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VG-Nachrichten Teuschnitz
Ausgabe 22/2018
Stadt Teuschnitz
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Schwarzes Kreuz soll wieder zum Schmuckstück werden

In der Stadtrat-Sitzung am Dienstag, 16.10.2018 erfolgte der Baudurchführungsbeschluss für die Neuordnung des „Quartiers Schwarzes Kreuz“. Die Investition beläuft sich auf rund 6,3 Millionen Euro. Die staatliche Förderung ist sehr hoch.

„Das ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Stadt“, verdeutlichte die Bürgermeisterin eingangs der Sitzung, die ganz im Zeichen der Neunutzung des „Quartiers Schwarzes Kreuz“ stand. Dessen Realisierung stelle für Teuschnitz einen wichtigen Baustein für die Weiterentwicklung der Arnika-Stadt und der Städtebauförderung „Altstadtkern Teuschnitz“ dar. Mit dem Projekt sollen die Wiederbelebung einer ehemaligen Gaststätte mit Gasträumen, Übernachtungsmöglichkeiten, Gemeinschaftsräumen, Biergarten und einem Info-Zentrum Arnikastadt geschaffen werden.

„Das Projekt ist eine Herkulesaufgabe, sowohl baulich als auch finanziell“, betonte die Bürgermeisterin. Nach Vorstellung der Machbarkeitsstudie im Oktober 2017 begannen die Planungsarbeiten mit einem vorgeschalteten VgV-Verfahren für die Auswahl eines Architekturbüros. Am 25. April 2017 beschloss der Stadtrat, die „ARGE Schwarzes Kreuz“ - bestehend aus den Büros Haberbeck/Schlempp, Studio Gründer Kirfel, Architekten Geller & Bornschlögel und Freiraumpioniere - mit der Planung zu beauftragen. Darüber hinaus wurden Büros für Elektrotechnik, Haustechnik, Aufmaß und Tragwerksuntersuchung, Tragwerksplanung sowie Baugrunduntersuchung und Beweissicherung beauftragt. Im Mai 2018 fand die Auftaktbesprechung mit der ARGE statt, der weitere fünf Sitzungen, davon zwei bei der Regierung von Oberfranken, folgten.

„Das Projekt wurde im Programm Förderoffensive Nordostbayern (FONOB) angemeldet. Dies bedeutet, dass förderfähige Kosten mit 90 % bezuschusst werden. Zusätzlich werden weitere Fördermittel aus weiteren Töpfen beantragt. „Das Projekt kann nur dank der hohen Förderung realisiert werden“, verdeutlichte sie. Ihr ausdrücklicher Dank galt dem Freistaat Bayern und der Regierung von Oberfranken für die finanzielle Unterstützung und fachliche Beratung.

In der Sitzung stellten die Architekten Markus Schlempp und Florian Kirfel die Grundlagenplanung mit der - auf der Machbarkeitsstudie beruhenden - Kostenschätzung vor. Arch. Kirfel ist mit der Planung für die Leistungsphasen 1 bis 5 beauftragt. Mittlerweile erfolgten Voruntersuchungen, die Abklärungen mit Behörden und Ämtern sowie die Vorentwurfs- und Entwurfsplanung. Hinsichtlich der Machbarkeitsstudie ergaben sich Änderungen. Aufgrund der vorhandenen Bausubstanz werde man, so Arch. Kirfel, mehr abreißen und neu bauen müssen als geplant. Die historische Sandsteinfassade am Gasthaus wurde durch mehrere Umbauten in minderwertiger Bauart stark verändert. Man werde nur noch die Fassade stehen lassen können. Der Küchen- beziehungsweise Lebensmittelbereich wird vergrößert. Das Hotel erfolgt als Neubau. Eine große Herausforderung beim Saal stellt der Brandschutz dar. Basierend auf dem aktuellen Planungsstand werden die reinen Baukosten mit 4,8 Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen Planungs- sowie Nebenkosten, sodass sich Gesamtkosten von 6,3 Millionen Euro ergeben. Kostenrisiken bestehen beim Abbruch. „Da weiß man nie genau, was einem erwartet“, so Arch. Kirfel.

„Wir sehen, dass das Bauvorhaben wichtig und realisierbar ist“, erklärte die Bürgermeisterin. Entscheidend außer dem Nutzungskonzept ist auch das Betreiberkonzept, das wichtiges Thema bei zwei Klausurtagungen des Stadtrates war. Mit dem Stadtumbaumanagement CIMA wurde eine Arbeitsgruppe auch mit Stadträten gebildet, die sich speziell mit dem Betreiberkonzept beschäftigt. Stadtumbaumanagerin Bettina Seliger hat eine Broschüre für die Bewerbung eines Betreibers erstellt. Diese Broschüre soll nicht gestreut werden; vielmehr setzt man auf direkte Ansprache. Ein renommiertes Gastgewerbe-Magazin widmet der Quartiersentwicklung „Schwarzes Kreuz“ einen redaktionellen Teil. Die Broschüre wird über die städtische Homepage abrufbar sein. Beim Betreiberkonzept denkt man in alle Richtungen. Ein Pächter wird favorisiert. Sollte sich keiner finden, soll das Projekt eventuell genossenschaftlich geführt werden. Möglich wäre aber auch Catering. Laut Frau Seliger sind die Fördermöglichkeiten speziell bei der Gaststätte sehr gut, da sich die Staatsregierung dem Wirtshaussterben auf dem Land angenommen hat.

Seitens des Stadtrats gab es breite Zustimmung zu diesem Großprojekt. Der Baudurchführungsbeschluss erfolgte deshalb einstimmig, wenn die Finanzierung gesichert ist. Die ARGE wird den Bauantrag vorbereiten und den Zuwendungsantrag bei der Regierung einreichen. Bereits im späten Frühjahr wird mit dem Baubeginn gerechnet.