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Mitteilungsblatt Verwaltungsgemeinschaft Steinfeld
Ausgabe 10/2023
Nachrichten anderer Stellen und Behörden
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Sanierung des Wasserwidders im Burglesauer Tal geht voran

Der Spritzschutz über dem Wasserrad wird eingebaut.

Ein technisches Meisterwerk wird restauriert

Seit einigen Wochen wird das historische Wasserwiddergebäude der Schederndorfer Gruppe im Naturschutzgebiet Burglesauer Tal saniert. Das Gebäude aus dem Jahr 1896 befindet sich im Besitz der Stadt Scheßlitz. Zum Abschluss der Flurbereinigungsmaßnahme der Teilnehmergemeinschaft Burglesau wird die Technik reaktiviert, um den Wasserwidder künftig zu demonstrationszwecken wieder in Betrieb zunehmen.

Bis 2001 war das technische Meisterwerk des Wasserwidders in Betrieb und hat die Ortschaften Schederndorf, Roßdorf und Gräfenhäusling mit Trinkwasser versorgt. Die Technik wurde in Augsburg von der dortigen Maschinenfabrik gebaut und trägt die Werksnummer 498. Wasserwart Martin Lieb aus Gräfenhäusling freut sich schon jetzt auf dem Moment, wenn die Anlage zum ersten Mal nach vielen Jahren wieder einmal laufen wird. Die aus schwarzem Guss gefertigte Maschine ist ihm bestens bekannt. Schon seit Vater war als Wasserwart für den Wasserzweckverband Schederndorfer Gruppe tätig und kam fast täglich zu einer Kontrolle in das Widdergebäude.

Zusammen mit dem beauftragten Architekten Hans König aus Burgellern sowie den beiden Burglesauern Georg Hoh und Florian Prosch bildet Martin Lieb das Kernteam, dass sich um die Sanierung der gesamten Anlage kümmert. Für alle beteiligten ist es das oberste Ziel die Anlage so originalgetreu wie nur möglich wieder herzustellen. Dazu wurde beispielsweise ein altes Papierschild im Innenraum digital restauriert, um es künftig wieder am einstigen Platz über der Tür aufzuhängen. Ebenso wird die gesamte übrigen Einrichtung mit Werkzeugen und Ofen wieder in den Originalzustand versetzt.

So viel wie möglich versucht das Wasserwidder-Team selbst zu erledigen. Bei der Restaurierung der Technik wurde die Scheßlitzer Firma Hassler hinzugezogen, um den Spritzschutz über dem Wasserrad neu herzustellen. Wer einen neugierigen Blick durch die Fenster wirft, kann erahnen, dass der Wasserwidder etwas ganz Besonderes ist und zu einem echten Schmuckstück im Naturschutzgebiet wird. Was der Wasserzweckverband Schederndorfer Gruppe 1896 gebaut und bis 2001 auch in seiner Funktion genutzt hat, wird künftig Interessierte und Besucher anziehen und begeistern.

Es ist geplant an Sonn- und Feiertagen in den Sommermonaten den Wasserwidder zu Demonstrationszwecken in Betrieb zunehmen. Ursprünglich wurde das Wasser durch den Widder vom Tal in den rund 145 Meter höher gelegenen Wasserhochbehälter bei Gräfenhäusling befördert. Künftig wird nur mit gedrosselter Leistung etwas Wasser zu einem neuen Brunnen an der Straße oberhalb des Gebäudes gepumpt. Daneben ist eine Informationstafel geplant, um auf die Besonderheit des Wasserwidders hinzuweisen und die Technik zu erläutern. Durch die Türe werden Besucher und Interessierte dann zu den Öffnungszeiten auch auf die Technik schauen können.

Zum Abschluss der Gesamtsanierung ist im Herbst ein Festakt am Wasserwidder mit anschließenden Festbetrieb in Burglesau geplant. Nähere Informationen zum Termin und dem Programmablauf werden noch bekannt gegeben.

Informationen zum Wasserwidder finden Sie auch im Internet: www.burglesau.net/wasserwidder