Rund dreißig Teilnehmer erlebten am Mittwochabend eine ebenso tiefgründige wie informative Zeitreise in der Eberner Stadtkirchengeschichte. Im Fokus stand zunächst Pfarrer Leopold Höhl, dessen Todestag sich am 29. Februar 2026 zum 130. Mal jährte.
Pfarrer Gregor Sauer eröffnete den Abend, indem er auf die Bedeutung des Pfarramtes in einer Stadtkirche einging. Er beleuchtete dessen Verantwortung und zog einen Vergleich zwischen gestern und heute.
Den kritischen Blick auf Höhls Wirken warf Christiane Tangermann: Sie würdigte zwar seine Verdienste um die Rhön und seine engagierte Gemeindearbeit, thematisierte aber auch den damals und heute umstrittenen Verkauf von historischem Kircheninventar. Elmar Barth hingegen hob die enorme Beliebtheit und die weit über Ebern hinausgehende Strahlkraft des Pfarrers hervor. Ein spannendes Detail der Kirchengeschichte beleuchtete Ingo Hafenecker anhand des neugotischen Altars: Einst von Höhl angeschafft, wurde dieser in den 1970er-Jahren aus der Kirche entfernt und im Heimatmuseum zwischengelagert, bevor er in den 90er-Jahren an seinen Ursprungsort zurückkehrte.
Den Bogen in die Gegenwart schlug Karl-Heinz Krebs. Er referierte in brillantem Stil über die einstige Kontroverse um den modernen Triegel-Altar, der nach dem Brand des barocken Seitenaltars 2007 neu angeschafft wurde, und half den Zuhörern durch eine profunde Interpretation, die komplexen Details und theologischen Aussagen des Kunstwerks neu zu entdecken.
Text: Christiane Tangermann