Mit etwas Verspätung, geschuldet verschiedenen Terminverschiebungen im Herbst letzten Jahres, konnten wir als Erstklässler des Jahres 1953 (Jahrgang 46+47) unser längst geplantes 70-jähriges Einschulungsjubiläum feiern.
Ein paar Gegebenheiten zur damaligen Zeit seien hier noch angemerkt:
Am 02.09.1953 begann für uns Mädels und Buben der sogenannte "Ernst des Lebens".
Die Einschulung erfolgte noch in der „alten Schule“ neben der früheren Bäckerei Frieß.
Im Herbst 1954, nun in der 2. Klasse, durften wir den lang ersehnten Umzug in die „neue Schule“ erleben.
Aus welchem Ortsteil man auch kam, der Schulweg musste, egal bei welchem Wetter und Jahreszeit, generell zu Fuß bewältigt werden. "Mama-Taxis" kannte man da bekanntlich noch nicht.
Zur großen Freude aller, die sich verständlicherweise für manchen dennoch in Grenzen hielt, durften (mussten?) wir dazu fast täglich vor der Schule auch noch die hl. Messe besuchen.
Doch nun zu unserem Jubiläums-Treff.
Wir trafen uns zu einer ungezwungenen und freudigen Begrüßung bei Kaffee und Kuchen im Cafe Mocca im Edeka, um uns danach gemeinsam auf den Weg zu machen zu unserer eingeplanten Schulführung in der Grund- und Mittelschule Markt Rettenbach.
Hier wurden wir von Frau Rektorin Christine Räth bereits erwartet und sehr freundlich begrüßt. Sie führte uns mit sehr informativen und ausführlichen Erklärungen zum heutigen Lehrwesen und Schulsystem durch das ganze Schulgebäude im Alt- und Neubau.
Dabei durften wir erfahren, dass die Schüler von heute mit modernster Kommunikationstechnik vertraut gemacht werden und sich damit die Schulausstattung und auch die Unterrichtsmethoden doch deutlich von denen aus unserer Zeit unterschied.
Hierbei kamen zwischendurch so manch alte Anekdoten aus unserer Schulzeit in Erinnerung, was auch von Frau Räth mit einem dezenten Schmunzeln quittiert wurde.
Etwas betreten durften wir zur Kenntnis nehmen, dass sich das Verhalten der Schüler, aber auch der Eltern, sowie das ganze Gesellschaftssystem in der Schule total gewandelt hat. Regeln, die früher für uns alle selbstverständlich waren, weil sie zum anerzogenen "guten Ton" gehörten, müssen wohl heute mit Plakaten und Lettern an die Wände geheftet werden, um nicht ganz aus dem Anstands- und Sprachjargon zu verschwinden.
Am Schluss der Führung hatten wir alle das Gefühl, dass es sowohl uns alten Schülern, wie auch Frau Räth sehr viel Spaß machte, diese 1 1/2 Stunden Schulführung miteinander zu verbringen und zu genießen.
Als kleinen Dank für die wundervoll und erlebnisreich geleitete Führung luden wir Frau Räth anschließend ins Gasthaus Adler zum gemeinsamen Essen ein, wo wir in gemütlicher Runde bei herrlichem Frühlingswetter, zuerst im Biergarten und später in der Wirtsstube mit vorzüglichem Speisen und Getränken und vor allem vielen alten Geschichten aus der guten alten Schulzeit die Zeit bis in den späten Abend zu genießen wussten.
Zum Abschluss des Klassentreffens sei auch noch an die Verstorbenen gedacht, die bereits und leider viel zu früh unseren Kreis verlassen mussten.
Unser Dank gilt auch all denen, die zu der Organisation und dem guten Gelingen des Klassentreffens beigetragen haben. Und so freuen wir uns auf einen neuen Treff in ein paar Jahren.
Servus und Pfiads eich Gott, die 1953...er Erstklässler.