Surberg – Änderungen bei der Mittagsbetreuung an der Grundschule, weitere Tablets für die Grundschüler und Auftragsvergaben für die Schulerweiterung besprach der Surberger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.
Ab dem neuen Schuljahr 2026/2027 wird die Mittagsbetreuung an der Grundschule ausgeweitet. Künftig ist sie auch am Freitag bis 16 Uhr buchbar. Das hänge zusammen mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, der ab kommendem Schuljahr gelte, so Bürgermeister Michael Wimmer (CSU). Um die Vorgaben des Gesetzgebers umzusetzen, muss die Gemeinde ihre Satzung zur Mittagsbetreuung anpassen.
Freitags werden künftig auch eine Hausaufgabenbetreuung angeboten und ein warmes Mittagessen. Zudem ist die „Mitti" künftig mindestens an zwei Tagen zu buchen. Ein Tag pro Woche wird nicht mehr angeboten. Die Kosten bei einer Vollbuchung an fünf Tagen liegen bei 162,50 Euro plus 80 Euro fürs Mittagessen (pro Monat). Personell sei das stemmbar, so Wimmer auf Nachfrage von Jakob Steiner (FW). Einstimmig votierte das Gremium für die Satzungsänderungen.
Drei Gegenstimmen – Thomas Koppelstätter, Jakob Steiner und Susanne Schwarz – gab es zur Anschaffung von 21 weiteren Tablets für die Grundschule. Diese würden benötigt, um auch das für die ersten und zweiten Klassen verpflichtende Lesescreening (ein Instrument, um die Lesekompetenz der Kinder zu ermitteln) durchzuführen, hatte Schulleiterin Daniela Steiner den Antrag begründet. Die 21 Tablets sowie ein weiterer Laptop für die Schulleitung kosten laut Angebot rund 12.000 Euro – es gibt aber voraussichtlich eine Förderung in Höhe von 8.350 Euro.
Thomas Koppelstätter (FW) und Susanne Schwarz (FW) sahen es kritisch, die Kinder immer früher mit digitalen Geräten zu konfrontieren, wo man doch heute wisse, dass es auch Folgen habe. »Ich finde das nicht gut«, so Koppelstätter. Auch Jakob Steiner (FW) fügte an, ob die Kinder in der ersten und zweiten Klasse nicht lieber erst ohne Tablet Lesen und Schreiben lernen sollten.
Dr. Andrea Grote (Grüne) widersprach: Es werde sicher eine gute Mischung geben. Und es gehe doch genau darum, den Kindern schon früh den Umgang zu lernen und Medienkompetenz zu vermitteln. So sah das auch Angela Scherrmann (CSU-Kommunale Wählervereinigung). Es sei wichtig, eine moderne Ausstattung zu ermöglichen. Zudem müsse man der Schule den richtigen Umgang schon zutrauen. Auch für sie ist der Punkt Medienkompetenz hier wichtig. Andi Wimmer (Grüne) meinte, man könne den Einsatz in dem Alter durchaus kritisch sehen, Fakt sei aber, dass die Schule sich gar nicht gegen das verpflichtende Lesescreening wehren könne.
Für die Erweiterung der Grundschule in Surtal – im Sommer soll das Gebäude fertig werden – hat die Gemeinde weitere Aufträge vergeben. Wie Wimmer in der Sitzung bekannt gab, werden die Fliesenarbeiten für knapp 109.000 Euro von der Firma „Fliesen Jegg GmbH" aus Kolbermoor ausgeführt. Die Schlosserarbeiten am Hackschnitzelbunker gehen an die Firma „Max Maierhofer Metall- und Maschinenbau" aus Waging für knapp 36.400 Euro.
Mängel müssen beseitigt werden
Surberg – Alles in allem steht die Feuerwehr Surberg gut da – der Fuhrpark und die Ausstattung entsprechen den Anforderungen. Mängel sind allerdings am Feuerwehrhaus zu beseitigen. Das ist das Fazit aus dem Feuerwehrbedarfsplan, den die Gemeinde erstellen ließ. Er muss nun in fünf bis sechs Jahren fortgeschrieben werden und gilt als Voraussetzung, wenn für Neuanschaffungen Förderungen beantragt werden.
Bereits im Oktober 2024 hatte die Gemeinde das „Ingenieurbüro Diem" (ein Büro für Feuerwehr- und Kommunalwesen) beauftragt, den Feuerwehrbedarfsplan zu erstellen. Ein solcher dient dazu, den Gemeinden Hinweise zu geben, wie sie ihre Feuerwehren technisch und personell ausstatten müssen. Dafür wird das jeweilige Gefahrenpotenzial analysiert – beispielsweise, welche Straßen oder Schienen durchs Gemeindegebiet gehen, welche Flüsse es gibt, ob Gefahrgut transportiert wird und welche Gebäude es gibt. Eine Besonderheit im Gebiet der Freiwilligen Feuerwehr Surberg ist der Ettendorfer Tunnel. Danach richtet sich die empfohlene Ausstattung.
Und diese entspricht in Surberg dem, was verlangt wird. Ein Umstand, der sowohl Bürgermeister Michael Wimmer als auch Feuerwehrkommandant und Gemeinderat Stefan Burghartswieser (beide CSU-Kommunale Wählervereinigung) freut. »Es zeigt, dass die letzten Jahrzehnte – im Hinblick auf den Fuhrpark – immer die richtigen Entscheidungen getroffen wurden«, so Burghartswieser. Verbessert werden muss allerdings das Feuerwehrhaus. So wurde bemängelt, dass die Tore zu klein sind und der Ausfahrtsradius zu eng ist, auch gibt es zu wenig Platz zwischen den Spinden und den Fahrzeugen. Das seien Sicherheitsmängel, die abgestellt werden müssten.
Sowohl der Kreisbrandrat als auch die Regierung von Oberbayern haben den Bedarfsplan bestätigt. Auch der Gemeinderat genehmigte in der jüngsten Sitzung den Plan.
Thomas Berger (FW) erkundigte sich, ob das Löschfahrzeug (LF20) ausreiche, um ein Wasserdefizit im Ettendorfer Tunnel auszugleichen, und ob nicht gegebenenfalls das Wasserwirtschaftsamt sich an Beschaffungskosten beteiligen könnte. Burghartswieser verwies auf eine Großübung im September. Dort werde man sehen, ob die Versorgung ausreichend sei oder nachgebessert werden müsse.
Robert Hintereder (CSU-Kommunale Wählervereinigung) interessierte, inwiefern auch der Zivilschutz im Bedarfsplan eine Rolle spielte. Burghartswieser dazu: Das habe auf den Plan noch keinen Einfluss, werde aber sicher die nächsten Jahre auf die Kommunen zukommen. Wimmer ergänzte, der Feuerwehrbedarfsplan sei auf den Brandschutz ausgerichtet, nicht auf den Katastrophenschutz.
Jakob Steiner (FW) erkundigte sich, wann mit der Umsetzung begonnen werden müsse. Man habe nun eine Richtschnur, so Wimmer. Die Umsetzung richte sich nach der finanziellen Möglichkeit der Gemeinde. Klar sei aber, die Mängel am Feuerwehrhaus müssten beseitigt werden. Elke Scheil (Grüne) möchte »nichts aufschieben, die Sicherheit geht vor«.
Auch im nächsten Punkt beschäftigte sich der Gemeinderat mit der Feuerwehr und stimmte zu, das Einsatzfahrzeug (HLF 40/1) reparieren zu lassen – ohne bislang zu wissen, was das kostet. Da dafür Ausgaben über 20.000 Euro im Haushalt nicht vorgesehen sind, muss der »überplanmäßigen Ausgabe« vorab zugestimmt werden.
Das Fahrzeug (Baujahr 2006) ist schon länger nicht einsatzfähig und inzwischen beim Hersteller in Regensburg, da der Fehler bis dato nicht gefunden werden konnte. Die Feuerwehr überbrückt den Ausfall mit einem Leihfahrzeug, das pro Tag 234 Euro kostet.
Thomas Koppelstätter (FW) fragte nach, ob das nun ein »Beschluss ohne Limit« sei, also der Bürgermeister der Reparatur – egal, wie viel sie koste – zustimmen könne. Dazu Wimmer: Es gehe um eine »wirtschaftliche Reparatur«, er wisse aber nicht, ob 20.000 Euro ausreichen oder nicht. Burghartswieser machte deutlich: Das Fahrzeug sei das wichtigste im Fuhrpark. »Es muss gerichtet werden.« Ein neues würde 750.000 Euro kosten.
Surberg – Während der Generalsanierung der Bahnstrecke von Rosenheim über Traunstein nach Salzburg im ersten Quartal 2027 erneuert die Gemeinde Surberg die Brücke bei Burghartsöd. Jetzt vergab sie bereits die Planung für den Ersatzneubau an die „Haumann und Fuchs Ingenieure AG" aus Traunstein für 191.840 Euro. Die Ausführungsplanung der Anbindung des Brückenneubaus bei der Bahn wurde an die „Europplan Ingenieure GmbH" aus Bad Endorf vergeben für 4.498 Euro. Landschaftsarchitektin Susanne Schuster aus Surberg wird für 7.283 Euro einen landschaftpflegerischen Begleitplan erstellen.
Die konstituierende Sitzung des neuen Surberger Gemeinderats findet am 12. Mai statt. Bereits zuvor, am 23. April ist um 19.30 Uhr die Bürgerversammlung im Wirtshaus Lauter.
Angela Scherrmann erkundigte sich in der jüngsten Sitzung noch nach dem Bolzplatz in Hufschlag. Er wurde zwar im letzten Jahr saniert, allerdings würden zu viele große Steine den Kindern das Fußballspielen verleiden. Bürgermeister Michael Wimmer sicherte zu, das an den Bauhof weiterzugeben.
Jakob Steiner fragte nach, warum auf einem Gehweg am Tannenweg in Hufschlag ein Schild stehe mit der Aufschrift »Kein Winterdienst«. Am Fichtenweg sei zudem bei Holzarbeiten eine Bank beschädigt worden. Anwohner hätten darum gebeten, diese zu reparieren. Auch darum werde man sich kümmern, so der Bürgermeister.