Was bedeutet es eigentlich „reif für die Schule zu sein“ Frau Weigelt?
Die Grundschullehrerin aus Sulzberg besucht den Waldkindergarten.
Seit ein paar Wochen besucht die Grundschullehrerin Frau Weigelt die Vorschulkinder im Waldkindergarten.
Insgesamt gibt es sieben Termine, wie in allen Sulzberger Kindergärten. Die Vorfreude der Kinder ist groß. Es werden Geschichten erzählt, einfache Rätsel und Übungen gelöst und gesungen. Sie beantwortet aber auch Fragen zum Schulalltag, die den Kindern unter den Nägeln brennen. Vor allem aber geht es darum, das Interesse bei den Kindern zum Thema Schule zu wecken und Vertrauen herzustellen.
Diese Gelegenheit haben wir genutzt und Frau Weigelt gefragt, was eigentlich Schulreife bedeutet, ein Thema das viele Eltern von Vorschulkindern beschäftigt sobald die Schule in greifbare Nähe rückt.
Grundsätzlich kommt die Schulreife naturgegeben mit dem Alter. Gerade im letzten Kindergartenjahr wächst die Neugier der Kinder und sie saugen Informationen begierig auf.
Wichtig ist, so betont Frau Weigelt, dass die Kinder ein gesundes Selbstbewusstsein haben. Als Schulkind sind sie mehr auf sich allein gestellt, müssen in einer großen, teils unbekannten Gruppe ihren Platz finden und sich behaupten.
Auch verlangt der Schulalltag mehr Selbstständigkeit, da Eltern liebevoll gebeten werden, vor der Schultüre zu bleiben und die Kinder alleine ihre Jacken und Schuhe ausziehen und aufräumen, ihre Schultasche einpacken usw. Das lernen unsere Waldkinder bereits von klein auf, sie müssen Ihren Rucksack auf- und zumachen, Jacken an- und auszuziehen und Schuhe selber schließen.
Auch die kognitive Reife ist wichtig, so sollten die Kinder sich auf eine Sache konzentrieren können und lernen, Dinge zu Ende zu bringen. Die Befürchtung, dass unsere Waldkinder ab September vier Stunden still sitzen müssen, konnte Sie uns direkt nehmen. Wichtig ist eine Konzentrationsspanne von 10-15 Minuten, mehr wird in der ersten Klasse nicht verlangt. Der Zahlenraum bis 10 ist für die meisten Kindergartenkinder kein Problem, da bereits im Morgenkreis fleißig gezählt wird.
Frau Weigelt hat auch noch ein paar ganz praktische Tipps, wie Eltern die Lust auf Schule fördern können: Ein einfaches Mäppchen kaufen, dass die Kinder schon mal den Umgang damit üben können. Zahlen und Buchstaben werden nicht vorausgesetzt aber die korrekte Stifthaltung kann man gut zuhause üben und auch den Umgang mit der Schere und ein genaues Ausschneiden.
Gerade für Waldkindergarteneltern ist das ein guter Tipp, da die Kinder während der Kindergartenzeit ausschließlich mit Naturmaterialien spielen.
Durch dieses interessante Gespräch können wir nun sicher sein, dass unsere „Waldis“ bestens für den Schulalltag gerüstet sind und die letzten Tage noch entspannt im Wald spielen können. Ganz wie schon Albert Einstein wusste: Das Spiel ist die höchste Form der Forschung.