Sitzung am Dienstag, 16. Dezember 2025
Pressig – In seiner letzten Sitzung des Jahres 2025 stellte der Marktgemeinderat Pressig wichtige Weichen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde. Auf der Tagesordnung standen wegweisende Beschlüsse in den Bereichen Bauleitplanung, Verkehrssicherheit, Infrastruktur, Wasserversorgung, Energieversorgung. Sowie die Bekanntgabe von Beschlüssen aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung vom 25.11.2025 im Bereich des Feuerwehrwesens und der Vereinsförderung. Zum Abschluss der Sitzung standen persönliche und emotionale Worte des Bürgermeisters sowie ein fraktionsübergreifender Dank im Mittelpunkt.
Bauleitplanung „Untere Griesleite“ in Welitsch – Neuen Bauplatz geschaffen
Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die 3. Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes für das Allgemeine Wohngebiet „Untere Griesleite“ im Gemeindeteil Welitsch. Die öffentliche Auslegung sowie die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Nachbargemeinden verliefen ohne neue Einwendungen. Nach erfolgter Abwägung konnte daher der Satzungsbeschluss gefasst werden.
Mehr Sicherheit für Förtschendorf: Fußgängerampel an der B 85
Mit dem Staatlichen Bauamt Bamberg wurde eine Vereinbarung über den gemeinschaftlichen Umbau der Ortsdurchfahrt Förtschendorf geschlossen. In der Ortsmitte entsteht eine Fußgängerlichtsignalanlage, um eine sichere Querung der Bundesstraße B 85 zu ermöglichen. Zudem werden die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut.
Landkreis Kronach, Markt Pressig, Stadt Teuschnitz und das Staatliche Bauamt Bamberg arbeiten Hand in Hand - Neuer Geh- und Radweg zwischen Teuschnitz und Marienroth geplant
Ein wichtiger Schritt für mehr Verkehrssicherheit und nachhaltige Mobilität in der Region ist getan: Der Landkreis, die Straßenbauverwaltung, der Markt Pressig und die Stadt Teuschnitz haben sich darauf verständigt, gemeinsam einen neuen Geh- und Radweg beziehungsweise Wirtschaftsweg von Teuschnitz nach Marienroth zu errichten. Der geplante Weg soll entlang der Staatsstraße St 2198 sowie der Kreisstraße KC 17 verlaufen und künftig eine sichere Verbindung für Radfahrerinnen, Radfahrer und Fußgänger schaffen. Gleichzeitig wird der Weg auch landwirtschaftlich als Wirtschaftsweg nutzbar sein. Ziel des gemeinsamen Projekts ist es, die Verkehrssicherheit deutlich zu erhöhen und eine attraktive, durchgehende Verbindung zwischen den beiden Orten zu schaffen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf eine flächensparende Umsetzung gelegt. Auf Marienrother Flur wird ein bereits bestehender Wirtschaftsweg genutzt und ausgebaut, wodurch zusätzliche Flächenversiegelungen vermieden werden können. Damit werden nicht nur Ressourcen geschont, sondern auch Eingriffe in Natur und Landschaft auf ein notwendiges Minimum reduziert. Mit der nun unterschriebenen Vereinbarung durch den Markt Pressig setzen die Projektpartner ein klares Zeichen für interkommunale Zusammenarbeit und eine zukunftsorientierte Infrastrukturentwicklung. Der neue Geh- und Radweg soll sowohl dem Alltagsverkehr als auch der Freizeitnutzung dienen und die Lebensqualität in der Region nachhaltig verbessern. Ein großer Dank der beiden Kommunen aus Teuschnitz und Pressig geht hier an die Mitarbeiter des Landkreises Kronach und unserem Landrat Klaus Löffler. Natürlich auch die tolle Unterstützung des Staatlichen Bauamtes Kronach. Ohne die Unterstützung und perfekte Zusammenarbeit könnte man das Projekt nie umsetzen.
Zuverlässige Wasserversorgung: Erneuerung wichtiger Schieberkreuze
Im ersten Quartal 2026 werden weitere drei Schieberkreuze an der Hauptwasserleitung in der Ortsdurchfahrt Pressig erneuert. Betroffen sind die Bereiche Haßlachweg, Eilastraße/Mühlgasse sowie die Höhe der Bahnhäuser. Der Auftrag wurde an die Firma Krumpholz aus Kronach vergeben.
Weiterhin gab Bürgermeister Stefan Heinlein die Beschlüsse der nichtöffentlichen Sitzung vom 25.11.2025 bekannt.
Zukunftssichere Stromversorgung: Eigener Weg spart Kosten und schafft Planungssicherheit – Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energien
Die Stromlieferverträge für die kommunalen Liegenschaften und Anlagen des Marktes Pressig laufen zum 31. Dezember 2025 aus. Angesichts der zuletzt stark schwankenden und teils sehr hohen Strompreise entschied sich der Marktgemeinderat bewusst gegen eine Teilnahme an der Bündelausschreibung und für eine eigenständige Beschaffung.
Die Verwaltung teilte den Strombedarf in drei Lose auf: kommunale Gebäude, Straßenbeleuchtung sowie leistungsgemessene Anlagen. Durch diese differenzierte Vorgehensweise konnten wirtschaftlich attraktive, langfristig planbare und zugleich verlässliche Angebote eingeholt werden.
Der Marktgemeinderat beschloss, für die kommunalen Gebäude und die Straßenbeleuchtung einen Stromliefervertrag aus erneuerbaren Energien mit der Firma Münch zu einem Arbeitspreis von 8,25 Cent pro Kilowattstunde abzuschließen. Für die größeren, leistungsgemessenen Anlagen, Ökostrom von den Stadtwerken Augsburg zu einem Arbeitspreis von 9,79 Cent pro Kilowattstunde.
Mit dieser Entscheidung stellt der Markt Pressig eine stabile, nachhaltige und kostenbewusste Stromversorgung für seine Einrichtungen sicher und gewinnt zugleich Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
Sicherheit für Einsatzkräfte: Markt Pressig investiert in moderne Atemschutztechnik
Zum Schutz der ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden investiert der Markt Pressig gezielt in moderne und zukunftsfähige Atemschutztechnik. Bei den Freiwilligen Feuerwehren Pressig, Rothenkirchen, Marienroth und Förtschendorf stehen zahlreiche Atemschutzgeräte kurz vor dem Ende ihrer technischen Lebensdauer. Hinzu kommt, dass aufgrund neuer internationaler Normen künftig ausschließlich sogenannte Überdrucksysteme hergestellt werden. Diese bieten ein deutlich höheres Maß an Sicherheit, da sie das Eindringen von Rauchgasen zuverlässig verhindern. Um langfristig wirtschaftlich zu handeln und gleichzeitig die Sicherheit der Einsatzkräfte deutlich zu erhöhen, entschied sich der Marktgemeinderat für eine vollständige Umstellung aller Atemschutzgeräte auf das moderne Überdrucksystem. Durch eine Austauschaktion des Herstellers kann diese Umstellung mit einem erheblichen Preisnachlass realisiert werden. Der Auftrag zur Lieferung der neuen Atemschutztechnik wurde an die Firma Neovia vergeben. Mit einer Investitionssumme von rund 67.000 Euro wird die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren nachhaltig gestärkt und ein hoher Sicherheitsstandard für die Feuerwehrfrauen und -männer im Markt Pressig gewährleistet.
Stärkung des Ehrenamts: Neue Vereinsförderrichtlinie schafft Fairness und Transparenz
Ein weiterer wichtiger Beschluss betrifft die Förderung der örtlichen Vereine. Der Marktgemeinderat hat die Richtlinie für Investitionszuschüsse bei baulichen Maßnahmen grundlegend überarbeitet und an die heutigen Bedürfnisse angepasst. Ab dem 1. Januar 2026 wird die bisherige Bagatellgrenze welche bei 50.000€ lag, deutlich gesenkt. Künftig sind bereits Investitionen ab 5.000 Euro förderfähig. Der Fördersatz beträgt 5 Prozent der Investitionssumme, maximal jedoch 10.000 Euro pro Maßnahme. Mit der neuen Regelung wird eine gerechtere und breiter nutzbare Förderung geschaffen, von der auch kleinere Vereine profitieren können. Gleichzeitig sorgen klare Kriterien und feste Fördersätze für Transparenz und Planungssicherheit. Die neue Richtlinie ersetzt die bisherige Regelung aus dem Jahr 1993 und bildet eine zeitgemäße Grundlage für die nachhaltige Unterstützung der engagierten Vereinsarbeit im Markt Pressig.
Emotionale Abschlussworte zum Jahresende
Zum Ende der letzten Sitzung des Jahres richtete 1. Bürgermeister Stefan Heinlein persönliche Worte an den Marktgemeinderat, die Verwaltung und die Zuhörerschaft. Er verzichtete bewusst auf einen Projektrückblick und stellte stattdessen den Dank in den Mittelpunkt.
Heinlein würdigte das Engagement aller Beteiligten und die vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre. In 5 Monaten endet die erste gemeinsame Wahlperiode, auf deren Ergebnisse man mit Stolz zurückblicken könne.
„Zukunft entsteht nicht allein durch Worte, sondern durch Taten.“
„Wir haben als Team gezeigt, was möglich ist, wenn man respektvoll miteinander umgeht, Verantwortung übernimmt und gemeinsam anpackt. Jeder hatte seinen Platz am Steuerrad – und genau das hat unseren Markt Pressig stark gemacht.“
Stefan Heinlein, 1. Bürgermeister
In einem eindrucksvollen Bild verglich der Bürgermeister den Markt Pressig mit einem Schiff: Als starke Crew habe man die „MS Pressig“ sicher durch herausfordernde Zeiten gesteuert. Jeder Einzelne habe seinen Griff am Steuerrad der kommunalen Entwicklung übernommen, Verantwortung getragen und zum gemeinsamen Kurs beigetragen. Respekt, sachliche Diskussionen und gegenseitige Wertschätzung seien dabei der Schlüssel zum Erfolg gewesen. „Wir haben die MS Pressig nicht nur sicher gesteuert, sondern als stolzes Passagierschiff im Landkreis positioniert.“
Mit einem Blick nach vorne appellierte Heinlein, diesen Geist der Zusammenarbeit auch künftig zu bewahren – unabhängig davon, wer künftig am Steuer stehe. Er wünschte allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und Kraft für das kommende Jahr.
Dank aus dem Gremium: „Ein Feuer für Pressig entfacht“
Im Anschluss dankte Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch im Namen aller Fraktionen Bürgermeister Heinlein und der Verwaltung für die geleistete Arbeit. Er hob hervor, dass es gelungen sei, im Marktgemeinderat ein spürbares Feuer für den Markt Pressig zu entfachen – für Projekte, für Verantwortung und für eine konstruktive Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg.
Diese positive Arbeitsatmosphäre sei die Grundlage für viele zukunftsweisende Entscheidungen gewesen. Förtsch dankte ausdrücklich für das partnerschaftliche, offene und verlässliche Miteinander in den vergangenen Jahren.