Surberg – Die Erweiterung der Grundschule Surberg geht zügig voran. Mit den Arbeiten an den Außenanlagen wurde begonnen.
Bürgermeister Michael Wimmer gab in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Auftragsvergaben bekannt, die in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen worden waren. Die Arbeiten an den Außenanlagen – also dem Umfeld der Erweiterung und dem Schulhof der Grundschule – wurden an die Firma Kellerer GaLaBau aus Traunstein vergeben zum Angebotspreis von knapp 363 100 Euro. Die Bodenbelagsarbeiten wird die Firma Heinz Siglreitmaier aus Übersee ausführen für gut 27 000 Euro. Die Hebefaltläden wird die BeluTec-Vertriebsgesellschaft aus Lingen einbauen für gut 21 700 Euro. Mit den Malerarbeiten an der Surtalhalle wurde der Malerbetrieb Scheck aus Schleching beauftragt für knapp 28 000 Euro.⋌
Surberg – Um die Anwohner in der Au und in Hinterleiten besser vor Hochwasser zu schützen, wird der Freistaat – vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein – aktiv: In den kommenden beiden Jahren werden Hochwasserschutzmaßnahmen am Grundbach, dem Schwaigergraben und entlang der Bundesstraße umgesetzt. Für insgesamt rund 2 Millionen Euro. Fest steht nun, wie hoch der Anteil ist, den die Gemeinde Surberg zu zahlen hat: gut 330 000 Euro.
Bei einer Gegenstimme (Thomas Koppelstätter, FW) stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einer entsprechenden Finanzierungsvereinbarung zu. Die Haushaltsplanung wird angepasst.
„Wir dürfen nicht warten, bis was passiert“
Thomas Koppelstätter, Thomas Berger und auch Jakob Steiner (alle FW) vermissen aber ein „stimmiges Konzept von der Au bis zur Gamm“. Wenn man hinten (in der Au) so viel in den Hochwasserschutz investiere, aber vorne (in der Gamm) der Biber fleißig Staudämme baue, sei das nicht konsequent durchdacht. Sie drängten darauf, das Wasserwirtschaftsamt noch einmal darauf aufmerksam zu machen oder einen Ortstermin mit dem „Biberberater“ zu vereinbaren. „Wir dürfen nicht warten, bis was passiert“, unterstützt auch Martin Zillner (CSU – Kommunale Wählervereinigung) den Einwurf.
Stefan Burghartswieser (CSU – Kommunale Wählervereinigung) betonte, dass freilich auch der vordere Bereich (die Gamm) geschützt werden müsse, er aber dennoch froh sei, dass in der Au – „wo wir schon seit Jahrzehnten Probleme haben“ – jetzt endlich etwas getan werde. Robert Hintereder sprach von einer „XXL-Lösung“ des Wasserwirtschaftsamts – und einem beschränkten Mitspracherecht der Gemeinde. Mitzahlen müsse sie aber.
Bürgermeister Michael Wimmer sagte zu, die Bedenken ans Wasserwirtschaftsamt weiterzugeben, „dass das Gesamte dauerhaft funktioniert“.
Das Hochwasser vom August 2020 hat gezeigt, wie schnell der Grundbach und sein Zubringerbach, der Schwaigergraben, in der Au zur Gefahr werden können. Um die Anwohner vor einem 100-jährlichen Hochwasser zu schützen, hat das Wasserwirtschaftsamt deshalb folgende Pläne: Auf der Wiese südlich des Gewerbegebiets entsteht ein Deich (75 Meter lang, bis zu 1,75 Meter hoch), der das Wasser in ein östlich gelegenes Feld umleiten soll.
Entlang der Häuser wird eine Hochwasserschutzmauer errichtet und eine Flutmulde, in die das Wasser im Hochwasserfall abfließen kann. Die Brücke über den Grundbach wird neu gebaut und soll statt 2,5 Meter 3,5 Meter breit werden. Der Sohlabsturz von etwa einem Meter wird durch eine Rampe (Länge 14 Meter) ersetzt.
Außerhalb des Auwalds soll eine Spundwand vor Geschiebe und Wasser schützen (bis zu 1,80 Meter hoch), im Bereich der bestehenden Gebäude wird die Spundwand mit einem Kopfbalken versehen (1,25 Meter hoch).
Auch im Schwaigergraben oberhalb der Bebauung in der Au wird ein Geschiebe- und Wildholz-Rückhalt entstehen, da der kleine Bach bei Hochwasser sehr viel Geröll und totes Holz mitführt. Der Rückhalt soll ein Fassungsvermögen von rund 380 Kubikmeter haben und verhindern, dass sich im Mündungsbereich Schwaigergraben/Grundbach das Wasser aufstaut.
Im weiteren Verlauf wird nördlich der Bundesstraße Richtung Hinterleiten der Radweg um bis zu 40 Zentimeter angehoben, um wie ein Deich zu fungieren, der das Wasser von Hinterleiten fernhält.
Bleibt nach Ansicht von Thomas Koppelstätter trotzdem das Problem, dass sich das Wasser spätestens in der Gamm aufstaut, wo ein massiver Biberdamm den Grundbach quert.
Laut Projektbeschreibung des Wasserwirtschaftsamts ist mit einer Bauzeit von etwa neun Monaten zu rechnen. Geplant ist die Maßnahme 2027 und 2028. Schon heuer soll aber damit begonnen werden, Bäume zu fällen. Die Kostenbeteiligung der Gemeinde an dem Zwei-Millionen-Euro-Projekt liegt zunächst bei gut 440 000 Euro, mit Abschluss der Maßnahme wird sie aber die Grunderwerbskosten zurückerstattet bekommen (rund 110 000 Euro im Jahr 2030).
Surberg – Es war die letzte Sitzung des Surberger Gemeinderats in der alten Legislaturperiode. Ab dem 12. Mai – konstituierende Sitzung – gibt es einige neue Gesichter im Gremium. Grund für Surbergs Bürgermeister Michael Wimmer, am Dienstagabend zurückzublicken auf die vergangenen sechs Jahre und sechs scheidende Gemeinderäte zu verabschieden. Sie alle sind nicht erneut zur Wahl ange- treten: Kathi Schallinger, Dr. Andrea Grote, Susanne Schwarz, Ulli Stöhr, Georg Schmid sowie Klaus Weber.
„Ihr habt über viele Jahre hinweg Verantwortung übernommen, Zeit investiert und euch mit großem Engagement für unsere Gemeinde eingesetzt. Das ist alles andere als selbstverständlich“, so Wimmer. Gemeinsam habe der Gemeinderat in den vergangenen Jahren viel bewegt. Die Zeit sei „intensiv, manchmal herausfordernd, aber vor allem geprägt von Zusammenhalt und vielen ge-meinsamen Erfolgen“ gewesen.
Begonnen habe die Legislatur in der Corona-Pandemie, verbunden mit enormen Herausforderungen. „Entscheidungen mussten schnell getroffen werden, oft ohne sichere Grundlage.“ Besonders die Schließung von Kindergärten und Schulen sei „uns allen nahegegangen“.
Als Meilenstein bezeichnete Wimmer rückblickend den neuen Flächennutzungsplan – „eine wichtige Grundlage für die Entwicklung unserer Gemeinde“. Auch wichtige Infrastrukturprojekte seien umgesetzt, die Digitalisierung in Rathaus und Schule vorangebracht und der Breitbandausbau weitergeführt worden. Investiert worden sei in die Zukunft der Kinder durch Baumaßnahmen in der Krippe, den Kindergärten und der Grundschule. Durch die Koordinierungsstelle für Kinder, Jugend und Soziales und den ehrenamtlichen Helferkreis sei die Gemeinde sozial gestärkt worden. Auch „Klimaschutz, Hochwasserschutz und die kommunale Wärmeplanung haben wir angepackt“. Viel Kraft habe der Umbau der Verwaltung gekostet.
Gleich zweimal musste der Gemeinderat in dieser Legislatur den Tod von Mitgliedern betrauern, die „unsere Gemeinde mitgeprägt“ haben: 2021 verstarb Georg Rehrl und im Juni letzten Jahres Andreas Eckart. Eine Schweigeminute gab es zudem in Gedenken an den langjährigen Berichterstatter Günter Buthke, der Anfang März nach langer Krankheit verstorben ist.
Auch einige Beschlüsse fasste das Gremium noch in seiner letzten Sitzung. Zugestimmt wurde drei privaten Bauanträgen: An der Dorfstraße bei Öd soll eine Scheune aus- und umgebaut und als zusätzlicher Wohnraum genutzt werden. Dafür wird sie um etwa 1,80 Meter verlängert. In einem Hof in Haunerting soll ein Nebengebäude umgebaut und erweitert werden, um eine Wohnung einzubauen. Dafür soll der Dachstuhl um etwa 70 Zentimeter angehoben und das Gebäude um etwa einen Meter verlängert werden. In Oberhöhenwald möchte ein landwirtschaftlicher Betrieb eine neue Güllegrube bauen. Der Gemeinderat hatte keine Einwände.
Diskussionen gab es zu den geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Grundbach in der Au. Der Gemeinderat stimmte einer Finanzierungsvereinbarung zu. Darüber werden wir noch gesondert berichten.