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Gemeindenachrichten Schleching
Ausgabe 16/2026
Schulnachrichten
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Gymnasium Marquartstein

Mit der Green Cart nach Berlin

Sieg im Regionalfinale Süd-Ost des YES!-Wettbewerbs 2026

Am 8. Juli 2026 fand das Regionalfinale Süd-Ost des YES!-Wettbewerbs in München statt. Insgesamt präsentierten neun Schülerteams aus Bayern und Baden-Württemberg ihre Lösungsideen zu aktuellen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Fragestellungen.

Als Sieger gingen die Teams des Gymnasiums LSH Marquartstein und des Erzbischöflichen Edith-Stein-Gymnasiums München hervor. Beide qualifizierten sich damit für das Bundesfinale in Berlin.

Das Team des LSH Marquartstein stellte unter Leitung von Biologielehrer Benjamin Wolf die Idee „Green Cart“ vor. Ausgangspunkt war die Forschungsfrage:

„Klimaemotionen erkunden: Was können wir durch unsere Emotionen über uns selbst und den Umgang mit dem Klimawandel lernen?“

Die Fragestellung wurde von Juliane Scheering und Dr. Nadine Husenbeth von der Universität Bremen eingebracht.

Die Schülerinnen und Schüler entwickelten darauf aufbauend eine Kombination aus App und physischer Karte, die nachhaltiges Einkaufsverhalten fördern soll. Kern der Lösung ist ein Bewertungs- und Belohnungssystem:

  • Produkte, insbesondere Lebensmittel, werden nach ihrer Nachhaltigkeit bewertet.
  • Die Einstufung erfolgt in verschiedene Kategorien, um Nachhaltigkeitsaspekte verständlich darzustellen.
  • Beim Kauf nachhaltiger Produkte sammeln Nutzer Punkte.
  • Die gesammelten Punkte können anschließend gegen Prämien, Rabattcodes oder Spenden an Umweltprojekte eingelöst werden.

Ziel von „Green Cart“ ist es, nachhaltigen Konsum für Verbraucherinnen und Verbraucher einfacher, transparenter und attraktiver zu machen.

Mit dieser innovativen Idee konnte sich das Team des Gymnasiums LSH Marquartstein klar gegen die Konkurrenz durchsetzen und einen der beiden ersten Plätze im Regionalfinale erreichen. Aktuell bereiten sich die Schülerinnen und Schüler auf das Bundesfinale des YES!-Wettbewerbs in Berlin vor, wo sie sich erneut mit Fragen des Klimaschutzes und des nachhaltigen Konsums auseinandersetzen werden.

Sandra Altmann

Politik hautnah

Wenn Schülerinnen und Schüler den Landtag simulieren

„Sie haben sich ignorant wissenschaftlichen Fakten entgegengestellt, was von einem mangelnden Menschenverstand zeugt!“ - Es sind Sätze wie dieser, die im Plenum bei der Simulation des Bayerischen Landtags am Gymnasium LSH Marquartstein für ordentlich Zündstoff sorgten.

Im Rahmen der letzten Lesung zum Gesetzesentwurf zur Videoüberwachung ging es heiß her. Nach intensiven Ausschuss- und Fraktionssitzungen zeigten sich manche Fraktionen enttäuscht, da sie ihren ursprünglichen Entwurf kaum wiedererkannten. Andere hingegen jubelten, weil es ihnen durch geschicktes Taktieren gelungen war, mehr Vorschläge durchzubringen als anfangs absehbar. Die Debatte begleitete die Teilnehmenden sogar bis in die Pausen.

Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Jahrgangsstufen schlüpften in die Rolle von Abgeordneten. Dabei mussten sie Überzeugungen vertreten, die ihnen oft fremd waren - eine Aufgabe, die sie mit Bravour meisterten. „Ich habe noch nie so viel diskutiert wie heute. Normalerweise halte ich mich zurück, aber in der Ausschusssitzung musste ich einfach etwas sagen. Das hat mich so aufgeregt - und es war nicht einmal meine eigene politische Meinung“, resümiert eine Schülerin.

Es hieß: streiten, aber nach demokratischen Spielregeln, mitgestalten, etwas zu sagen haben, Kompromisse finden. All das durften unsere Jugendlichen beim Planspiel „Der Landtag sind wir“ am 21.7.2026 hautnah erleben. Das Projekt wurde vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) der LMU in Kooperation mit dem Bayerischen Landtag durchgeführt.

Vielleicht ist manch einer nun froh, dass es lediglich ein Spiel war. Sicher ist aber: Das Verständnis für die tägliche Arbeit von Politikerinnen und Politiker ist bei vielen spürbar gewachsen.

Lisa Schneider