erhebung von Marktgebühren bei Wochen-, Jahres- und Bauernmärkten. Bereits im Vorjahr hatte man sich davon mehr Aussteller erhofft, was laut Bürgermeister Hennemann jedoch nicht eingetreten ist. Dennoch wolle man einen weiteren Versuch starten und damit in die Bewerbung von Ständen und Fieranten gehen.
Beschlossen hat der Stadtrat ohne Gegenstimme den Antrag des Feuerwehrvereins Fierst auf Errichtung eines Backofengebäudes, das in Eigenleistung auf städtischem Grund neben dem Feuerwehrhaus gebaut werden soll. Hierzu wurde ein Förderantrag bei der Baunach-Allianz, dem Regionalbudget, eingereicht. Bürgermeister Hennemann sprach von einem "schönen Projekt", das den Zusammenhalt in der Ortschaft weiter stärken werde.
Für 35.491 Euro wurde der Auftrag zur Erstellung eines Verkehrskonzeptes an ein Planungsbüro aus Nürnberg vergeben. Der Bauausschuss hatte die Bewertung der eingegangenen Angebote vorgenommen und dem Stadtrat das Büro empfohlen. Die Förderzusage der Regierung von Unterfranken dazu steht allerdings noch aus. Das Verkehrsgutachten soll Grundlagen zur Sanierung des Marktplatzes und der Verkehrsführung liefern.
Zum Bebauungsplan "Vorbacher Seeleite Nord" erläuterte Manuel Mahr von der Bauverwaltung der Verwaltungsgemeinschaft in der Stadtratssitzung kurz und prägnant die Stellungnahmen zahlreicher Behörden. Insgesamt 19 Seiten an Rückmeldungen waren eingegangen - und das für einen Einzelbau. Aufgrund einer Fristverletzung muss nun erneut eine förmliche Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden, was eine zeitliche Verzögerung für den Bauwerber bedeutet. Trotz allem hält der Stadtrat am Vorhaben fest. Die Seitenzahl der Stellungnahmen sorgte jedoch für Kopfschütteln im Gremium. Der Tenor: Bürokratieabbau klingt gut - fühlt sich in der Praxis aber oft ganz anders an. Bürgermeister Hennemann merkte an, dass statt solche bürokratischen Verfahren zu verlangen, das Landtatsamt lieber den von der Bundesregierung beschlossenen "Bauturbo" anwenden sollte. Die gute Regelung des Bundes dürfe nicht wieder durch Bürokratie auf den unteren Ebenen ausgebremst werden. Er wolle das beim Landrat anbringen.
Der Bürgermeister informierte im Anschluss, dass im Stadtgebiet 15 von 18 Sirenen auf Digitalbetrieb umgestellt seien. Der Winterdienst habe den Bauhof vor Probleme gestellt, die allerdings gut gemeistert wurden.
Probleme könnte es mit dem Streusalz geben, so Hennemann, es könnte möglich sein, wenn es mit dem Winter so weiter gehe, dass Salz nur noch auf Hauptstrecken eingesetzt werden könne. Bundesweit ist es mit der Salzversorgung schwierig. Es gab auch Lob aus dem Stadtrat für den Bauhof: "Der Winterdienst hat im Bereich Ebern sehr gut geklappt, die Schulbusstrecken waren rechtzeitig geräumt, das muss ich mal sagen - es war nicht überall so", sagte Schulamtsdirektorin Zettelmeier.
Nach einigen Gesprächen mit der Feuerwehrführung, umfassenden Recherchen des Gebrauchtfahrzeugmarktes und einigen Besichtigungen von Gebrauchtfahrzeugen wurde die Suche leider erfolglos beendet. Es konnte kein gutes gebrauchtes Fahrzeug ausfindig gemacht werden.
Nach einer Abstimmung mit der Feuerwehr und Rücksprache mit dem Kämmerer hat Bürgermeister Hennemann die Beschaffung eines Neufahrzeuges und die dazu notwendige Ausschreibung eingeleitet. In den Haushalt 2026 wird die Neuanschaffung eines TSFW für die Feuerwehr Unterpreppach vorgesehen.