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Gemeindenachrichten Schleching
Ausgabe 20/2019
Aus dem Rathaus
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Stellungnahme zur Lawinengefährdung

des Ortsteils Raiten, GemeindeSchleching, auf der Grundlage lawinendynamischer Berechnungen des Eidgenössischen Instituts für Schnee- Lawinenforschung (SLF), Schweiz

Bayerisches Landesamt für Umwelt

Die lawinendynamischen Berechnungen des SLF hinsichtlich extremer Fließ- und Staublawinen aus dem Anrissgebiet an der Hochplatte bestätigen eigene Untersuchungen, die anlässlich des Lawinenabgangs vom 25.02.2009 an der Hochplatte von uns durchgeführt wurden. Die Lawine, die in Richtung des Ortsteils Raiten, Gemeinde Schleching, abgegangen war, hatte damals massiven Waldschaden verursacht.

Als Fazit lässt sich festhalten: der Ortsteil Raiten, Gemeinde Schleching, ist nicht lawinengefährdet.

Im Folgenden gehen wir kurz auf die wichtigsten Schlussfolgerungen aus der Analyse des SLF hinsichtlich der Hochplatten-Lawine ein:

Extreme Lawinen, wie sie vom SLF und von uns für Beurteilung der Lawinengefährdung von Raiten herangezogen wurden, haben einen statistischen Ereignishorizont von 100 Jahren. Für die Kalkulation der Anrissmächtigkeit einer solchen Lawine wird der 3-tägige Schneehöhenzuwachs herangezogen, wie er über möglichst lange Zeitreihen in der Nachbarschaft der untersuchten Lawine gemessen wurde. Dazu sind statistische Annahmen und Berechnungen notwendig, um plausible Datengrundlagen zu erarbeiten. Bei der Bemessung dieser potentiellen Anrissmächtigkeit einer 100-jährlichen Lawine spielt also die Erfahrung der Gutachter eine große Rolle. In Abstimmung mit dem SLF wurde bei der Bestimmung dieses Wertes offensiv vorgegangen, das heißt, die Annahmen wurden so verschärft, wie es gutachterlich noch sinnvoll ist.

Auch unter diesen offensiven Annahmen für die Lawinengröße ist weder durch Fließ- noch durch Staublawinen eine Lawinengefährdung für Mensch und Infrastruktur für den Ortsteil Raiten festzustellen.

Der Bergwald als Schutzwald spielt aber dennoch für die Sicherheit des Ortsteils Raiten eine große Rolle. Das SLF weist in seiner Einschätzung ausdrücklich darauf hin, dass mit Wetteränderungen im Rahmen der ablaufenden Klimaänderungen eine Verschärfung der Lawinengefährdung einhergehen kann, wenn der Bergwald als bremsendes Element in der Lawinensturzbahn der Hochplatten-Lawine fehlt. Eine zügige Wiederbewaldung der durch die 2009er-Lawine zerstörten Waldflächen im Nahbereich der Lawinensturzbahn sollte deshalb das Ziel sein.