Danielle Busboom
Danielle Busboom
Gehen Sie als Frau bereits auf die 40 Jahre zu? Dann wären ein paar Gedanken vorab wichtig für Ihre weitere Gesundheit! Denn Fakt ist: Frauen werden mit ihren Symptomen, Beschwerden und Fragen weiterhin ziemlich allein gelassen und müssen sich pro-aktiv um Information kümmern, was ihnen diese Zeit des körperlichen und seelischen Umbruchs erleichtern könnte. Nur das ist entscheidend, um bei Ärzten die richtigen Fragen zu stellen und ggf. auf weiterführende Untersuchungen zu bestehen.
Welche Mikronährstoffe sind gerade jetzt besonders wichtig? Welche Rolle spielen Schlaf, Stress, Ernährung, Bewegung, wenn die Hormone sich verändern? Und was kann helfen, wieder in seelische und körperliche Balance zurück zu finden? Wenn der Körper kein Insulin produziert, gibt man es hinzu. Wenn die Schilddrüse keine Hormone mehr produziert, kann man nachhelfen – aber was ist, wenn weibliche Hormone wie Östrogen und Progesteron auf der Strecke bleiben?
Frau Alexandra Hölzlein vom Gesundheitsamt Bamberg und Frau Isabella Beisbart von der easyApotheke Strullendorf bereicherten diesen Abend mit ihrem Fachwissen und gaben zu allen Fragen fundierte Antworten. Von den Symptomen bis über die einzelnen Phasen: Prämenopause, Perimenopause, Menopause (Eizellenvorrat aufgebraucht) und schließlich der Postmenopause, alles mit dem Ziel, aufzuklären und Gesundheitskompetenz aufzubauen. Selbst ist die Frau!
Und es tut sich etwas in der Gesellschaft und der Politik! Inzwischen spricht man von einer nationalen Menopausen-Strategie nach internationalem Vorbild. Es dringt langsam ins Bewusstsein, dass die Menopause ökonomische und soziale Folgen hat, die über die individuellen gesundheitlichen Beschwerden der Frauen hinausgehen und dass die Wechseljahre noch immer ein Tabuthema (vor allem) im betrieblichen Arbeitskontext sind. Wünschenswert wäre eine Sensibilisierung der Arbeitgeber, damit Frauen in den Wechseljahren die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitsbedingungen anzupassen (www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw42-de-wechseljahre-1023856).
Die Gesundheitsministerin Nina Warken hat im November 2025 den "Dialogprozess Wechseljahre" initiiert. Ziel ist die Vernetzung von Experten, Betroffenen und Arbeitgebern, um konkrete Maßnahmen zu erarbeiten und das Thema aus der Tabuzone zu holen und die Förderung der Frauengesundheit als Teil der gesundheitspolitischen Agenda zu verstehen. (www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/pressemitteilungen/bundesgesundheitsministerin-startet-dialogprozess-wechseljahre#:~:text=Mit%20einer%20Auftaktveranstaltung%20hat%20Bundesgesundheitsministerin%20Nina%20Warken,24.%20November%202025%20den%20Dialogprozess%20Wechseljahre%20gestartet.)
Abgesehen von bio-identischen Hormonen, Mikronährstoffen und pflanzlichen Präparaten, gibt es weitere Angebote und Methoden, die diese Zeit des Umbruchs erleichtern können:
Manche Krankenkassen bieten inzwischen APPs an (z.B. femcare, femfeel), die die Zeit der Wechseljahre begleiten können. Es gibt zahlreiche Podcasts zu diesem Thema und die Forschung (auch zur Hirngesundheit) liefert immer neuere Erkenntnisse. Die Deutsche Rentenversicherung bietet u.a. eine RV Fit Regenerationswoche an, mit Fokus auf Bewegung, Ernährung und Umgang mit Stress. Das Programm kann entweder 3 Tage ambulant oder 5 Tage stationär erfolgen, eine Zeit, in der der Arbeitgeber den Teilnehmenden freistellt (www.rv-fit.de bzw. 0800 1000 4800).
Es gibt (vergleichbar mit den Jugend-Untersuchungen J1-2) an der Technischen Universität München (TUM) am Klinikum rechts der Isar ein Forschungsprojekt: Beratung von Frauen in den Wechseljahren (unter Leitung Prof. Dr. Marion Kiechle). Die Ergebnisse der Studie sollen zeigen, ob die W1-Untersuchung als Standard-Beratungsangebot zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in den Wechseljahren etabliert werden kann (https://de.linkedin.com/posts/tum-universit%C3%A4tsklinikum-rechts-der-isar_bayern-erprobt-neue-beratung-in-den-wechseljahren-activity-7380850937168474112-Q11D).
Weitere Angebote zur Gesundheitsförderung vom MGH
Abgesehen vom „Frauen-Café" bietet das MGH einen Zumba-Kurs für Erwachsene an, der nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur körperlichen Fitness leisten kann sondern auch für Spaß in Gemeinschaft sorgt. Weitere Bewegungsangebote sind Salsa-Tanzveranstaltungen einmal im Monat und unsere Walking-Gruppe und Wandergruppe „Gemeinsam statt einsam Wege gehen", zu denen wir herzliche einladen. Im Frühjahr bieten wir einen Abend das fleischlose Zubereiten einer schmackhaften Nahrung an, die nicht nur für die Gesundheit gut ist, sondern auch den Geldbeutel verschont.
Was die Politik betrifft, ist es schon interessant, dass sich in den 2 Jahren, seit wir mit dem „Frauen-Café" zum Thema Wechseljahre begonnen haben, so viel getan hat!
Unser Fazit: nur medizinische Aufklärung und Enttabuisierung ebnet Frauen den Weg zu einem gesamtgesellschaftlichen Bewusstsein und zu einer angemessenen Versorgung während ihrer Wechseljahre. Hoffen wir mal, dass die Debatten im Bundestag hierzu langfristig einen wertvollen Beitrag leisten.
Mein herzliches Dankeschön gilt Frau Alexandra Hölzlein und Frau Isabella Beisbart für diesen informativen und erkenntnisreichen Frauenabend!