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Untermeitinger Gemeindeblatt Klosterlechfelder Nachrichten
Ausgabe 2/2026
Untermeitingen
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Gemeindebücherei

Die Idee von Anne Seifert, einer ehrenamtlichen Beraterin beim Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. Schwaben-Augsburg, eine Dunkellesung durchzuführen, wurde von ihr zusammen mit Isabella Uhl, der Behindertenbeauftragten der Gemeinde und der Büchereileiterin, Frau Kießling, am Freitag, dem 9. Januar 2026, umgesetzt. Die Besucher trugen während der Veranstaltung Dunkelbrillen, um die Konzentration auf die gelesenen Texte zu verstärken. Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Frau Kießling, griff der erblindete Klaus Wuchner vom Autorenkreis Landsberg direkt die Themen Sehbehinderung und Blindheit auf. Er schilderte den Verlauf seiner fortschreitenden Sehbehinderung in verschiedenen Stadien bis hin zur Erblindung. In jedem dieser Stadien sei die Wahrnehmung der uns umgebenden Dynamiken eine andere. Dies stellte Klaus Wuchner mit zwei seiner eigenen Gedichte dar, wobei er eines der Gedichte, das aus der Zeit seiner Sehbehinderung stammte, auswendig vortrug. Das zweite Gedicht, verfasst nach seiner vollständigen Erblindung, wurde von Anne Seifert in Blindenschrift übertragen und dann von ihr vorgelesen. Klaus Wuchner wies darauf hin, dass die Blindenschrift einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Selbstständigkeit und Teilhabe der Betroffenen leiste. Fortgesetzt wurde die Lesung durch Wolfgang Böhme, der das Vortragen seiner Geschichten mittels Audio-Unterstützung vornahm. Anne Seifert resümierte, dass die Anwesenden drei Möglichkeiten der Vermittlung von Texten durch und für blinde bzw. sehbehinderte Personen erfahren hatten: die auswendig gelernte, die audio-unterstützte und die in Punktschrift übertragene. In der nachfolgenden, langen Diskussion stellten vor allem nicht sehbeeinträchtigte Teilnehmer Fragen. Somit leistete die literarische Dunkellesung einen wichtigen und interessanten Beitrag, um die Problematik der Sehbehinderten und Blinden in die Welt der Sehenden zu tragen.