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Gemeindenachrichten Schleching
Ausgabe 9/2020
Ökomodell Achental
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Die Brutsaison von Flussuferläufer und Flussregenpfeifer beginnt

Oft übersehen leben an der Tiroler Achen ganz besondere Vögel: Flussregenpfeifer und Flussuferläufer kommen im April aus Ihren Wintergebieten in Afrika zurück. Hier brauchen sie die Kiesbänke der Flüsse, auf denen sie ihre Jungen großziehen. Der gefährdete Flussregenpfeifer legt seine Eier in eine Mulde direkt auf die steinige Kiesbank. Der bei uns sogar vom Aussterben bedrohte Flussuferläufer brütet in locker bewachsenen Bereichen der Kiesbänke. Leicht haben es diese Tiere jedoch nicht. Waren unsere Flüsse früher viel breiter, mit sich jährlich verändernden, ausgedehnten Kiesbänken, so sind diese im Zuge der Begradigungen Mangelware geworden. Weiter sind die Tiere immer von Hochwasser gefährdet. Deshalb fangen sie auch verhältnismäßig spät im Jahr zu brüten an und legen bei Verlusten oft ein Nachgelege. Aber auch wir Menschen spielen eine Rolle, haben die Kiesbänke für uns doch eine große Bedeutung um Natur zu erleben.

Hier setzt das grenzüberschreitende Interregprojekt „Vielfältiges Leben an unseren Gebirgsflüssen – für ein respektvolles Miteinander von Mensch und Natur“ an. Sabine Pröls, Leiterin der Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach vom Landesbund für Vogelschutz e.V. (LBV) beobachtet nun im dritten Jahr zusammen mit ehrenamtlich Engagierten diese besonderen Vogelarten. Unterstützt wird sie dabei von der Gebietsbetreuerin des Achentals Kathrin Kopschinski. Lassen sich die Vögel zur Brut auf bestimmten Kiesbänken nieder, beobachten sie, ob die Vögel menschlichen Störungen ausgesetzt sind. Dann kommen gelbe Schilder zum Einsatz, die Brutplätze für die Dauer der Brutzeit absperren. Dies ist nach Art. 31, BayNatSchG möglich. Der Vorteil ist, dass wirklich nur notwendige Stellen abgesperrt werden und der Großteil der Kiesbänke weiter betreten werden können. Aktuell werden in der Gemeinde Schleching am Buchberg eine Kiesbank gesperrt, auf welcher der seltene Flussuferläufer brütet. Je nachdem, wo sich die Flussregenpfeifer niederlassen, können noch Schilder bei Raiten und auf den Kiesbänken südlich der Brücke nach Unterwössen dazukommen oder am Ausgang der Entenlochklamm. Der Landesbund für Vogelschutz und die Gemeinde Schleching bitten die Bevölkerung diese kurzfristige und räumlich begrenzte Einschränkung zu respektieren, damit auch in Zukunft im Achental Flussregenpfeifer und Flussuferläufer leben können.