Schleching - Die Initiative einiger Bürger in Schleching für eine Nahwärmeversorgung in Bürgerhand zeigte auf der letzten Sitzung des Gemeinderats ein erstes Ergebnis. Die von der Gemeinde und der Bioenergie Schlechinger Tal GmbH in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie für ein Biomasseheizwerk und ein Nahwärmenetz wurde von Thomas Vittinghof von der Ing. Kess GmbH vorgestellt.
Die Studie wurde primär für den Ortsteil Ettenhausen in Auftrag gegeben, in einem weiteren Schritt jedoch auch auf Schleching selbst ausgeweitet, in der Hoffnung, dass eventuelle Synergieeffekte genutzt werden können.
Es gibt also zwei Prämissen: Der Gemeindeteil Ettenhausen (ohne Siedlung) und die Gemeindeteile Schleching und Ettenhausen.
Der Vortragende ging kurz auf die alle Bürger betreffende momentane und zukünftige Lage unserer Lebenssituation ein, wie Klimawandel und Klimaerwärmung, die Ressourcenknappheit und die große Abhängigkeit in der Energiebeschaffung durch die geopolitische Lage, Kriege und Pandemien. Einig waren sich Vortragender und Zuhörer über die Motivation, dass der Zeitpunkt etwas zu ändern JETZT ist. In der nachfolgenden Fragerunde, wurde genau dieser Punkt immer wieder betont.
Positiv in der Ausgangssituation sind die Umstände, dass ein Grundstück für die Heizzentrale vorhanden ist (Ettenhausen Nähe Großnweg), die Anlieferung von Biomasse (Holzhackgut) nachhaltig und gesichert ist, die Redundanz-Wärmeerzeuger nicht mit fossilen Brennstoffen nötig ist.
Die Studie zeigte im Ergebnis, dass jetzt nur die erste Variante „Ettenhausen“ Sinn macht, da durch die Verlängerung der Trasse des Nahwärmenetzes von rund fünf Kilometern auf rund 15 Kilometer (Variante Ettenhausen/Schleching) die Wirtschaftlichkeit im Moment nicht gegeben ist.
Thomas Vittinghof zeigte verschiedene Grafiken zur Wirtschaftlichkeitsberechnung, die im Ergebnis die Fernwärme als die günstigste Variante darstellten im Vergleich zur Ölheizung.
Im Fazit der Vor-Studie wurde klar, dass die technische Machbarkeit für die Umsetzung einer Heizzentrale und Wärmenetzes in Ettenhausen gegeben und auch aus ökologischer Sicht (CO2-Emission weit unter den Grenzwerten) sehr sinnvoll ist.
Die Kosten für diese und folgende Studien sind förderfähig.
Bürgermeister Josef Loferer, CSU bedankte sich für die detaillierte Ausarbeitung und eröffnete die Fragerunde für die Ratsmitglieder.
Diese kreisten primär um die vorgestellten Wirtschaftlichkeitsberechnungen, um die Kosten und Möglichkeiten.
Claus Rathje, UBS fragte, ob nicht auch ein anderer Standort für das Kraftwerk möglich wäre, damit die zweite Variante eventuell interessanter wird, worauf Michael Bachmann, CSU erklärte, dass im Vorfeld fünf Standorte geprüft wurden, die an verschiedenen Kriterien (baurechtlich, wasserwirtschaftlich, Verkehrstechnisch) scheiterten. Weiter fragte Claus Rathje, UBS welche Tarife für die Zukunft in der Berechnung zugrunde gelegt wurden, was seiner Meinung nach eher einer „Kaffeesatz-Berechnung“ gleich käme, worauf die Antwort von Thomas Vittinghof lautete, dass man sich an Mittelwerten orientiert hat.
Stephan Mix, CSU fragte nach den nächsten Schritten für die Bioenergie Schlechinger Tal GmbH, worauf Michael Bachmann, CSU antwortete, dass nun eine Genossenschaft gegründet werde, die das Projekt betreibt, ganz nach dem Motto „Nahwärmeversorgung in Bürgerhand“. Elfie Bachmann, UBS fragte, wer die zweite detaillierte Studie bezahle? Hier wird die Genossenschaft dann der Kostenträger sein. Andi Hell, UBS fand, dass mit der Studie ein positives Signal gesetzt wird, das bei der Umsetzung, seiner Erfahrung nach, eine Eigendynamik entwickeln wird. Bürgermeister Josef Loferer, CSU war der Meinung, dass den vier Akteuren der Bioenergie Schlechinger Tal GmbH (Christian Wimmer, Timo Kleinschroth, Michael Bachmann und Wolfgang Bachmann) zu danken ist, dass sie den Schneid haben, das Projekt auf die Beine zu stellen.
Paul Höglmüller, der frühere Leiter des Forstbetriebes Ruhpolding, hat im Auftrag und in Zusammenarbeit mit den Achentalgemeinden eine „Wolfsresolution“ verfasst. In der wird unter anderem die Situation vor Ort, die rechtlichen und administrativen Rahmenbedingungen und die Grenzen der Prävention gegen Wolfsübergriffe beschrieben.
Der Wolf unterliegt in Deutschland dem Naturschutzrecht und ist eine streng geschützte Art. Aber eine erfolgreiche Umsetzung der gängigen Präventivmaßnahmen wie wolfssichere Zäune (im Almgebiet), Einsatz von Herdenschutzhunden (Touristen) und Aufstallung in der Nacht sind hier vor Ort meist nicht praktikabel.
In der Resolution wird auf die Unsicherheit der Almbauern verwiesen, unter dem Aspekt, der eng begrenzten Möglichkeiten der präventiven Maßnahmen im Berggebiet bei der Zuwanderung von Einzelwölfen. Es wird mehr Klarheit in der Frage gefordert, ob und unter welchen Voraussetzungen einzelne Wölfe entnommen werden können. Eine weitere Forderung ist die Installation eines Beraterteams für „große Beutegreifer“ und ein Umsetzungskonzept für die eventuelle Entnahme auffälliger Wölfe. Ohne die geforderten Hilfen ist die mittelfristige Aufgabe der Almen zu befürchten und damit der Verlust der Biodiversität in den Almgebieten.
Bürgermeister Josef Loferer, CSU betonte, dass ihm die Resolution aus der Seele spreche, es stecke viel Arbeit von Ehrenamtlichen darin, die sich um das Thema Gedanken gemacht haben.
Der Gemeinderat unterstützte in der Abstimmung die Forderungen der Resolution einstimmig. wun