Marktgemeinderatssitzung des Marktes Pressig am Dienstag, den 24.03.2026
Ein zentrales Thema der Sitzung war die kommunale Wärmeplanung. In seinem Sachvortrag erläuterte der Vorsitzende die Bedeutung dieses strategischen Instruments für die zukünftige Energieversorgung des Marktes Pressig. Ziel sei es, frühzeitig einen klaren Fahrplan für eine klimafreundliche, sichere und bezahlbare Wärmeversorgung zu entwickeln. Dabei wurde deutlich gemacht, dass die Wärmeplanung nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung darstellt, sondern vor allem eine große Chance bietet. Sie schafft Transparenz über den aktuellen Energieverbrauch, zeigt Potenziale für erneuerbare Energien auf und gibt Bürgerinnen und Bürgern wichtige Orientierung bei anstehenden Investitionsentscheidungen. In der anschließenden Diskussion unterstrichen mehrere Gemeinderatsmitglieder die Wichtigkeit, frühzeitig Planungssicherheit zu schaffen und Fördermöglichkeiten bestmöglich zu nutzen. Der Marktgemeinderat beschloss einstimmig, die kommunale Wärmeplanung einzuleiten. Den Auftrag zur Durchführung erhält die Bayernwerk Netz GmbH zu einer Angebotssumme von rund 36.000 Euro.
Hochbehälter Welitsch: Ingenieurleistungen vergeben
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war der Ersatzneubau des Hochbehälters in Welitsch. Der Neubau wurde bereits in der Sitzung des Marktgemeinderates vom 25. März 2025 grundsätzlich beschlossen. Grundlage hierfür war eine Bedarfsanalyse, in der die erforderlichen Parameter für eine langfristig gesicherte Wasserversorgung erarbeitet wurden. Nun wurde ein weiterer wichtiger Schritt umgesetzt: Nach Einholung von drei Honorarangeboten vergab der Marktgemeinderat die Ingenieurleistungen an das Ingenieurbüro SRP aus Kronach zum Angebotspreis von rund 153.000 Euro brutto.
Im Rahmen der Beratung wurde auch die Förderkulisse nach der RZWas 2025 dargestellt. Demnach ist – bei Erreichen der Härtefallschwelle – eine Förderung in Höhe von 250 Euro pro angeschlossenem Einwohner möglich. Dies entspricht für das gesamte Versorgungsgebiet einem Betrag von rund 950.000 Euro, wobei maximal 70 Prozent der förderfähigen Kosten berücksichtigt werden. Bei geschätzten Baukosten von etwa 1,02 Millionen Euro ergibt sich somit eine mögliche Förderung von rund 700.000 Euro. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass für die Beantragung der Fördermittel ein fertig ausgearbeiteter und genehmigungsfähiger Bauentwurf nach den Vorgaben der neuen Richtlinie der RZWas vorliegen muss. Dies wurde im Gremium ausdrücklich hervorgehoben. Man müsse, so Bürgermeister Heinlein versuchen so viele Erneuerungsmaßnahmen durchzuführen, da die RZWAS ein Segen für unsere Kommunen bedeutet und keiner sagen kann, ob sie nach 2028 noch weiter besteht. Sein ausdrücklicher Dank galt hier MDL Jürgen Baumgärtner, welcher sich wie kein anderer zum Erhalt der Fördermittel für unsere Kommunen kämpft und die kommunalen Belange immer wieder in die Staatsregierung spielt. Die Maßnahme wurde von den Gemeinderatsmitgliedern als wesentlicher Baustein für die zukünftige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung im Gemeindegebiet bewertet und befürwortet.
Sachstandsberichte: Fortschritte in vielen Bereichen
Unter dem Punkt „Aktuelle Themen" informierte 1. Bürgermeister Stefan Heinlein über laufende Projekte im Gemeindegebiet. Beim Breitbandausbau konnten in Grössau und Posseck bereits erfolgreiche Abnahmemessungen durchgeführt werden. Für Friedersdorf und Eila laufen die nächsten Schritte. Ziel ist eine Vermarktungsfreigabe bis Mitte Mai 2026. Auch die Bauarbeiten im Gemeindegebiet wurden nach der Winterpause wieder aufgenommen. Während der Rosenweg bereits freigegeben werden konnte, schreiten die Arbeiten im Nelkenweg sowie in Welitsch an der Wasserleitung planmäßig voran. Ein bedeutender Fortschritt wurde zudem auf dem Hans-Veit-Areal erzielt, wo die Abbrucharbeiten begonnen haben. Hier soll künftig moderner, generationenübergreifender Wohnraum entstehen.
Positiv hervorgehoben wurden auch Projekte im schulischen Bereich sowie die erfolgreiche Durchführung der Berufsfindungsmesse 2026.
Sonstiges: Infrastruktur und Anliegen aus dem Gremium
Unter dem Punkt „Sonstiges" wurden mehrere Themen aus dem Gremium behandelt.
So wurde durch den Fraktionsvorsitzenden der CSU, Christian Haderlein nach dem aktuellen Stand der Sanierung der B 85 in der Ortsdurchfahrt Rothenkirchen gefragt. Schon öfters im Gremium kritisch diskutiert wurde insbesondere der schlechte Zustand der Staatsstraße 2201 in Richtung Welitsch. Alle Gemeinderatsmitglieder sahen hier dringenden Handlungsbedarf seitens des Staatlichen Bauamtes.
Der Marktgemeinderat beauftragte die Verwaltung, eine offizielle Anfrage an das Staatliche Bauamt, Servicestelle Kronach, zu richten, um Klarheit über geplante Maßnahmen und Zeitabläufe zu erhalten.
Ein weiteres Anliegen brachte Marktgemeinderätin Susanne Heinlein ein. Sie regte an, kurzfristig eine Zwischenlösung für fehlende Unterstellmöglichkeiten an den Bushaltestellen zu schaffen. Gerade in der kalten und nassen Jahreszeit seien Kinder oft längere Zeit ungeschützt der Witterung ausgesetzt.
Das kleinste Wärmenetz mit der Hackschnitzelanlage Pressig, in Zusammenarbeit der WBV Bioenergie an der Schule Pressig gekoppelt mit dem Pressiger Rathaus hat sich seit Jahren bewährt. Kämmerer Antonio Sauchella, Hauptamtsleiter Thomas Frashek und Bürgermeister besichtigen den aktuellen Standort an der Schule.
Die Hackschnitzelanlage an der Grund- und Mittelschule Pressig ist eine Biomasse-Heizanlage, die dort seit vielen Jahren zusammen mit der WBV-MR Bioenergie betrieben wird. Dabei handelt es sich um ein lokales Projekt, bei dem erneuerbare Holzhackschnitzel zur Wärmeversorgung der Schule und des Rathauses Pressig genutzt werden. Diese Anlage dient gleichzeitig als Lernobjekt für Schülerinnen und Schüler, denn vor Ort gibt es Informationstafeln und pädagogische Begleitung zur Funktionsweise der Heiztechnik und zur Bedeutung erneuerbarer Energien. Beliefert wird die Anlage von lokalen Akteuren.
Die Sitzung zeigte deutlich, dass der Markt Pressig sowohl strategische Zukunftsthemen als auch konkrete Anliegen aus der Bevölkerung aktiv angeht. Neben der kommunalen Wärmeplanung standen insbesondere Infrastrukturmaßnahmen und die Weiterentwicklung der Gemeinde im Mittelpunkt. Der Marktgemeinderat setzt damit klare Impulse für eine nachhaltige und bürgernahe Entwicklung.