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Mitteilungsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Ebern
Ausgabe 7/2026
Stadt Ebern
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Für die Stadt Ebern, den Wald und die Gelbbauchunke im Einsatz

Eine erfolgreiche Bilanz bescheinigte Bürgermeister Jürgen Hennemann in der letzten Stadtratssitzung Wolfgang Gnannt, der seinen letzten Jahresbetriebsplan für 2026 vorstellte. Sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch habe sich der Stadtwald von Ebern gut entwickelt.

 

 

33 Jahre war Wolfgang Gnannt vom Amt für Landwirtschaft und Forsten mit der Betriebsführung des Eberner Stadtwaldes beauftragt. Über drei Jahrzehnte hat Wolfgang Gnannt hier gewirtschaftet, angefangen habe er noch bei Bürgermeister Feulner. Die Zusammenarbeit mit der Stadtspitze und der Verwaltung sei immer sehr gut gewesen, lobte Wolfgang Gnannt.

Ebern habe mit seinem zertifizierten Stadtwald und dessen naturnaher Waldwirtschaft der vergangenen Jahre „ein Rückgrat für Artenviefalt", so Bürgermeister Jürgen Hennemann: „Der Stadtwald steht hervorragend da und das ist zum größten Teil auf deine engagierte Arbeit zurückzuführen." Basis sei die Waldeinrichtung von Helmut Bergmann vor 50 Jahren gewesen, der mit dem Umbau des Waldes von Monokultur zu einem standortgerechten Mischwald begann. Diese Ausrichtung habe Wolfgang Gnannt fortgesetzt, ausgebaut und das Prinzip der Nachhaltigkeit mit den drei Säulen: Ökologie, Ökonomie und Soziales konsequent angewandt. Es sei nie um rein wirtschaftliche Belange gegangen, nie um die persönliche Verwirklichung eines Forstmannes, sondern darum, dass der Wald langfristig erhalten bleibe, so Hennemann. Es gab nie einen Großeinschlag, sondern nur eine Entnahme des Zuwachses an Holz. Wolfgang Gnannt habe „Nachhaltigkeit perfektioniert".

Der Stadtwald von Ebern erfülle nicht nur wirtschaftliche, sondern auch ökologische Funktionen durch hohen Anteil von Totholz und Biotopbäume für Artenvielfalt. Neben der Holznutzung spielt der Naturschutz eine zentrale Rolle. Mit rund 14 Festmeter Totholz pro Hektar und Biotopbäumen bietet der Wald Lebensraum für zahlreiche seltene Arten wie Hirschkäfer, Mittelspecht und Feuersalamander: Ergebnis einer naturnahen Waldwirtschaft mit integriertem Naturschutz. Und so kann der Eberner Stadtwald sogar dem Klimawandel trotzen, ist größtenteils klimaresistent. "Wir können auf einen guten Baumbestand in einem naturnahen Wald aufbauen, der mit der Naturverjüngung auf Bestandserhalt setzt", sagt Hennemann. Dafür hätte Wolfgang Gnannt alle möglichen Förderprogramme genutzt und gut gewirtschaftet. Er habe eine regionale Vermarktung unseres Holzes aufgebaut, die langfristig trägt. Wolfgang Gnannt habe immer interessante Waldgänge für den Stadtrat angeboten. "Wir haben viel dabei über den Wald, dessen Funktionen und die nachhaltige Bewirtschaftung gelernt", so Hennemann. Gerade in den letzten Jahren wurden die Aktivitäten für Erhalt und Förderung der Artenvielfalt, wie auch der Wasserrückhalt im Wald durch Anlage von Tümpeln, verstärkt. Was gut in unsere Biodiversitätsstrategie gepasst hätte und auch für den Hochwasserschutz etwas brächte, erklärte der Bürgermeister. An Wolfgang Gnannt gerichtet sagte Hennemann: "Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit all die Jahre und für deinen Einsatz zum Erhalt unseres Waldes." Dieser sei mehr als eine Einnahmequelle für die Stadt, er sei Erholungsraum für die Bürger, aber auch sehr wertvoll für die Zukunft im Klimawandel. "Durch deinen Einsatz für die Gelbbauchunke im ehemaligen Standortübungsplatz, durch das Schaffen von Teichen, hast du dich für diese Art sehr verdient gemacht. Da in Ebern alle Tiere Namen haben, sollte die Gelbbauchunke nach dir benannt werden: Wolfgang die Gelbbauchunke." Und überreichte ein Abschiedsgeschenk unter anderem mit dem Stadtmaskottchen "Lützel".

Nachfolger im Amt für den Eberner Wald wird Anton Bottler, der offiziell zum 1. Juni die Nachfolge von Wolfgang Gnannt als Revierförster im Eberner Stadtwald antreten wird. Der Baunacher stellte sich dem Eberner Stadtrat ebenso vor wie Jürgen Schafhauser, Leiter der Abteilung Forst 2 beim AELF Schweinfurt. Der Fischbacher Jürgen Schafhauser freute sich über seinen ersten Auftritt vor „eigenem" Stadtrat und lobte seinerseits die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Bürgermeister, der immer zu dem Amt, auch bei der Forstreform, gestanden habe. Wolfgang Gnannt benannte er als einen „Mann, der für den Wald brennt". Eine offizielle Verabschiedung des Amtes von Wolfgang Gnannt wird es in den nächsten Monaten noch geben.

jh