Die Gemeinde Königsfeld ist verpflichtet, den Zustand von Bäumen an Straßen, Gehwegen und Plätzen aus Verkehrssicherheitsgründen regelmäßig zu kontrollieren. Hierzu wurden 2024 durch einen Baumgutachter sämtliche Bäume im Innenbereich und deren Zustand aufgenommen und dokumentiert. Die Überprüfung muss jährlich wiederholt werden.
Der Baumgutachter hat der Gemeinde für die Linde an der Ecke Pfarrer-Funk-Weg/Huppendorfer Straße mitgeteilt, dass dringend Handlungsbedarf besteht und die Gemeinde tätig werden muss.
Mit der Kreisfachberaterin für Gartenbau und Landschaftspflege, Frau Klemisch, Landratsamtes Bamberg wurde die Linde ebenfalls vor Ort eingesehen, um einen Zweitmeinung zu erhalten, bevor die Fällung des Großbaumes höherer Altersklasse mit hoher ökologischer Bedeutung und einem besonderen ortsgeschichtlichen Wert erfolgt.
Sie hat folgendes festgestellt:
Stamm und Krone weisen Zwieselwuchs und mehrere Hohlstellen auf. Im oberen Viertel ist eine ältere Kronensicherung eingebaut (Zeitpunkt des Einbaus zunächst vor Ort nicht bekannt), außerdem sind Aststummel zu erkennen, die von der Entfernung größerer Starkäste herrühren. Der Wipfel des westlichen Kronenteils ist deutlich zurückgestorben. Die Blattgröße ist eher klein, der Belaubungsgrad noch im mittleren Bereich, aber mit deutlichen Auflichtungen entlang mittelstarker Zweigpartien. Auf der nordwestlichen Seite des Stammfußes ist die Rinde großflächig abgestorben, das Stammholz darunter ist morsch. Fruchtkörper des Brandkrustenpilzes wurden am Wurzelhals festgestellt.
Ihre Einschätzung lautet: Der Brandkrustenpilz verursacht am befallenen Gehölz Weißfäule. Am Stammfuß ist der Befall deutlich erkennbar und schon weit fortgeschritten. Der abgestorbene Bereich umfasst etwa 1/3 der Stammbasis. Hier ist der Baum nicht mehr in der Lage, die Holzfäule durch Zuwachs des Wurzelanlaufs statisch zu kompensieren. Ein plötzliches Bruchversagen im Bereich des Stammfußes ist möglich.
Zwieselwuchs und Höhlungen im Stamm wären für sich genommen noch nicht außergewöhnlich bedenklich. Eine Linde höherer Altersklasse kann derartige statische Risiken durch Holzzuwachs ausgleichen, solange sie ausreichend vital ist. Im vorliegenden Fall ist jedoch ein deutlicher Vitalitätsverlust festzustellen, der insgesamt den Eindruck untermauert, dass ein erhöhtes Gefährdungspotential vorliegt.
Frau Klemisch empfiehlt der Gemeinde, die Grünfläche und die untergeordneten Verbindungswege bis zur Durchführung von Maßnahmen zu sperren. Gleichzeitig zeigt sie zwei Wege auf:
| 1. | Rücknahme der Krone auf einen Torso |
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| Ein Restrisiko für die Verkehrssicherheit wird in diesem Szenario in Kauf genommen. Eine engmaschige Kontrolle auf Bruchanzeichen ist erforderlich. |
| 2. | Sofortige Fällung des Baumes |
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| In diesem Fall wäre eine Nachpflanzung mit einem Jungbaum im Herbst anzustreben (= Einsatz einer Stubbenfräse und Ergänzen von Baumsubstrat zur Vorbereitung der Pflanzung). |
Der Gemeinderat hat aufgrund der Ausführungen der Kreisfachberaterin in der Sitzung am 23.07.2026 entschieden, die Linde zu fällen und noch heuer eine Nachpflanzung vorzunehmen, um der Verkehrssicherheit gerecht zu werden und Verletzungen von Passanten durch herabstürzende Äste etc. zu vermeiden.
Wir bitten die Bevölkerung um Kenntnisnahme und Verständnis für diese Entscheidung.