Ganz im Zeichen der Übergabe der Wehrführung und dem Ausscheiden langjähriger Führungskräfte aus ihren Positionen stand die diesjährige Jahreshauptversammlung der Dinkelscherber Feuerwehr.
Zunächst wusste 1. Vorsitzender Dominik Höck von den vielfältigen Aktivitäten des 291 Mitglieder starken Vereins zu berichten wie Frühjahrswanderung, Sommerfest oder Weihnachtsmarkt.
Durch zahlreiche Spenden wurden die Leistungen der Wehr im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe honoriert, so dass sich die Vorstandschaft entschloß, aus diesen Mitteln einen Rollwagen für Hochwassereinsätze mit 5100 Euro zu finanzieren. Einen Dank sprach Höck auch dem örtlichen EDEKA-Markt Klein aus, der durch Leergutpfandspenden und eine spezielle Bonusaktion die Feuerwehr unterstützt.
84 Aktive, davon 34 Atemschutzgeräteträger leisten nach dem Bericht des Kommandanten Josef Wenisch Feuerwehrdienst und wurden 2025 zu insgesamt 79 Einsätzen gerufen. Spektakulärster Einsatz war hierbei der Brand einer örtlichen Zimmerei im März, besonders erwähnenswert auch ein Gefahrguteinsatz in Gessertshausen, bei dem die Wehr ihre Spezialausbildung unter Beweis stellte.
Nachdem bereits im November in der Aktivenversammlung eine neue Wehrführung mit dem bisherigen stellvertretenden Kommandanten Andreas Hafner und Jürgen Jungnickel sowie Markus Unverdorben als neuen Stellvertretern gewählt worden waren, galt es nun, die Führung der Wehr in die neuen Hände zu übergeben.
In bewegenden Worten bot dabei Josef Wenisch einen Rückblick auf seine 12-jährige Amtszeit und stellte seine Motivation und die Philosophie dar, die sein Amt geprägt hatte. Ganz wichtig sei für ihn immer der Rückhalt in seiner Familie gewesen, wie er treffend beschrieb: „Eine Ehefrau ist immer auch ein Stück Kommandantin.“
Das Amt hätte ihn mit seiner gesamten Persönlichkeit gefordert, was er mit den Worten unterstrich: „ Man ist 24 Stunden Kommandant.“
Prägende Ereignisse in seiner Dienstzeit seien neben zahlreichen Einsätzen die Corona-Pandemie, die Hochwasserkatastrophe und das stete Bemühen gewesen, die Wehr in Ausbildung und Technik auf einem hohen Stand zu halten.
Am Ende seiner Ausführungen überreichte er seinem Nachfolger mit den besten Wünschen für Glück und Gottes Segen eine Signaltrompete als Symbol der Amtsübergabe.
Dieser hatte dann auch sogleich als eine seiner ersten neuen Aufgaben die Ehre, die langjährigen Gruppen- und Zugführer Josef Wolitz, Jürgen Hafner und Erwin Gumpinger aus der Führungsriege zu verabschieden.
Zu jedem einzelnen fand Andreas Hafner passende Charakterisierungen und betonte, dass für alle die Feuerwehr nicht nur eine ehrenamtliche Tätigkeit, sondern eine Lebenseinstellung war.
In sehr persönlichen Worten bedankte er sich bei seinem Vater Jürgen, der ihn selbst bereits in jungen Jahren mit dem „Feuerwehr-Virus“ infiziert habe.
Der Höhepunkt des Abends war dann die Verabschiedung von Josef Wenisch als Kommandant, für die Andreas Hafner in souveräner Manier die passenden Worte fand.
Während bei seiner Amtsübernahme 2014 die Wehr über rückläufige Aktivenzahlen klagte, sei sie heute hervorragend aufgestellt und verfüge über eine beachtliche Tagesalarmstärke. Außergewöhnliche Einsatzlagen seien von Wenisch erfolgreich gemeistert worden, wobei ihm auch seine Tätigkeit bei der Berufsfeuerwehr zu Gute gekommen sei. Wichtige Beschaffungen seien unter seiner Ägide gemeistert worden unter anderem ein Mehrzweckfahrzeug und neue Atemschutzgeräte. Überhaupt sei Atemschutz ein Herzensanliegen von Josef Wenisch gewesen.
Mit den Worten: „Du hinterläßt mir ein bestelltes Haus, dafür danke ich dir“ beendete Andreas Hafner unter dem lang anhaltenden Applaus der Anwesenden seine Laudatio.
Zum Abschluß der Versammlung ergriff Josef Wenisch nochmals das Wort und verabschiedete Joachim Aumann, langjähriger Gruppen- und Zugführer, nach 42 Jahren aus dem aktiven Dienst. Dieser erhielt wie alle zuvor Geehrten eine Urkunde und als Erinnerung an die Dienstzeit seinen Feuerwehrhelm.
Die Grußworte von 3. Bürgermeister Peter Kraus und Kreisbrandinspektor Thomas Seitz, die sich bei der scheidenden und der neuen Wehrführung für deren Engagement bedankten, beendeten eine ereignisreiche Jahreshauptversammlung.