„Es ist wieder Leben auf dem Pausenhof.“ Mit diesen Worten beschreibt Konrektorin Sandra Hofmann die ersten Wochen nach der Einführung der neuen Handyregelung an der Grund- und Mittelschule Pressig. Wo früher viele Kinder vor dem Unterricht oder in der Mittagspause mit gesenktem Blick auf ihre Smartphones schauten, wird heute wieder gelacht, gespielt und miteinander gesprochen. Bälle rollen über den Pausenhof, Kinder treffen sich zum Reden, zum Spielen und zum gemeinsamen Erleben. Der Schulalltag hat sich spürbar verändert – und zwar für alle.
Unter dem Motto „Mehr Zeit für das Miteinander“ setzt die Schule seit einigen Wochen auf sogenannte Handygaragen. Die Smartphones der Schülerinnen und Schüler werden morgens sicher verwahrt und erst nach Unterrichtsende wieder ausgegeben. Die Entscheidung dafür kam nicht von heute auf morgen. Gemeinsam mit Lehrkräften, Elternvertretung, Schulsozialarbeit und der SMV wurde intensiv beraten und überlegt, wie man es schaffen könnte, die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler weg vom Smartphone und hin zu ihren Mitschülern zu bringen.
Sofort unterstützt wurde das Projekt von Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzendem Stefan Heinlein, dem es immer wichtig ist, gemeinsam mit der Schule neue Wege zu gehen. Das gemeinsame Ziel war es, den Kindern wieder mehr echte Begegnungen, mehr Konzentration und mehr gemeinsame Zeit im Schulalltag zu ermöglichen.
Die Umstellung auf die „handyfreie Schule“ gelang sehr gut, die neue Regelung wurde von den Schülerinnen und Schülern von Anfang an gut angenommen und mittlerweile zeigt sich: Der Alltag wird entspannter, freundlicher und oft einfach schöner. Die positiven Veränderungen sind inzwischen deutlich sichtbar: weniger Ablenkung, weniger Streit durch Chats oder Videos, dafür mehr Gespräche, Bewegung und echtes Miteinander.
Die Idee der handyfreien Schule wurde von den Schülerinnen und Schülern von Beginn an mitgetragen. Ein großer Dank gilt deshalb der SMV, die ihre Gedanken und Wünsche aktiv eingebracht hat.
Ein nächster Wunsch, der in Erfüllung gehen soll, ist die Anschaffung von Pausenspielen, damit die gemeinsame Zeit noch sinnvoller genutzt werden kann. Ebenso bedankt sich die Schulleitung herzlich bei Hausmeister Stefan König, der gemeinsam mit den Lehrkräften den Aufbau der Handygaragen sowie die organisatorische Umsetzung unterstützt hat. Ein großer Dank gilt auch dem Schulverband, der die Anschaffung der Handygaragen für ca. 200 Schülerinnen und Schüler ermöglicht hat.
Die Grund- und Mittelschule Pressig zeigt damit: Schule ist weit mehr als Unterricht. Schule ist ein Ort der Begegnung, des gemeinsamen Lernens und des sozialen Miteinanders. Und manchmal beginnt genau das mit einem einfachen Schritt – dem bewussten Weglegen des Handys.