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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 10/2026
Quartiers-Management und Seniorenbeauftragter
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Quartiers-Management und Seniorenbeauftragter

Unterwössen-Blumen für den Mann, der vor zehn Jahren alles ins Rollen brachte: Am Samstagnachmittag gab es in der Achentalhalle die zehnte Senioreninfomesse mit 13 Ausstellerständen, vier beteiligten Gemeinden und einer ganzen Aktionswoche im Rücken.

An 13 Ständen informierten Organisationen aus dem ganzen Landkreis über Beratungs- und Unterstützungsangebote von der häuslichen Pflege bis zur Bestattungsvorsorge. Der staatliche Pflegepunkt Traunstein stand als zentrale Anlaufstelle des Landkreises für Antworten bereit. Ein breites Angebot für den Alltag zu Hause zeigte das Caritas-Zentrum mit ambulanter Pflege, der Fachstelle für pflegende Angehörige und dem „Essen auf Rädern“. Wer konkrete Fragen zu Pflegegraden und Versorgungsstrukturen hatte, fand bei der spezialisierten Pflegeberatung Hochwarter aus Frasdorf Antworten.

Anthojo Senioren- und Pflegeheime stellte neben stationärer Unterbringung besonders sein Tagespflegeangebot vor, ein Modell, das pflegenden Angehörigen stundenweise Entlastung verschafft, ohne dass ein dauerhafter Heimeinzug nötig wird. Das Netzwerk 18 richtete sich an Menschen mit erworbener Hirnschädigung, die EUTB, die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung, unterstützt Menschen mit Behinderungen auf dem Weg zur Selbstbestimmung. Der Betreuungsverein Traunstein (BTV) informierte über rechtliche Betreuung, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen, Dokumente, die Vorsorge treffen, bevor eine Entscheidung selbst nicht mehr möglich ist.

Optik Messbacher aus Grassau beriet zu Sehvermögen und Sehhilfen im Alter; die Fitnessstube Reit im Winkl stellte ihre Angebote zur Sturzprävention und Mobilität vor. Die Nachbarschaftshilfe Grassau zeigte breites Spektrum unterschiedlicher Systeme. Das Netzwerk Hospiz und der SAPV-Dienst informierten über ambulante Palliativversorgung und Sterbebegleitung. Zwei Beerdigungsinstitute, Georg Hartl und Paul Loch, belegten, die Messe nimmt das Thema Lebensende nicht aus. Vorsorge, so die Botschaft beider Anbieter, schützt Angehörige vor schwierigen Entscheidungen in einer ohnehin belastenden Zeit.

Quartiersmanagerin Brigitte Schmitz aus Marquartstein eröffnete die Veranstaltung und stellte das Organisationsteam vor: Ulrike Speicher (Quartiersmanagerin Reit im Winkl), Romana Zuber (Quartiersmanagerin Unterwössen) sowie Wolfgang Zintel vom Sozialen Netzwerk Schleching. Aus der Politik begrüßte Schmitz den zweiten Bürgermeister von Unterwössen, Johannes Weber, und die Bürgermeisterin von Staudach-Egerndach, Martina Gaukler. Ein Standplatz in der Halle blieb frei. Der Polizeistand – sonst all die Jahre dabei – fiel krankheitsbedingt aus. Schmitz kommentierte das trocken und mit Humor: „Wenn man die Polizei mal braucht, ist sie nicht da.“

Ulrike Speicher erinnerte nach der Begrüßung an die Anfänge der Senioreninfomesse und hob einen Mann hervor. Michael Sörgel, bis vor Kurzem noch das Gesicht der Diakonie in Marquartstein und jetzt Leiter des Fachbereichs Soziale Dienste im Diakonischen Werk Traunstein. Sörgel hatte vor zehn Jahren die Gemeinden zusammengebracht und mit ihnen die Senioreninfomesse ins Leben gerufen. Bis heute habe er mit Herz und Seele an dieser Idee festgehalten, den Senioren und betreuenden Angehörigen mit der Messe Ansprechpartner aufzuzeigen, die deren Fragen auch vor Ort beantworten und Unterstützung bringen. Speicher überreichte ihm Blumen und Wein.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnerte sich Sörgel daran, dass damals die Nachbarschaftshilfe Grassau mit verschiedenen Systemen noch weit ins Achental hineingewirkt habe, gerade auch, um Senioren Unterstützung zu bieten. Aus der Zusammenarbeit sei der Bedarf zu einem Miteinander deutlich geworden, die Zukunftsaufgaben, um das Älterwerden zu meistern. Aus solchen Gedanken sei dann die Senioreninfomesse entstanden.

Den vier beteiligten Gemeinden sprach Johannes Weber das gemeinsame Grußwort. Er dankte „für das, was hier zu sehen ist, und das Engagement, das so etwas möglich macht.“

Es gab ein ständiges Kommen und Gehen in der Achentalhalle. Viele Senioren kamen zusammen mit ihren Angehörigen, sich zu informieren. Und bei Kaffee und Kuchen, gestiftet von der Apotheke Kranz, kam so mancher mit dem Gegenüber ins Gespräch.

Die ursprüngliche Infomesse weitete sich mit der Zeit in eine gesamte Aktionswoche „Älter werden im Achental“. Auch heuer bereicherten im Vorfeld der Messe Vorträge in den Gemeinden die Themen rund um das Älterwerden. Unter anderem ging es um das Wohnen im Alter und Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten.

fg

Auf Michael Sörgel und seine Sozialarbeit mit der Diakonie im Achental geht die 10. Senioreninfomesse zurück. Im Hintergrund für die beteiligten Gemeinden die Quartiersmanagerin Ulrike Speicher, Reit im Winkl, der Seniorenbeauftragte der Gemeinde Unterwössen Erwin Karg und Wolfgang Zintel vom Sozialen Netzwerk Schleching. Weiter gehören zu den Organisatoren die Quartiersmanagerin Romana Zuber, Unterwössen, und Brigitte Schmitz, Marquartstein.