Auszug aus dem „Fränkischen Herd“ Unterhaltungs- und Literatur-Beilage der Kitzinger Zeitung vom
Und heimlich leis, mit zagem Schritt sie eilte
Zum Liebsten, an des dunklen Ortes Näh
Nur kurze Zeit in sel´gem Glück sie weilte,
die Nachtigall sang süß ihr Lied dazu.
Schon wollte sich das Paar zur Trennung wenden,
da teilte sich das dichte Laub mit Hast,
und zitternd fühlt sie sich von starken Händen,
beim Abschiedskusse, plötzlich rauh gefasst.
Verflucht, du Schelm, der wagte zu betören
Die Schwester mein, mit frevelhaftem Sinn!
Es klang des Bruders Stimme weit zu hören,
zum tieferschrocknen, bleichen Jüngling hin.
Als Sühne wirst dein Amt du nun verlassen,
das ränkevoll und schnöde du mißbraucht,
noch eh die Sterne und der Mond erblassen,
und fern im Osten auf die Sonne taucht!
Die Hand des Freundes hast du abgewiesen,
des Erben aus berühmter Grafen Blut,
zur Maid gewendet, wild die Worte fließen,
die Schmach wird nie und nimmer werden gut!
Sobald der König zornerfüllt vernommen.
Der Vorgang, den ihm kundgetan der Sohn,
der Günstling hat den Wanderstab genommen,
entlassen, als des Übergriffes Lohn!