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Gemeinde Roggenburg - Mitteilungsblatt
Ausgabe 6/2026
Fairtrade
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Fairtrade

Wie Fairtrade Kinderrechte stärkt

Kinderarbeit ist ein weltweites Problem: Millionen von Kindern arbeiten unter Bedingungen, die ihre Gesundheit gefährden und ihnen den Schulbesuch erschweren oder sogar unmöglich machen. Oft steckt Kinderarbeit in alltäglichen Produkten wie Schokolade, Kaffee oder Kleidung. Doch es gibt Alternativen. Fairtrade setzt sich gezielt dafür ein, Kinderrechte zu schützen und die Ursachen von Kinderarbeit zu bekämpfen. Auch wir in Deutschland können durch bewussten Konsum einen wichtigen Beitrag leisten.

Fairtrade ist ein Handelssystem, das auf klare und verbindliche Regeln setzt, um Kinder zu schützen. Die Fairtrade-Standards verbieten Kinderarbeit gemäß der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Kinder unter 15 Jahren dürfen nicht beschäftigt werden, und unter 18-Jährige dürfen keine Arbeiten verrichten, die ihre Gesundheit, Entwicklung oder Schulbildung gefährden. Eine Mitarbeit im Familienbetrieb ist nur unter strengen Bedingungen erlaubt, etwa außerhalb der Schulzeit oder in den Ferien.

Darüber hinaus bekämpft Fairtrade gezielt die Ursachen von Kinderarbeit, insbesondere Armut und fehlenden Zugang zu Bildung. Durch faire Preise und stabilere Einkommen können Familien ihren Lebensunterhalt sichern, ohne auf die Mitarbeit ihrer Kinder angewiesen zu sein.

Ein wichtiger Bestandteil sind zudem gezielte Projekte und Programme. So unterstützt ein spezielles Fairtrade-Programm Kakao-Kooperativen in Westafrika dabei, zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. Mit einem Budget von 450.000 Euro werden unter anderem Bildungsmaßnahmen für Kinder sowie Gemeinschaftsprojekte finanziert, die Armut nachhaltig reduzieren sollen.

Zur wirksamen Kontrolle setzt Fairtrade auf ein gemeindebasiertes Überwachungssystem: das sogenannte „Youth-Inclusive Community-Based Monitoring and Remediation“-System (YICBMR). Dieses wird seit 2016 in Produzentenorganisationen in 18 Ländern angewendet und gilt als besonders effektiv bei Prävention, Aufklärung, Überwachung und der Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen.

Wenn Verstöße gegen Kinderschutzbestimmungen festgestellt werden, reagiert Fairtrade umgehend. Dabei arbeitet die Organisation eng mit lokalen Behörden, Kinderschutzorganisationen und weiteren Partnern zusammen, um betroffene Kinder zu schützen und ihre sichere Wiedereingliederung zu gewährleisten. Gleichzeitig werden Unternehmen und Produzentenorganisationen eingebunden, um gemeinsam langfristige Lösungen gegen ausbeuterische Kinderarbeit zu entwickeln.

Auch wir als Verbraucherinnen und Verbraucher haben Einfluss. Viele Produkte des täglichen Lebens sind in fair gehandelter Variante erhältlich – darunter Kaffee, Tee, Schokolade und Bananen, aber auch Baumwollkleidung, Blumen, Gewürze oder Säfte.

Beim Einkauf helfen Siegel wie das Fairtrade-Siegel, faire Produkte zu erkennen. Darüber hinaus ist es wichtig, bewusst einzukaufen, die Herkunft von Produkten zu hinterfragen und gezielt zu fair gehandelten Alternativen zu greifen – sei es im Supermarkt oder im Weltladen. Qualität sollte dabei vor Quantität stehen.

Roggenburg ist eine Fairtrade-Gemeinde und geht mit ihrem Engagement als gutes Beispiel voran. Die Gemeinde setzt sich aktiv für den fairen Handel ein, etwa durch das Angebot von Fairtrade-Produkten in lokalen Geschäften wie zum Beispiel beim örtlichen Bäcker, im Klosterladen oder bei Veranstaltungen sowie durch Bildungsarbeit, die das Bewusstsein für gerechte Handelsbedingungen stärkt.

Jeder Kauf ist eine Entscheidung und kann dazu beitragen, weltweit gerechtere Bedingungen zu fördern. Fairtrade zeigt, dass Handel auch gerecht sein kann. Besonders für Kinder bedeutet dies Schutz, Zugang zu Bildung und bessere Zukunftsperspektiven. Auch wenn wir weit entfernt leben, sind wir Teil globaler Zusammenhänge und können durch bewussten Konsum einen Beitrag zur Verringerung von Kinderarbeit leisten.

Quelle: Fairtrade Deutschland, „Fairtrade stärkt Kinderrechte“, Kinderrechte & Schutz vor Kinderarbeit | Fairtrade Deutschland, zuletzt aufgerufen am 14.04.2026