Schleching – Zur letzten Gemeinderatssitzung war Kai Wagner, Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands Traunstein, eingeladen. Er informierte über die verschiedenen Ganztagsbetreuungsmöglichkeiten, insbesondere der Vergleich Hort- und Mittagsbetreuung wurden erläutert. Bedingt durch den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder in der Grundschule.
In Schleching wird zurzeit die Mittagsbetreuung praktiziert für 16 Kinder. Das klappt laut Aussagen von Kai Wagner sehr gut, die Betreuung findet in den schönen neuen Räumen in der Schule statt. Die Kinder bekommen ein Mittagessen, dürfen danach freispielen und es wird ihnen bei den Hausaufgaben geholfen.
Im Unterschied zur derzeitigen Mittagsbetreuung gibt es bei der Hortbetreuung ein Fachkräftegebot. Hier sind zwingend ein(e) Erzieher(in) und ein(e) Kinderpfleger(in) verpflichtend. Außerdem müssen festgelegte Betreuungszeiten eingehalten werden, da die Betreuung sonst nicht förderfähig ist.
Bei der Mittagsbetreuung werden die unterschiedlichen Bedürfnisse der Eltern berücksichtigt. Die Anforderung an das Personal wird Rechnung getragen, so konnte in dieser Betreuungsform die höchste Flexibilität für Gemeinde und Eltern bei der Ganztagesbetreuung geschaffen werden.
Kai Wagner wies darauf hin, dass es durch die Tallage schwierig sein könnte, diese zwei Fachkräfte zu rekrutieren, was mittelfristig eindeutig die derzeitig gewählte Betreuungsform der Mittagsbetreuung favorisiert.
Bürgermeister Josef Loferer (CSU) bestätigte das Personalproblem und bescheinigte ebenfalls, dass die Kräfte der Mittagsbetreuung hervorragende Arbeit leisten und sprach seinen Dank dafür aus.
Wie sich die Zukunft entwickelt, konnte keiner sagen. Es hängt vom Elternverhalten ab, wobei die Hortbetreuung eine höhere Kostenseite hat und eventuell ein Fachkräfteproblem, war das Fazit nach einer Diskussion.
Haushaltspläne der Kindergärten und der Mittagsbetreuung
Kämmerin Stephanie Oberressl legte die Haushaltspläne für den Kindergarten und Waldkindergarten sowie Mittagsbetreuung 2025/2026 vor.
Beim Kindergarten verringern sich um wahrscheinlich 46.000 € die Aufwendungen und Erlöse von 515.284,20 € in 2025 auf 469.308,60 € in 2026.
Im Waldkindergarten erhöhen sich Aufwendungen und Erlöse um wahrscheinlich 3.000 € von 210.893,76 € auf 213.539,36 €. Das Gesamtdefizit im Kindergarten wird sich im nächsten Jahr von rund 59 000 Euro auf rund 129 000 Euro steigern, davon wird die Gemeinde mit rund 101 000 Euro belastet, der AWO-Anteil beträgt rund 25 000 Euro. Die Ursache liegt in der geringeren Zahl der Kinder und damit weniger Elternbeiträge von jetzt rund 68 000 auf rund 45 000 Euro und somit sinken auch die Zuschüsse von jetzt 388 000 auf 299 000 Euro im nächsten Jahr.
Im Waldkindergarten betrug das geplante Defizit rund 33 000 € (2025). In 2026 wird ein Defizit von 43 000 Euro erwartet. Der Anteil der Gemeinde in diesem Jahr beträgt rund 27 000 €. Für 2026 wird mit einem Defizit von 35 000 € geplant. Der Anteil der AWO beträgt jetzt rund 7 000 € und im 2026 rund 9 000 €.
Der Haushaltsplan der Mittagsbetreuung hat in diesem Jahr ein Defizit von rund 71 000 Euro, die staatliche Förderung beträgt rund 4 000 und die Elternbeiträge rund 15 000 Euro. Der Gemeinderat genehmigte einstimmig die Haushaltspläne 2026 der Kindergärten sowie den Haushaltsplan 2025/26 für die Mittagsbetreuung.
Aus den nichtöffentlichen Sitzungen
Johanna Detsch von der Verwaltung berichtete über nichtöffentliche Beschlüsse, für die die Geheimhaltung weggefallen ist. Für die Wartung der Sicherheitsbeleuchtung und Rauchwarnmelder in der Grundschule wurde ein Vertrag mit der Firma Elektrotechnik Alexander Haslreiter aus Unterwössen über rund 647 Euro jährlich abgeschlossen. Die Firma Swietelsky-Faber wird mit den Kanalsanierungsarbeiten in den Ortsteilen Schleching, Mühlau und Ettenhausen für rund 264 000 Euro beauftragt, Beginn ist im ersten Quartal 2026.
Die Flutlichtmasten für die Langlaufloipe in Ettenhausen werden erneuert, der Auftrag ging an die Firma BBT Freimoser aus Ruhpolding.
Der Gemeinderat hatte beschlossen die Überprüfung für die Anerkennungsvoraussetzungen durchführen zu lassen, um den Fortbestand des Prädikats Luftkurort zu bestätigen. Beauftragt wurde hierfür Professor Dr. Dr. Angela Schuh für rund 5 700 Euro.
Es wurden noch verschiedene Spendeneingänge vorgetragen, die geprüft und genehmigt wurden.
Die Hundesteuer für den zweiten, jeden weiteren Hund, sowie Kampfhunde wird teurer
Die Kämmerin Stephanie Oberressl trug die Daten der Hundesteuersatzung vor. Die letzte Anpassung war im Jahr 2024, es wurde der Einzelpreis für den ersten Hund auf 110 Euro (vorher 70 Euro) angehoben. Auf dieser Sitzung sollte auf Wunsch des Gemeinderates die derzeitige Satzung einer erneuten Überprüfung unterzogen werden. Es sollten höhere Sätze für den zweiten Hund, jeden weiteren Hund, sowie jeden Kampfhund beschlossen werden. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen die Hundesteuer ab dem zweiten Hund auf 150 Euro und für jeden Kampfhund auf 950 Euro festzusetzen. (Die erlaubten Ausnahmen werden berücksichtigt).
Aus der Mitte des Gemeinderates wurde ein Antrag zur Geschäftsordnung gestellt, dass für den zweiten und jeden weiteren Hund die Hundesteuer auf 250 € festgesetzt werden soll.
Beschlossen wurde, dass die Steuer für den ersten Hund bei 110 Euro bleibt, aber für den zweiten und für jeden weiteren Hund 250 Euro erhoben werden. Der Kampfhund kostet zukünftig 950 Euro im Jahr. Der Beschluss erging mit fünf Gegenstimmen. Die Änderung der Satzung tritt zum 01.01.2026 in Kraft. wun