Chiemgau – Die Bühne steht heuer wieder dort, wo sonst Wanderer rasten, Senner arbeiten, Kirchgänger beten oder Ausflügler einkehren. Von Samstag, 27. Juni, bis Sonntag, 12. Juli, führt das Chiemgau Alm Festival zu besonderen Orten zwischen Grassau, Reit im Winkl, Ruhpolding, Siegsdorf, Unterwössen, Aschau, Bergen, Inzell, Schleching und Rottau.
Der Auftakt gehört am Samstag, 27. Juni, um 11 Uhr der „Klingenden Hochplatte“ auf der Naturbühne am Rachlhang bei Grassau. Das Grassauer Blechbläser Ensemble, die Jugend musiziert Preisträger Easy Brass (2. Preis im Bundeswettbewerb), die Blechdachse (1. Preis im Bundeswettbewerb) sowie das 10er Brass Ensemble eröffnen das Festival. Anschließend geht es auf der Rachlalm musikalisch weiter. Bei schlechtem Wetter weichen die Musiker in den Grassauer Hefterstadl im Tal aus.
Einen anderen Ton setzt am Sonntag, 28. Juni, 11 Uhr, der musikalisch-ökumenische Berggottesdienst bei St. Johann im Gebirg auf der Winklmoos-Alm. Das Duo harfe.horn gestaltet ihn gemeinsam mit Pfarrer Andreas Buchner und Pastoralreferent Georg Gruber. Alphornklänge klingen in der Höhe.
In der ersten Festivalwoche folgt am Donnerstag, 2. Juli, 18.30 Uhr, der Feieromd-Hoagart auf der Hocherbalm am Hochfelln. Mit dabei sind der Rauschberg 4 Klang, die Eckart Musi und Schüler der Musikschule Inzell. Am Freitag, 3. Juli, beginnt „Fürs Gmiat“ in Maria Eck bei Siegsdorf mit einem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche. Danach führt der Weg zum Hoagart beim Mitteregger Stadl.
Jazz kommt am Samstag, 4. Juli, 14 Uhr, auf die Hindenburghütte bei Reit im Winkl. Trompeter Heinz Dauhrer widmet sich dort mit seiner Band Louis Armstrong. „What a Wonderful World“ passt in die Bergwelt, aber auch die anderen bekannten Titel des amerikanischen Jazztrompeters.
Für die heimische Region rückt besonders Sonntag, 5. Juli, in den Blick. Um 11 Uhr treffen auf der Rechenbergalm bei Unterwössen die Knedlbrot-Buam, die Hausbank Musi und Aktive des Trachtenvereins Unterwössen zusammen.
Am selben Tag geht das Festival gleich an zwei weiteren Orten weiter. Um 14 Uhr spielt Weiberdatschi auf der Priener Hütte bei Sachrang. Das Ensemble verbindet Barockmusik und alpenländische Volksmusik mit Flöte, Gambe, Hackbrett und Harfe. Um 17 Uhr folgt auf der Winklmoos-Sonnen-Alm die „Oim Gaudi“ mit der Sperrstund Musi um Lothar Beyschlag, Trompeter der Band dicht & ergreifend.
Das zweite Festivalwochenende beginnt am Samstag, 11. Juli, 11 Uhr, an der Mittelstation der Hochfellnseilbahn in Bergen. Unter dem Titel „Wie schallt’s von der Höh?“ bringt die Blassticks Brass Band alpine Wurzeln, eigene Texte und Bläserenergie zusammen. Am Abend wird im Forsthaus Adlgaß bei Inzell „oimerisch aufgspuit“: Bergwasserl Musi, Birkei Blosn und Schüler der Sing- und Musikschule Inzell gestalten dort ab 18 Uhr das Programm.
Einen besonderen Rahmen bietet am selben Samstagabend um 19 Uhr die Streichenkirche St. Servatius bei Schleching. Unter dem Titel „Gefiederte Freunde“ widmen sich fünf Klarinettistinnen der Welt der Vögel. Elisabeth Baur, Sabrina Jaimes, Stefanie Menter, Marlene Noichl und Stefanie Staroveski spielen Werke und Klangbilder, in denen Vogelrufe, Bewegung und Weite hörbar werden sollen.
Den Abschluss macht am Sonntag, 12. Juli, um 16 Uhr der „Oim Swing“ am Adersberg bei Rottau. Die Teachers Groove Big Band tritt dort mit Sänger Tobias Heinz auf. Bei schlechtem Wetter wird das Konzert in den Hefterstadl in Grassau verlegt.
So bleibt das Festival seinem Grundgedanken treu: Die Musik wartet nicht, bis das Publikum in den Saal kommt. Sie geht hinaus auf die Berge. Die Wege hinauf machen den Kopf frei, und wenn dann auf einer Alm, an einer Hütte oder in einer Bergkirche Musik erklingt, entsteht eine eigene Stimmung. Gerade diese Verbindung von Bergwelt und Musik macht den Reiz des Chiemgau Alm Festivals aus.