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Mitteilungsblatt Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld
Ausgabe 1/2025
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Neuer Wohnraum für Steinkäuze

Landkreis Bamberg – Nicht nur Menschen, auch Vögeln fehlt es zunehmend an geeignetem Wohnraum. Besonders betroffen ist der Steinkauz – eine kleine, koboldhafte Eule mit leuchtend gelben Augen. In vielen Bundesländern steht der Steinkauz auf der Roten Liste gefährdeter Arten und ist teilweise vom Aussterben bedroht. Sein bevorzugter Lebensraum sind offene Kultur- und Naturlandschaften wie Streuobstwiesen oder Dorfrandbereiche mit alten Bäumen und Viehweiden.

Eine Rückkehr in den Landkreis Bamberg

Obwohl der Steinkauz in Bayern lange als nahezu ausgestorben galt, gibt es inzwischen wieder stabile Bestände in Unterfranken. Nun soll auch im Landkreis Bamberg eine Population aufgebaut werden. Christine Hilker vom Landschaftspflegeverband Landkreis Bamberg erklärt: „Im Rahmen unseres vom Bayerischen Umweltministerium geförderten Streuobstprojektes Landkreis Bamberg – Streuobst hat hier Tradition setzen wir uns gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) und dem Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst e.V. für den Steinkauz ein. Durch die Bereitstellung optimaler Niströhren wollen wir dieser seltenen Art helfen.“

Der Steinkauz brütet normalerweise in Höhlen alter Bäume. Doch der Verlust von Streuobstwiesen und die Intensivierung der Landwirtschaft machen es ihm immer schwerer, geeignete Brutplätze zu finden. „Deshalb ist der Einsatz von Nisthilfen entscheidend“, so Julia Eberl, Geschäftsführerin beim Landschaftspflegeverband.

Lebensraum und Nahrung

Neben Brutplätzen braucht der Steinkauz auch geeignete Nahrungshabitate, etwa kurzrasige Weiden, artenreiche Wiesen oder locker bewachsene Grünwege. Seine Hauptnahrung umfasst Regenwürmer, Insekten, Käfer und kleine Säugetiere wie Mäuse. Nicht wenige Landwirte schätzen die nächtlichen Jäger, weil sie den Mäusebestand auf ihren landwirtschaftlichen Flächen regulieren. Die Auswahl geeigneter Standorte für die Nisthilfen erfolgte in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde sowie Thomas Stahl vom LBV und Naturparkranger Florian Essel. Stahl betont: „Ein Steinkauzpaar bleibt seinem Brutplatz oft ein Leben lang treu. Umso wichtiger ist deshalb die sorgfältige Suche nach passenden Wiesen für die Niströhren.“ Naturparkranger Essel fügt hinzu: „Wir achten zum Beispiel darauf, die Röhren nicht zu nah an Wäldern anzubringen, da dort einige natürliche Feinde des Steinkauzes leben.“

Erste Röhren in Gunzendorf angebracht

Im November wurden die ersten Steinkauzröhren auf einer Streuobstwiese bei Gunzendorf in der Gemeinde Buttenheim aufgehängt. Eulenexperte Daniel Scheffler, Naturparkranger beim Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön, der bereits die Steinkauzpopulation in der Rhön stabilisieren konnte, leitete die Aktion an. „Künstliche Nisthilfen werden gerne vom Steinkauz angenommen und erhöhen den Bruterfolg deutlich“, erklärt Scheffler. „Wichtig ist dabei der Einsatz der richtigen Nisthilfen.“ Im Landkreis Bamberg wird jetzt wie in der Rhön auf Röhren nach dem „hessischen Modell“ gesetzt, die individuell angefertigt werden und speziell an die Bedürfnisse des Steinkauzes angepasst sind.

Bis Ende des Winters sollen insgesamt neunzig Röhren auf ausgewählten Biotopflächen im Landkreis Bamberg installiert werden.