Samuels erster offizieller Auftritt im Jahr 2012 mit zwei Jahren beim „Rottauer Brauch“ am Kirchplatz. Samuel ging allein heim und holte seine Ziach, kam wieder zum Kirchplatz und setzte sich in die erste Reihe. Die Musikanten fragten ihn, ob er mitspielen wolle.
Grassau. Im festlichen Stefanikonzert der Marktkapelle Grassau verlieh die Marktgemeinde am zweiten Weihnachtsfeiertag zum zweiten Mal den Hans-Josef-Crump-Förderpreis. Bürgermeister Stefan Kattari und Musikschulleiter Wolfgang Diem ehrten die 13-jährige Violinistin Alicia Pfaffinger für ihr außergewöhnliches Talent und ihre Hingabe. Die Jury, bestehend aus Bürgermeister Stefan Kattari, Tobias Gastzeiger, Vorsitzender des Gesang- und Musikvereins, und den Leitern der Musikschule Wolfgang Diem und Otto Dufter wählten sie einstimmig.
Der mit je 1000 Euro von der Sawallisch Stiftung und der Marktgemeinde dotierte Preis erinnert an Hans-Josef Crump, der als Leiter der Musikschule Grassau Generationen von Musikern förderte und die musikalische Landschaft der Region prägte. „Dieser Preis soll junge Talente ermutigen, ihre musikalischen Träume zu verfolgen – ganz im Sinne von Hans-Josef Crump“, erklärte Wolfgang Diem, Musikschulleiter und Nachfolger Crumps.
Alicia Pfaffinger, die seit Jahren mit höchsten Auszeichnungen bei Wettbewerben glänzt und Mitglied renommierter Orchester ist, zeigte nach der Preisverleihung eindrucksvoll, warum sie diese Ehre verdient. Im Violin-Solo zu Schindlers Liste von John Williams verzauberte sie das Publikum mit emotionaler Tiefe und technischer Perfektion. Ohne Noten, aber mit ununterbrochenem Blick auf Dirigent Stefan Fußeder, meisterte sie die anspruchsvolle Melodie mit einer Klarheit und Intimität, die den Saal bewegte.
Das Preisgeld plant die junge Musikerin gezielt einzusetzen. „Ich möchte an einer Masterclass in der Sawallisch Villa teilnehmen und die Kosten für Proben und Auftritte mit dem Attacca Jugendorchester decken“, erklärte sie nach dem Konzert.
Grassau/Rottau. Samuel Polleichtner, 15 Jahre alt und leidenschaftlicher Musiker, lebt seinen Traum: Mit seiner diatonischen Ziach steht er in der Operette Im Weißen Rössl auf der Bühne des renommierten Gärtnerplatztheaters in München. Für den jungen Rottauer war es der erste Schritt ins Rampenlicht – und ein prägendes Erlebnis.
Die aktuelle Inszenierung von Regisseur Josef E. Köpplinger setzt auf eine aufwändig rekonstruierte Originalfassung, die Walzer, Foxtrott und jazzige Elemente verbindet. Genau für diese Produktion suchte das Theater einen jungen Harmonikaspieler. Samuels Musiklehrer Otto Dufter erkannte die Chance und empfahl seinen Schüler.
„Ich wollte immer auf einer großen Bühne spielen, wie Herbert Pixner“, erzählt Samuel begeistert. Während der Probenzeit musste er nicht nur den „Kathrin-Boarischen“ einstudieren, sondern auch gehend musizieren und sogar einen Satz sprechen – vor 800 Zuschauern. „Das war neu für mich, aber der Applaus hat mich motiviert.“
Die Zusammenarbeit mit dem Ballett, das humorvolle Inszenierungen wie einen tanzenden Bandltanz zeigte, beeindruckte ihn tief. „Die Professionalität am Theater hat mich fasziniert,“ berichtet er. Trotz langer Fahrten nach München, unterstützt von seinen Eltern, fand Samuel die Erfahrung „spannend und motivierend.“
Obwohl Samuel vorerst keine Musikerkarriere plant, bleibt die Ziach seine große Leidenschaft. „Vielleicht werde ich später Musiklehrer,“ sagt er. Der Intendant des Gärtnerplatztheaters jedenfalls möchte ihn wieder dabeihaben – ein vielversprechender Weg für einen talentierten Botschafter der Musikschule Grassau.