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Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern
Ausgabe 4/2026
Stadt Ebern
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Informationen - Ebern

Beim Großbrand in Eyrichshof am Freitag verbrannten rund 10.000 Reifen. Es entstand eine dichte schwarze Rauchwolke. Anwohner nicht nur in Eyrichshof, sondern auch im benachbarten Fischbach und in Ebern wurden durch die Katastrophenwarnung aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten; alle anderen sollten das Gebiet meiden. Diese Warnung wurde nach Stunden wieder aufgehoben. Die Lagerhalle samt Reifen und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach brannte komplett ab. Die Einsatzkräfte hatten entschieden, die Scheune kontrolliert abbrennen zu lassen, nachdem auch dank der schneekalten Witterung zu keinem Zeitpunkt die Gefahr eines Übergreifens der Flammen auf andere Gebäude bestanden habe. Dadurch sollte auch das Risiko von Umweltschäden bestmöglich minimiert werden.

Doch 5 Tage nach dem Brand war noch keine Information der Öffentlichkeit und der unmittelbar betroffenen Bürger aus dem Landratsamt gekommen, wie denn weiter, besonders mit den Niederschlägen der schwarzen Partikel aus der Rauchwolke in den Gärten, zu verfahren sei. Fragen wie diese und ob von den Partikeln eine Gesundheitsgefährdung ausginge, kamen bei der Stadt an. Bürgermeister Jürgen Hennemann bemühte sich, telefonisch Auskunft im Landratsamt zu bekommen, konnte aber keine aussagekräftigen Auskünfte von den Behörden erhalten.

Er schrieb daraufhin an den Landrat, mit der dringenden Bitte, eine Information für die Bürger herauszugeben. 5 Tage nach dem Schadensereignis sollte das möglich sein. Brandrückstände können schließlich gesundheitsschädliche Stoffe enthalten, die beim Verbrennen von Gummireifen und Photovoltaik-Bauteilen entstehen können. Doch bisher, keine Information an die Stadt oder Bürger, wie sie sich verhalten sollen in Bezug auf den Niederschlag von Brandpartikeln in ihren Gärten. Keine Information, ob Vorsichtsmaßnahmen angebracht sind oder ob es nur ungefährlicher Ruß ist, der überall im Umfeld des Brandortes zu sehen ist. Keine Informationen, ob sich das Landratsamt als zuständige Behörde kümmert, ob Proben genommen und analysiert werden. "Bei mir in der Stadt Ebern rufen immer mehr Bürger an, was sie tun sollen. Sie wollen wissen, ob Maßnahmen in ihren Gärten ergriffen werden müssen, oder nicht", schrieb der Bürgermeister.

Die Bevölkerung müsse aufgeklärt oder Entwarnung gegeben werden. "Es darf nicht sein, dass bei einem solchen großen Brandereignis erst auf Nachfrage eine Information der Bevölkerung erfolgt", sagt Hennemann. Ich finde, das ist eine katastrophale Informationslage bei einem so großen Schadensfall und spricht nicht für das Landratsamt, das bei kleinen "Umweltvergehen" sofort zur Stelle ist und dem Sachverhalt nachgeht."

Noch am gleichen Tag kam eine Pressemeldung aus dem Landratsamt: "Nach derzeitiger Einschätzung der Fachbehörden besteht keine akute Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung", heißt es da. Durch die feuchte Witterung und das anschließende Tauwetter sei die Staubbelastung in der Luft sehr gering, sodass aktuell keine akute Gefahr durch das Einatmen von Partikeln bestehe. "Personen mit Atemwegserkrankungen oder andere besonders empfindliche Menschen sollten bei auftretenden Beschwerden vorsorglich ärztlichen Rat einholen", rät Behördensprecherin Monika Göhr; für die allgemeine Bevölkerung bestehe jedoch kein Grund zur Sorge.

Sowohl in unmittelbarer Nähe der Brandstelle als auch im weiteren Umkreis ist mit Ablagerungen von Ruß- und Brandpartikeln sowie kleinen Teilen der ebenfalls abgebrannten Photovoltaik-Anlage in Gärten, auf Dächern und sonstigen Oberflächen zu rechnen, die der Wind weitergetragen hat. "Aufgrund der Wetterlage während und nach dem Brand - Schnee und feuchte Bedingungen - wurden jedoch viele Staubpartikel gebunden", so Monika Göhr: "Nach aktuellem Kenntnisstand besteht daher keine akute Gesundheitsgefahr für die Bürgerinnen und Bürger." Von jenen Ablagerungen ist insbesondere auch der Sportplatz des ASC Eyrichshof betroffen, der direkt neben der Brandstelle liegt. Fußballspiele sollten hier in nächster Zukunft nicht stattfinden, generell wird vom Betreten und der Nutzung des Platzes bis auf Weiteres abgeraten.

Von einer gesundheitsrelevanten Gewässerbelastung der Baunach und des angrenzenden Mühlbaches ist derzeit laut Landratsamt ebenfalls nicht auszugehen. Bereits am Tag des Brandereignisses wurden durch das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen unmittelbar an der Brandstelle sowie an der nahe gelegenen Baunach Wasserproben genommen. Eine erste Vor-Ort-Analyse habe ein unauffälliges Ergebnis erbracht, sodass aktuell nicht von einer schwerwiegenden Gewässerverunreinigung auszugehen sei, heißt es.

Ausführlichere Untersuchungen durch das Bayerische Landesamt für Umwelt laufen derzeit noch. Bis zum Vorliegen der Ergebnisse wird vorsichtshalber empfohlen, im weiteren Umkreis um die Brandstelle keine Fische aus dem Wasser zu holen und diese vor allem nicht zu verzehren. Für den Fall, dass im Umfeld der Brandstelle ein oder mehrere tote Fische festgestellt werden, bittet das Landratsamt um eine unverzügliche Meldung an das Veterinäramt Haßberge. Das Landratsamt beobachte die Situation weiterhin und stehe in engem Austausch mit den Umweltbehörden, betont die Kreisbehörde. Bei neuen Erkenntnissen über mögliche gesundheitliche Risiken oder Umweltbelastungen werde die Öffentlichkeit unverzüglich informiert. jh

Besser Vorsicht walten lassen bei Brandrückständen und Trümmerteilen

Sollten sich verbrannte Trümmer oder Rückstände auf einem Grundstück befinden, empfiehlt das Landratsamt Folgendes:

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Sichtbare Brandrückstände oder Trümmerteile sollten möglichst nicht mit bloßen Händen angefasst werden.

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Bei der Entfernung kleinerer Rückstände wird das Tragen von Handschuhen empfohlen.

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Aufgefundene Trümmerteile können über die Restmülltonne entsorgt werden.

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Kinder sollten bis zur vollständigen Reinigung betroffener Flächen nicht auf sichtbar verschmutzten Bereichen spielen.

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Im Garten geerntetes Wintergemüse sollte vor der Zubereitung gründlich abgewaschen werden.