Im Beisein von Pfarrer Alfred Ott segnete Pfarrer Oliver Schütz unlängst die Erweiterung des Zeegendorfer Friedhofs. Diese war notwendig geworden, da ein 2020 in Auftrag gegebenes Bodengutachten Handlungsbedarf im Hinblick auf Erdbestattungen festgestellt hat. Der lehmige Untergrund verhindert durch die Zurückhaltung von anfallendem Oberflächen-, Schichten-, Stau- und Sickerwasser den natürlichen Verwesungs- und Zersetzungsprozess. Erdbestattungen sind daher im alten Teil des Friedhofs nicht mehr möglich.
Erster Bürgermeister Wolfgang Desel erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass die Planungen nicht über den Kopf der Zeegendorfer Bürgerinnen und Bürger gemacht, sondern diese immer wieder bei verschiedenen Gelegenheiten informiert und in die Planungen mit eingebunden wurden.
Theresa Denzlein vom Architektur- und Ingenieurbüro Denzlein aus Mistendorf erläuterte die Planungen und den aktuellen Umsetzungsstand. Um dem Bedürfnis nach Erdbestattung nachzukommen, wurden im neuen Bereich Grabkammern vorbereitet. Darüber hinaus hat man moderne Bestattungsmöglichkeiten mit pflegefreien Baumbestattungen und Urnenerdgräber angelegt.
Der bestehende Friedhof ist mit der Erweiterung harmonisch verbunden worden. Alle Gräber sind trotz Hanglage barrierefrei erreichbar. Die größten Sicherheitsmängel im alten Friedhof wurden ertüchtigt und Grablücken durch verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel Magerbeete und Gehölze aufgewertet bzw. geschlossen.
Theresa Denzlein erläuterte das ganzheitliche Farb-, Material- und Pflanzkonzept des neuen Teils und sprach davon, „dass der Friedhof den Hinterbliebenen als Ort der Zuversicht dienen kann, als parkähnlicher Ruheplatz und aktiver Ort der Trauerarbeit“.
Für die Anwesenden blieb weiterer Diskussionsbedarf, in wieweit und mit welchem finanziellen Aufwand das bestehende Leichenhaus zu sanieren und mit einer öffentlichen Toilette zu erweitern ist. Offen blieb auch die Frage, ob eine im nordöstlichen Bereich entstandene Fläche für verschiedene Nutzungskonzepte eventuell zu einem Freiluft-Aussegnungsplatz weiterentwickelt werden könnte. Gegebenen falls mit einer Bedachung zum Schutz der Trauernden bei entsprechenden Witterungsverhältnissen. Aktuell sind die gegenüberliegenden Sitzflächen als Ort der Kommunikation vorgesehen. Kritisch betrachtet wurde von einigen Anwesenden die Höhe und die Gestaltung der Sitzgelegenheiten, insbesondere im Hinblick auf die Bedürfnisse älterer Menschen.
Alle Anregungen will man im Rathaus zusammen mit dem beauftragten Büro noch einmal besprechen und dann über die weitere Vorgehensweise beraten.
Andrea Spörlein