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Gemeindenachrichten Schleching
Ausgabe 16/2019
Aus dem Rathaus
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Lotte Dötsch feiert 100. Geburtstag

Lotte Dötsch

Ein großes Herz für Hunde

Schleching – Vor Einhundert Jahren wurde Lotte Dötsch in München Westend geboren. Sie erzählt von einer schweren Kindheit, schon früh musste sie in der Wirtschaft der Oma in der Küche helfen, Kartoffeln schälen, Zwiebeln pellen, Gemüse putzen, das alles ist ihr in Erinnerung geblieben. Aber in der Wirtschaft verkehrte auch der Freiherr Theodor von Cramer-Klett, der wohl Mitleid mit dem Mädchen hatte und für sie eine Stelle im Kinderheim in Sachrang bei den Franziskanerinnen besorgte. Lotte fürchtete sich sehr davor, weil man ihr erzählt hatte, dass die Nonnen sehr streng sein sollen, wie sie sich erinnert war das ganz unbegründet; denn sie kam zur Schwester Maria Antonia, wo sie sich sehr geborgen fühlte. Als sie elf Jahre alt wurde, musste sie von dort weg, hat aber ihre Maria Antonia nie vergessen und war sehr glücklich, als sie sie 24 Jahre später als Mutter Oberin im Kloster in Kempten wiederfand. Genau kann sie sich erinnern, wie Maria Antonia beim Wiedersehen ausrief „da ist ja mein Lotterl“, bis zu ihrem Tod sind sie in Verbindung geblieben und Lotte Dötsch zeigte ein Foto von der Mutter Oberin, das auf dem Schrank vor ihr steht.

Über einen Arbeitskollegen ihres Onkels in München lernte Lotte ihren Mann Georg kennen, erst wollte sie gar nicht heiraten, aber heute sagte sie, dass sie so viel Glück mit ihrem Mann erlebt hat, der aber leider schon mit 66 Jahren verstarb.

1951 kam Lotte mit ihrem Mann nach Schleching und verwaltete und beaufsichtigte Häuser von einem Münchner Rechtsanwalt. Auch aus dieser Zeit erzählt sie viele Geschichten und Einzelheiten.

Eine große Liebe von Lotte Dötsch gehört auch heute noch den Tieren, ganz besonders den Hunden. Ihr Leben lang hatten sie und ihr Mann zwei Schäferhunde und waren auch im Sportclub für Schäferhunde. Mit 97 Jahren musste sie ihren letzten Hund wegen Krankheit einschläfern lassen, was sie bis heute noch sehr traurig macht. In der Küche zeigt Lotte unserer Mitarbeiterin eine ganze Foto-Galerie von ihren verstorbenen Hunden. Mit 100 Jahren engagiert sich Lotte noch für Rettungshunde. Sie meinte, dass diese Hunde viele Menschenleben retten und sie nicht verstehen kann, wie diesen Tieren Leid angetan wird, wie sie gerade in einem Artikel gelesen hat.

Jetzt lebt die Streunerkatze Mucki bei ihr, die bei dem Gespräch immer wieder vorbei schaut, Mucki wurde von Lotte aufgenommen, weil die Katze in München keiner haben wollte.

Lotte Dötsch wird vom häuslichen Dienst betreut, bekommt viel Besuch aber lebt mit ihren 100 Jahren allein, kocht noch selber und backt gern ihren bei allen beliebten Zwetschgendatschi. wun

Foto: Sybilla Wunderlich