Ur-Premiere des kleinen Theater 2006 "Millionäre bevorzugt"
Premiere 2016 mit Wohin mit der Leiche?
„DAS KLEINE THEATER" des Theatervereins Laetitia hat im zwanzigsten Jahr seines Bestehens im kleinen Saal der Imhofhalle in Untermeitingen eine ziemlich bizarre Komödie auf die Bühne gebracht.
Zur Aufführung kam die Kriminalkomödie "Wohin mit der Leiche?". Ein Stück aus der Boulevardliteratur, das vom ersten Satz an ein Feuerwerk an Pointen bietet und nicht den ersten Akt mit der Entwicklung der Handlungsstränge verbringt, sondern im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig beginnt.
Denn schon bevor sich der Vorhang zum ersten Mal öffnet, hat die frischvermählte Jutta (Birgit Zeitz) ihren Mann Fred (Michael Bader) bereits im Streit mit einer Weinflasche erschlagen, vermeintlich zunächst. Wohin mit dieser „Leiche", die möglichst schnell und unauffällig verschwinden soll? Vor diesem Problem steht jetzt Jutta nach ihrem ersten Ehekrach mit ihrem Mann, dem Nichtstuer Fred, der es in Wirklichkeit nur auf ihr Vermögen abgesehen hat. In ihrer begreiflichen Aufregung versteckt sie ihn erst einmal unter dem Sofa und bittet ihre Mutter (Bianca Graalheer) telefonisch um Hilfe. Während diese ihr zu Hilfe eilt, erwacht die unter dem Sofa vorläufig entsorgte „Leiche" von Fred zu neuem Leben. Nun versucht dieser mit Hilfe seiner Freundin Lina (Christina Milde) und deren trotteligem Bruder Hans (Harald Zehentbauer), die sich als Kriminalkommissare verkleidet haben, Jutta das Leben schwer zu machen. Gemeinsam schmiedet das Trio ein Komplott, um Jutta um 100.000 Euro wegen des „Mordes" zu erleichtern.
Unerwartete Schützenhilfe erhalten Jutta und ihre Mama Maria von Freds vermeintlichem Freund Otto Tauber (Thomas Georgi), der sich letztlich als Privatdetektiv zu erkennen gibt. Gabi (Verena Riedl), eine ehemalige Geliebte von Fred, stellt ebenfalls finanzielle Forderungen an Jutta. Außerdem bringen seine resolute Nachbarin und Vermieterin (Sonja Zehentbauer) sowie ein echter Polizist (Benjamin Landerer), der deutlich eine bessere Figur macht, als es Polizisten in solchen Stücken gemeinhin beschieden ist, weitere Verwirrungen und Tempo ins Spiel. Trotz aller, immer turbulenter anmutenden Verwicklungen wird die Handlung überraschend klar.
Ein wesentlicher Teil der Glaubwürdigkeit der grotesken Verstrickungen beruht auf dem Eindruck, dass Jutta eine ausgeprägte Negativintelligenz besitzt.
Das durchwegs hochmotivierte Ensemble überzeugte mit präzise gesetzten Pointen, natürlichem Spiel und Dialogen voller Wortwitz. Mit „Wohin mit der Leiche?" zeigte DAS KLEINE THEATER im zwanzigsten Jahr seines Bestehens in sieben bestens besuchten Aufführungen und vor begeistertem Publikum ein überzeugendes Stück Boulevardtheater in handwerklich gewohnter Perfektion.