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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 1/2026
Kirchliche Nachrichten
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Nachrichten

Wössner Adventssingen verzaubert mit Besinnlichkeit

Unterwössen – Die Zuhörer in der Pfarrkirche St. Martin warten am Sonntagabend auf das Wössner Adventssingen. Fünf Minuten vor sieben Uhr verstummt das Gemurmel. Karolin Höglauer, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, tritt in das Zentrum des Altarraums und begrüßt die Gäste. Dann herrscht minutenlang Stille. Eine Stille, die auffällt, ist doch der Kirchenraum trotz zusätzlicher Stuhlreihen voll. Bis die Empore hinauf finden viele nur einen Stehplatz. Dann erklingt das Läuten zur vollen Stunde.

In der Kirche verlöschen die Lichter, nur wenige Kerzen im Altarraum bleiben sichtbar. In der Dunkelheit ziehen die Mitwirkenden des Wössner Adventssingens ein. Sie nehmen ihre Plätze ein auf der Bühne, die aus mobilen Elementen bis an die erste Zuschauerreihe reicht: hinten der Kirchenchor, links das Wössner Erntedank Ensemble, in der Mitte der Oimbliah Dreigsang auf Stühlen wartend, rechts die Wössner Weisenbläser. Nur wenige Kerzen im Altarraum bleiben sichtbar.

Was folgt, ist mehr als ein Konzert. Es ist ein durchkomponierter Abend, bei dem sich besinnliche Texte über Glaube, Liebe, Hoffnung und Friede mit traditionellen und modernen Adventsliedern verbinden. "Stille wird es auf den Straßen", beginnt der Kirchenchor. Die vierstimmige Melodie von Landa Ruprecht entfaltet sich im Kirchenraum. Ein erster Vorgeschmack auf das, was den Abend prägen wird: Musik, die den Menschen unter die Haut geht.

Besonders der Oimbliah Dreigsang aus Aying. "Mitten im Winterschnee" erklingt zunächst instrumental vom Erntedank Ensemble, dann übernimmt der Dreigesang. Später "Vor mir brauchst Di ned fürchten", das nächste Stück der Frauen, ein bairischer Dialog zwischen Engel und Maria. Maria Kaiser, Maria Fischbacher und Lena Wohlschläger singen mit klar geführten Stimmen und exakter Intonation. Besucher schwärmen später von diesen Momenten: "Ganz besonders."

Doch es ist nicht nur die Qualität der einzelnen Ensembles, die beeindruckt. Es ist die Art, wie das Arrangement des Abends sie zusammenführt. Mal begleiten die Wössner Weisenbläser die Sänger, mal spielen Mitglieder des Wössner Erntedank Ensemble ein. Das spielt zum Wössner Adventssingen in großer Besetzung verstärkt mit zwei Violinen und Flöte. Die Weisen der Bläser klingen besonders schön, passen sie ihren Klang dem Kirchenraum an – voll und tragend, aber nicht überwältigend. Das "Glabatscher Wegkreuzlied" für Flügelhorn und Tuba entfaltet Momente, die an verschneite Feldwege und Marterln erinnern.

Zwischen den Musikstücken treten die über Jahre bewährten Sprecher. Margit Schlaipfer (Sopran), Martina Dufter (Alt), Toni Entfellner (Bass) und Franz Auer (Bariton) bilden zudem mit KlangGsang das eingespielte Vokalensemble. Zuhörer begeistern sich an den dieses Jahr kürzeren, aber wie sie später im Nachhinein meinen, sehr pointierten Texten. "So bleibt die Stimmung der Musikstücke wunderbar erhalten." Die Texte handeln von Zweifeln und Gewissheiten, von der Sehnsucht nach Licht in dunkler Zeit. Franz spricht über den Glauben, Martina über die Liebe als Feuer, das nicht fragt, wem es Wärme schenkt.

Ein Höhepunkt ist das Hirtenspiel der Wössner Hirten, Kindern aus dem Unterwössner Trachtenverein, und der „Fetzigen Fünf“, einer jungen Formation der Musikschule. Mit bairischem Wortwitz und Charme spielen sie die Hirten, die vom Christkind erfahren. "Ja ja, net so krachert", ruft einer, und die Kirche lacht leise mit.

Auch der Kirchenchor mit Chorleiter Wolfgang Kurfer hat gewichtigen Anteil. Bei "Maria durch ein Dornwald ging" spürt man die jahrhundertealte Tradition, die in diesem Lied steckt.

Oder dann im Abschluss, wenn nach dem Beginn erst die Instrumentalisten, dann die Solisten und später der Kirchenchor den Andachtsjodler anstimmt. Am Ende sang die ganze Kirche stehend mit. Ein Gänsehautmoment und eine kleine Pause, ehe dann der dröhnende minutenlange Applaus für den ganzen Abend einsetzte. Über eine gute Stunde verzauberte das Wössner Adventssingen seine Zuhörer.

Der frühere Unterwössner Pfarrer Monsignore Niegel gründete das Wössner Adventssingen einst mit seinen Freunden Anette Thoma und Wastl Fanderl. Aus jener Zeit stammen auch das Wössner Erntedank Ensemble und die Wössner Weisenbläser. Otto Dufter führt diese Tradition seit Jahren fort, jedes Jahr mit neuen Texten, neuen Arrangements, aber immer mit demselben Ziel: einen Abend zu schaffen, der berührt.

Das gelingt. "Vom Feinsten, wunderschee war‘s", schreibt eine Besucherin später. "Jetzt konns Weihnachten werden." Unmittelbar im Anschluss an die Veranstaltung war bemerkenswert, wie lange die Besucher noch in Gruppen vor dem Kirchenportal zusammenstanden und sich austauschten. Als unsere Zeitung hineinhorchte, war spürbar, wie gefangen sie alle noch von der besonderen Atmosphäre des Abends waren.

Da trafen sich die Mitwirkenden bereits zum gemütlichen Beisammensein im Pfarrheim. Otto Dufter zeigte ein Foto des Adventssingen vor, dass er auf „wahrscheinlich 1971“ datierte. Die musizierenden Hirtenkinder standen da mit dem Rücken zum Publikum, damit niemand merkte, dass sie nicht spielen konnten. Einige der damaligen Protagonisten erkannten sich gleich wieder, als das Foto herum ging. „Das ist heute völlig anders“, lacht Otto Dufter. Er gibt zu, dass für ihn der besondere Moment mit Gänsehaut alljährlich der Einfall der Hirtenkinder ist. Dufter fand für alle Mitwirkenden vor und hinter der Bühne– vor allem den auswärtigen Oimbliah Dreigsang – ein paar persönliche Dankensworte. Die drei Frauen verabschiedeten sich standesgemäß aus dem Abend: mit einem Jodler.

fg