Das Grassauer Blechbläser Ensemble
Grassau - Nur Tage nach ihrem Erfolg beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ standen die Blechdachse und Easy Brass auf ganz anderer Bühne, auf der Naturbühne am Rachlhang. Die Blechdachse hatten in München den ersten Preis geholt, Easy Brass den zweiten. Am Samstag teilten sie sich die Naturbühne mit dem etablierten Grassauer Blechbläser Ensemble erfahrener Berufsmusiker im Auftakt des Chiemgau Alm Festivals. Eine großartige Kombination wie vor allem die gemeinsame Schussnummer aufzeigte.
Den Auftakt spielte das Grassauer Blechbläser Ensembles auf erwartetem hohem Niveau. 1980 gegründet konzertiert das weit bekannte Ensemble auf großen Bühnen – auch international. Was dann die folgenden Nachwuchsensembles boten, schloss da wunderbar an, selbstbewusst, sicher und mit großer Spielfreude waren sie eine große Überraschung für die Zuhörer.
Das Programm auf der Naturbühne spannte einen weiten musikalischen Bogen. Den Auftakt machte das Grassauer Blechbläser Ensemble selbst: mit dem Königsmarsch von Richard Strauß – einem Werk, das der Komponist der Ansage zufolge in Sichtweite der Bühne komponiert hat –, mit „Aus Eigensinn und Toleranz" von Hans Kröll und mit dem Jägerchor aus Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz", angekündigt mit einem Witz über einen bayerischen und einen österreichischen Fuchs in der Falle. Dann übernahmen die Blechdachse mit Almlied, Polka und einem Barockstück. Es folgte Easy Brass, zunächst mit „Auffe und Obe" von Hans Kröll und einem Marsch sowie dem Grassauer Zwiefachen von Jan Koetsier, ehe die jungen Musiker im 10er Brass aufgingen. So jung und dann in „Mr. Jumps“ von Chris Hazel so gut, das war ein Gänsehautmoment für die Zuhörer. Zum Abschluss des ersten Programmteils spielten schließlich alle Musiker – Jung und Alt - gemeinsam den Florentiner Marsch.
Das Ganze gab es unter erschwerten Bedingungen. Wer früh genug unterwegs war, erwischte noch erträgliche Temperaturen. Zu Konzertbeginn, kurz vor Mittag zeigte das Thermometer dort auf 940 Metern um 35 Grad im Schatten. Schatten war auf der Naturbühne Mangelware. Die alten Bäume am Rand des Rachlhanges boten nur wenige Schattenplätze. Die Musiker selbst spielten unter aufgespannten Sonnenschirmen. Unter diesen Bedingungen blieb die Besucherzahl hinter der früherer Eröffnungstage des Festivals. Die Musiker reagierten und kürzten ihr Programm auf dem Rachlhang, holten die Stücke aber später auf der Rachlalm nach.
Nach kurzer Umbauphase trafen sich alle dann wenige hundert Meter tiefer am Kaser der Rachlalm wieder. Dort warteten Brotzeit, Grillfleisch, Kaffee und Kuchen sowie kühle Getränke auf die Gäste. Rund eine Stunde dauerte der zweite Programmteil. Auch hier blieb die Begeisterung groß. Zu den Musikern gesellten sich dort die Quartinis. Das jüngste Ensemble des Tages ist ebenfalls bei Jugend musiziert ausgezeichnet, aufgrund des jungen Alters aber ohne Weiterleitung zu den nächsten Wettbewerbsstufen geblieben.
Der Grassauer Bürgermeister Stefan Kattari hatte das Festival eröffnet und dabei die kommenden zwei Wochen mit Konzerten an verschiedenen Stellen in den Bergen aufgezeigt, die das musikalische Potenzial des Chiemgau zeigen sollen. Die klingende Hochplatte sah er als wunderbare Bühne für den musikalischen nachwuchs sich auf größerer Bühne zu präsentieren. Er zeigte deren Werdegang auf und stellte die Bedeutung der Unterstützung durch die Wolfgang Sawallisch Stiftung heraus. Die Naturbühne selbst hob er als „natürliches Amphitheater“ hervor: an der Rückseite der Naturbühne wirke der Wald als Akustikwand, davor der aufsteigende Hang als natürliche Tribüne, dazu eine Akustik an jedem Ort des Hanges, die ihresgleichen sucht.
Noch über zwei Wochenenden reicht das Chiemgau Almfestival mit seinen Konzerten in den Bergen.
Informationen gibt es unter www.chiemsee-chiemgau.info/alm-festival.