Großer Ehrungs-Bahnhof für ein Geisfelder Urgestein: Manfred Kestler, eingerahmt von der Gemeinderätin Jasmine Uzelino, Dritten Bürgermeister Daniel Weber, Ersten Bürgermeister Wolfgang Desel und Zweiten Bürgermeister Matthias Motzel (v.l.), freute sich sehr über die große Wertschätzung.
Wenn das neugewählte Strullendorfer Bürgermeister-Trio geschlossen anlässlich eines (halbrunden) Geburtstag zur Gratulationscour erscheint, dann ist das Attribut „Urgestein“ mehr als angebracht. Der Jubilar ist in vielen Bereichen, darunter beim Sportverein DJK SV als Gründungsmitglied vor 70 Jahren, ein Mann der ersten Stunde und hat in der Lokalpolitik sich in seinem ereignisreichen Leben mit voller Tatenkraft eingesetzt. Der gelernte Großhandelskaufmann hat „seinen“ Ortsteil mit ganz dicken historischen Kapiteln wichtige Impulse verliehen.
„Bis heute steht er uns mit Rat und Tat zur Seite, wenn wir ihn brauchen, sein Wort hat Gewicht, so auch wenn es um Gespräche mit betroffenen Grundstückseigentümern im Rahmen von Baumaßnahmen wie Ortsumgehung oder Ortsdurchfahrt geht oder in Belangen für die Ortsvereine“, beschreibt Erster Bürgermeister Wolfgang Desel, der von Seite der Gemeinde aus von Matthias Motzel und Daniel Weber begleitet wurde, Manfred Kestler treffend. Dessen Verbundenheit über viele Jahrzehnte und als „Macher“ und Antreiber in Vereinen und der CSU spiegeln sich in den vielen Ehrungen wider.
Die „doppelte“ Ehren-Auszeichnung im Sportverein und der Partei sind nahezu eine Selbstverständlichkeit angesichts seiner kommunalen Tätigkeit und dem ehrenamtlichen Engagement. Fast 50 Jahre CSU Mitglied und von 1987 bis 2007 deren Ortsvorsitzender sowie 42 Jahre Gemeinde-Tätigkeit (1966 – 1978 Gemeindeschreiber und von 1972 – 1978 Gemeinderat in Geisfeld, 1978 – 2008 Gemeinderat in Strullendorf, 1990 – 1996 Zweiter Bürgermeister) sind die offiziellen zeitlichen Marksteine seines Wirkens, was aber nicht bedeutete, dass sich der Ehrenvorsitzende dann zurückzog. Im Gegenteil: Manfred Kestler blieb anschließend und ist noch weiter sehr als „graue Eminenz“ und gefragter Mann tätig.
„Ehrenmitglied“ und die Auszeichnung mit der „goldenen Vereinsnadel“ des Fußballvereins sind Ausdruck der Dankbarkeit und Wertschätzung dafür, was Manfred Kestler für die DJK geleistet hat. Der Vereins-Mitgründer (vier Jahre Schriftführer, zwei Jahre Zweiter und dann 18 Jahre Erster Vorstand) schuf mit großer Leidenschaft hinsichtlich der Baumaßnahmen Vereinshaus und Sportplatz die Basis dafür, dass die Fußballer Mitte Juni auf ereignisreiche Jahre zurückblicken können. Dass das sportliche Hoch mit der Verpflichtung des (Ex)-Bayernliga-Spielers Willi Koch in die Kestler-Amtszeit fiel, ist auch seinen „Connections“ zu verdanken.
Neben den zahlreichen „Dankurkunden“ auf der Gemeinde- und Freistaat-Ebene sowie der Direktion für ländliche Entwicklung ragen zwei Ehrungen heraus: Im August 2000 verlieh ihm der damalige Bayerische Innenminister Dr. Günther Beckstein die Bayerische Verdienstmedaille für besondere Verdienste in der kommunalen Selbstverwaltung und Anfang des Jahres 2009 folgte durch den damaligen Ersten Bürgermeister Andreas Schwarz die Überreichung des Ehrenrings der Gemeinde Strullendorf.
Neben dem Sportverein hat Manfred Kestler in vielen Organisationen und Vereinen intensiv mitgewirkt, darunter beim DJK Kreisverband Bamberg als Stellvertretender Vorsitzender, Gründungsmitglied beim Obst- und Gartenbauverein und seit fast sieben Jahrzehnten Mitglied bei der Feuerwehr und der Kulturellen Dorfgemeinschaft, um nur einige weitere Aktivitäten zu nennen, ohne überörtliche Vereine zu vergessen. Last but not Least: Der unverwüstliche Oldie steht an der Spitze des noch jungen Vereins „Lebenswertes Geisfeld“.
Einem wahren „Urgestein“ schreibt man bekanntlich auch langjährige Treue zu. Das passt auch privat, denn der Jubilar ist mit seiner Frau Erika 63 Jahre verheiratet. Neben der Kartenflut, Vereins-Gratulationen und unzähligen Anrufen standen die Besuche der zwei Töchter mit Familien im Mittelpunkt am 85er-Ehrentag.