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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 10/2026
Aus dem Gemeinderat
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95 Dienstjahre verabschieden sich aus Gemeinderat

Unterwössen. Mit einer langen Folge persönlicher Würdigungen endete am Montagabend die letzte öffentliche Sitzung des bisherigen Gemeinderats Unterwössen. Sechs Gemeinderäte scheiden nach insgesamt mehr als 95 Dienstjahren aus dem Gremium aus. Auch Erster Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU) blickte nach zwölf Jahren im Amt auf seine Amtszeit zurück. Die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderats findet am 11. Mai statt.

Abschied

Den Rahmen setzte Entfellner gleich zu Beginn mit einem Zitat, das er als Leitmotiv für alle Ausscheidenden meinte: »Wer für sein Dorf was Gutes tun will, ist im Gemeinderat am richtigen Ort.« Er erinnerte an das Grundwesen des Mandats: Die Bürgerschaft wähle Vertreter ihres Vertrauens, die nach bestem Wissen und Gewissen das Gemeinwesen gestalten. Sie gestalten mit Idealismus, Mut zu schwierigen Entscheidungen und der Bereitschaft, sich die nötige Zeit zu nehmen.

Den längsten Applaus des Abends hätte Bartholomäus Irlinger (OWG) erhalten – wäre er anwesend gewesen. Der dienstälteste Gemeinderat fehlte. Entfellner verlas die Würdigung dennoch: 46 Jahre habe Irlinger dem Wössner Gemeinderat angehört, 18 davon als Zweiter Bürgermeister. »Ein rekordverdächtiger Zeitraum«, sagte Entfellner. Er ergänzte, Irlinger habe einen großen Teil seines Lebens der Gemeindepolitik gewidmet. Besonders die Belange Oberwössens seien ihm stets am Herzen gelegen. Irlinger engagiere sich daneben in weiteren verschiedenen Ehrenämtern.

Mit Claudia Schweinöster (FDP/UWW) verlässt nach 24 Jahren ein weiteres politisches Schwergewicht das Gremium. Sechs Jahre war sie Dritte Bürgermeisterin und zwölf Jahre Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses. Entfellner würdigte ihre sachbezogene, klare Argumentation und ihr enormes Fachwissen: »Mit Dir geht zweifellos ein politisches Schwergewicht in den kommunalpolitischen Ruhestand.« Schweinöster selbst wünschte dem neu gewählten Ersten Bürgermeister und dem kommenden Gremium viel Erfolg. Sie bot an, bei Bedarf als Ratgeberin zur Verfügung zu stehen.

Markus Entfellner (FDP/UWW) scheidet nach zwölf Jahren aus. Er leitete den Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinde. Der Bürgermeister lobte seine fundierten, wohlüberlegten Beiträge und seinen Hintergrund: »Dein Fachwissen in finanziellen Angelegenheiten wird nicht leicht ersetzbar sein.«

Johannes Weber (CSU) gehörte zwölf Jahre dem Gemeinderat an, sechs davon als Zweiter Bürgermeister. Auch er bekam seinen Abschied als Gemeinderat, endet doch dieses Amt mit der Übernahme als Bürgermeister. 

Entfellner dankte Weber für die partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Bürgermeisterebene und wünschte: »Eine glückliche Hand, viel Kraft und gute Nerven!« Weber selbst betonte, wie wichtig ihm der Austausch zwischen den Generationen seien.

Ute Haag (Parteilos) wirkte sechs Jahre im Gremium. Entfellner beschrieb sie als aufrichtige Person, die ihrem Gegenüber geradlinig ihre Meinung vertreten habe – gepaart mit Bescheidenheit und einer humorvollen Art.

Philipp Weißenbacher (FWG Wössen) war fünf Jahre dabei, als Nachrücker von Andreas Bichler. Das Gremium habe seine offene und direkte Art geschätzt. Der Bürgermeister würdigte auch Weißenbachers jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz für den Sportverein Unterwössen.

Andrew Lloyd (Bündnis 90/Die Grünen) rückte als Nachfolger von Bernd Katzbichler nach und zeichnete sich laut Entfellner durch kritisches Nachfragen und persönliches Engagement aus. Lloyd selbst richtete einen Wunsch an das neue Gremium: Es solle zu Beginn gemeinsam eine Klausur abhalten, um eine Vision für das Dorf zu entwickeln.

Eine Urkunde für jeden scheidenden Gemeinderat erinnert und bescheinigt dessen Dienst, bei den zweiten Bürgermeistern eine zweite auch dieses Amt.

Rückblick

Den Abschluss bildete der Rückblick des Bürgermeisters auf seine eigene Amtszeit. »Dankbar und zufrieden« schaue er auf zwölf Jahre zurück. Bürgerschaft, Gemeinderäte und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltung und Außenstellen hätten gemeinsam das Dorf nach vorne gebracht. Seinen Dank richtete Entfellner ausdrücklich auch an die Ehrenamtlichen: Sie seien »der Kitt für das gesellschaftliche Leben in unseren Dörfern«.

Einen persönlichen Appell richtete Entfellner an die neu gewählten Gemeinderatsmitglieder. Als junger Gemeinderat sei es ihm selbst zu oft darum gegangen, die eigene Ansicht ins Gremium einzubringen. Erst mit der Zeit habe er erkannt, dass Zuhören, das Erleben neuer Sichtweisen und das Dazulernen mindestens ebenso wichtig seien. Diesen Wert zu erkennen, darum bat er den neuen Gemeinderat.

Ein Gesamtrückblick auf die Jahre 2012 bis 2026 schenkte sich der Bürgermeister. Er verwies auf seinen Beitrag in der letzten Bürgerversammlung erfolgt und dessen Fundstellen im Internet.

Mit dem Wunsch nach Gesundheit und Gottes Segen für alle Bürgerinnen und Bürger schloss Ludwig Entfellner seine Amtszeit als Erster Bürgermeister.

fg

 

 

In der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode verabschiedete der Unterwössner Gemeinderat diese Mitglieder. Johannes Weber (CSU) (von links) geht als Gemeinderat, kommt aber als Bürgermeister zurück. Dauerhaft verabschieden sich Andrew Lloyd (Bündnis 90/Die Grünen), Philipp Weißenbacher (Freie Wähler), Ute Haag (parteilos). Weiter sind nicht mehr dabei Markus Entfellner und Claudia Schweinöster (beide FDP/UWW) und Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU).