Seit Oktober 2022 bereits vier Fälle bei Hausgeflügelbeständen in Bayern amtlich bestätigt
Seit Oktober 2022 wurden in Bayern bereits in vier Hobby-Geflügelhaltungen Fälle von Geflügelpest bestätigt. Es handelt sich hierbei um die Hochpathogene Aviäre Influenza (HPAI, „Vogelgrippe“), in den meisten Fällen verursacht durch den Subtyp H5N1.
Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist für das Jahr 2022 an den deutschen Küstenregionen ein fast durchgehendes Infektionsgeschehen über die Sommermonate hinweg zu verzeichnen gewesen. Neben den Fällen bei Wildvögeln, vor allem Wildgänsen und Wildenten, Möwen und Greifvögeln, gab es deutschlandweit bereits mehrere Geflügelpestausbrüche in Geflügelbeständen.
In Bayern ist durch die Ausbrüche in den Landkreisen Miltenberg und Landshut zu befürchten, dass aktuell HPAI-Viren bei wildlebendem Wassergeflügel fast flächendeckend anzutreffen sind.
Durch die bayernweite Anordnung verstärkter Biosicherheitsmaßnahmen soll der Kontakt zwischen Wildvögeln sowie Haus- und Nutzgeflügel vermieden und so eine Einschleppung in die Geflügelhaltungen verhindert werden.
Die Übertragung von Geflügelpest-Viren erfolgt durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren oder durch Kontakt mit viruskontaminierten Materialien wie Einstreu, Gerätschaften, Schuhwerk und Kleidung sowie Fahrzeugen.
Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die aktuell nachgewiesenen Erreger-Subtypen für den Menschen ungefährlich. Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist daher unbedenklich.
Für Hausgeflügel ist der Erreger jedoch hochansteckend und stellt eine existenzgefährdende wirtschaftliche Bedrohung für landwirtschaftliche Geflügelhaltungen und nachgelagerte Lebensmittelunternehmen dar.
Gemäß einer Weisung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) an alle bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte, hat das Landratsamt Schweinfurt über eine Allgemeinverfügung vom 24. November 2022, die am Freitag, 25. November 2022, in Kraft tritt, Schutzmaßnahmen angeordnet.
Dabei handelt es sich insbesondere um erhöhte Biosicherheitsmaßnahmen, die unabhängig von der Zahl der gehaltenen Tiere auch von Klein- und Hobbyhaltungen zu beachten sind.
Biosicherheitsmaßnahmen treten am Freitag, 25. November 2022, in Kraft
Die Tierhalter haben sicherzustellen, dass
Weitere Maßnahmen wurden angeordnet
Darüber hinaus wurde ein allgemeines Fütterungsverbot für Wildvögel im Sinne der Geflügelpestverordnung (insbesondere Wildwasservögel wie Enten, Gänse, Schwäne, Reiher etc.) angeordnet. Die Fütterung von Singvögeln, wie Meisen oder Amseln, ist davon allerdings nicht betroffen.
Ausstellungen, Märkte und Schauen sowie Veranstaltungen ähnlicher Art, bei denen Geflügel oder in Gefangenschaft gehaltene Vögel, ausgenommen Tauben, verkauft, gehandelt oder zur Schau gestellt werden, sind verboten.
Im mobilen Handel darf Geflügel gewerbsmäßig nur noch abgegeben werden, wenn dieses zuvor entsprechend den Vorgaben der erlassenen Allgemeinverfügungen vom 20.10.2022 auf HPAIV untersucht wurde und ein entsprechender Nachweis mitgeführt wird.
Merkblatt für Geflügelhalter
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat ein Merkblatt mit Sicherheitsmaßnahmen speziell für Geflügelhalter sowie aktuelle Informationen zur Geflügelpest in Bayern erstellt.
Weitere wichtige Hinweise für Bürgerinnen und Bürger
Eine Ansteckung des Menschen mit dem Erreger über infizierte Vögel oder deren Ausscheidungen ist in Deutschland bislang nicht bekannt geworden. Tote oder kranke Tiere sollten von Bürgerinnen und Bürgern nicht berührt werden. Entsprechende Funde sollten dem Veterinäramt gemeldet werden.
Das Veterinäramt ist erreichbar unter der Telefonnummer: 09721/55-310, per Fax an 09721/55-372 oder E-Mail an vetamt@lrasw.de.
Unabhängig von der Seuchenlage ist stets zu beachten, dass Geflügel nur an Stellen gefüttert werden darf, die für Wildvögel nicht zugänglich sind, und die Tiere nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden dürfen, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.
Das Veterinäramt weist darauf hin, dass bislang noch kein Aufstallungsgebot für Geflügel besteht. Es ist allerdings davon auszugehen, dass sich die Seuchenlage im Laufe des Winterhalbjahres wie in den Vorjahren weiter verschärfen wird.
Alle Halterinnen und Halter von Geflügel in Freiland sind daher aufgefordert, bereits jetzt Maßnahmen zu ergreifen, um auf eine gegebenenfalls anzuordnende Stallpflicht vorbereitet zu sein.
Auf der Homepage des Landratsamtes wurde hierzu ein Merkblatt mit näheren Hinweisen eingestellt.
Nach den Vorgaben der Viehverkehrsverordnung ist jeder Halter von Hühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Perlhühnern, Rebhühnern, Tauben, Truthühnern, Wachteln oder Laufvögeln, unabhängig von der Größe des Bestandes, verpflichtet, seinen Betrieb vor Beginn der Tätigkeit dem Veterinäramt anzuzeigen. Nach Möglichkeit sollte für die Anmeldung das auf der Homepage des Landkreises Schweinfurt eingestellte Onlineverfahren verwendet werden unter www.landkreis-schweinfurt.de/tierhaltungen.