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Untermeitinger Gemeindeblatt Klosterlechfelder Nachrichten
Ausgabe 6/2026
Untermeitingen
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Obst- und Gartenbauverein

Fluss-Rangerin Patrizia Majowski wirbt für mehr Natur am Lech

Text: Jürgen Schmidt

Foto: Jürgen Schmidt

Im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Untermeitingen stand ein eindrucksvoller Vortrag der Biogeografin und Fluss-Rangerin Patrizia Majowski vom Verein Lebensraum Lechtal. Auf Einladung von Vorstandsmitglied Wolfgang Pavel war die Referentin in die Imhofhalle gekommen, um über die aktuelle Situation des Lechs sowie über Möglichkeiten seiner Renaturierung zu sprechen.

 

 

„Mein Interesse für den Lech kommt daher, dass ich sehe, wie der Lech aussieht“, erklärte Majowski gleich zu Beginn ihres lebhaften und mit großer Begeisterung vorgetragenen Referats. Dabei machte sie deutlich, dass ihr der Fluss persönlich sehr am Herzen liege. Gleichzeitig schilderte sie eindringlich, wie stark sich der Lech im Laufe der vergangenen Jahrzehnte verändert hat. Der einst wilde Alpenfluss sei heute kaum noch als natürlicher Wildfluss erkennbar. „Der Lech ist inzwischen nur noch eine Stauseenkette, ein Hybrid-Gewässer“, sagte sie. Damit beschrieb sie die Mischung aus aufgestauten Bereichen und nur noch kurzen frei fließenden Abschnitten, die den ursprünglichen Charakter des Flusses weitgehend verdrängt hätten.

Besonders anschaulich schilderte die Referentin die Situation an der sogenannten Illasschlucht, die oft als schönster Abschnitt des deutschen Lechs bezeichnet wird. Viele Besucher würden dort sagen: „Oh, wie schön die Natur hier ist.“ Doch dieser Eindruck täusche, betonte Majowski eindringlich: „Die Natur ist kaputt.“ Es gibt keine funktionierenden Kiesbänke und keine bewachsenen Bereiche einer echten Wildflusslandschaft mehr. Durch die zahlreichen Staustufen fehlt dem Fluss die natürliche Dynamik. Das Wasser könne kaum noch Geröll und Kies transportieren, wodurch wichtige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verloren gingen.

Trotz dieser kritischen Bestandsaufnahme hob Majowski auch die landschaftliche Schönheit des Lechs hervor. Gerade die besondere Mischung aus Wasserflächen, Kiesinseln und Auwäldern biete nach wie vor vielen seltenen Pflanzen- und Tierarten wertvolle Rückzugsräume. Diese biologische Vielfalt gelte es zu erhalten und – wo möglich – wieder auszubauen. Mit großem Engagement sprach die Referentin über Renaturierungsmaßnahmen, die helfen könnten, dem Lech wieder mehr Natürlichkeit und Dynamik zurückzugeben.

Als weiteren Gast begrüßte die Vorsitzende Rosemarie Weckmer den Geschäftsführer des Kreisverbandes Augsburg-Land, Ulrich Grassinger. In seinen Grußworten betonte Grassinger das steigende Interesse an den regionalen Gartenbauvereinen. Dieses Wachstum zeige, dass viele Hobbygärtner die vielfältigen Angebote der Vereine – von praktischer Gartenarbeit über Fachvorträge bis hin zu gemeinschaftlichen Aktionen – sehr zu schätzen wüssten. Für Grassinger sei dies ein deutliches Zeichen dafür, dass die Gartenbauvereine mit ihren Aktivitäten „den Nerv der Zeit treffen und immer mehr in das Bewusstsein der Menschen gelangen“.

 

 

Im weiteren Verlauf der Versammlung standen neben den regulären Tagesordnungspunkten auch Ehrungen langjähriger Mitglieder auf dem Programm. Die Vorsitzende stellte dabei insbesondere die langjährige Treue und Verbundenheit der Mitglieder heraus und dankte allen Geehrten für ihr jahrzehntelanges Engagement im inzwischen 324 Mitglieder starken Verein. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Anneliese Kraatz geehrt. Bereits seit 40 Jahren gehören Luitgart Hanauer und Maria Matz dem Verein an. Für ein halbes Jahrhundert Vereinstreue wurden Erwin Aurbacher, Inge Bauer, Herbert Hammermüller, Lutz Huhnscheid, Hans Meier, Manfred Meck, Anita Reichle, Siegfried Wiedemann, Michael Riess und Xaver Schmid ausgezeichnet.

Zuvor hatte Weckmer noch eine personelle Veränderung innerhalb der Vorstandschaft bekanntgegeben. Nach 15 Jahren engagierter Tätigkeit als Beisitzerin beendet Katarina Hartl ihre Mitarbeit im Vorstand. Die Vorsitzende dankte ihr für ihren langjährigen Einsatz und ihre Unterstützung im Vereinsleben. Ihre Nachfolge übernimmt künftig Corina Körber.