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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 11/2026
Aus dem Gemeinderat
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Aus dem Gemeinderat

Der neue Unterwössner Bürgermeister Johannes Weber freut sich über die Bereitschaft der neugewählten Gemeinderatsmitglieder, politische Verantwortung zu übernehmen. Mit dem Amtseid führte er sieben neue Gemeinderäte ins Amt ein. Es sind (von links) Tobias Maier und Helmut Bachmann (beide WM), Stefan Steiner (OWG), Michael Weikl und Andreas Nieß (beide CSU), Andreas Bär (FDP/UWW) und Florian Demmel (Bündnis 90/Die Grünen).

Der neue Wössner Bürgermeister Johannes Weber mit den beiden neugewählten Stellvertretern Walter Bauer und Andrea Größ

Neue Bürgermeister und neue Gemeinderatsmitglieder vereidigt

 

Weil die Plätze im Sitzungssaal des Rathauses nicht reichten, wurden noch Stühle herbeigeholt. Vor rund 35 Zuhörern – eine außergewöhnliche Zahl - konstituierte sich der neue Gemeinderat Unterwössen.

Montagabend, 19 Uhr, wurde es still im Sitzungssaal, der sich schon unerwartet früh gefüllt hatte. Weber eröffnete die Sitzung. Unter den Zuhörern Bürgermeister a.D. Ludwig Entfellner (CSU), der das Amt zwölf Jahre lang von 2014 bis 2026 innehatte, sowie die Dritte Bürgermeisterin a.D. Claudia Schweinöster (FDP/UWW). Dazu Vertreter zahlreicher Vereine.

 

 

Den Einstieg in seine erste Amtsansprache nutzte Johannes Weber für eine Gratulation an alle wieder- und neugewählten Gemeinderatsmitglieder, außerdem für einen Rückblick, der mit der Zahl 2014 begann, dem Jahr, in dem er als 23-jähriger Student erstmals in den Gemeinderat eingezogen war. 2020 folgte die Wiederwahl und das Mandat als Zweiter Bürgermeister, nun der nächste Schritt. Ludwig Entfellner dankte er für zwölf Jahre im Dienst der Gemeinde, für das Engagement im Vereinswesen und als Vorstand beim Unterwössner Trachtenverein und beim Chiemgau Alpenverband. 

Sechs Punkte nannte Johannes Weber als Leitlinien für die Wahlperiode 2026 bis 2032: die Infrastruktur mit Straßen, Kanalsanierung und Digitalisierung, starke Gemeindeeinrichtungen mit Wasserwerk, Bauhof und Feuerwehren, Investitionen für Kinder, Jugendliche und Familien, gute Pflege und Versorgung im Alter, der Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft und ein lebendiges Dorf für alle Generationen. Beim Thema Feuerwehren verwies Weber auf den jüngsten Einsatz am Saurüsselkopf nahe Ruhpolding, bei dem Einsatzkräfte der Feuerwehren Unter- und Oberwössen unter den insgesamt bis zu 300 Einsatzkräften in unwegsamem Gelände im Einsatz waren. „Ihr leistet hervorragende Arbeit“, sagte Weber, an die Feuerwehrvertreter unter den Zuhörern. Das Bild, mit dem er abschloss: Die Gemeinderatsmitglieder seien Bürger, gewählt von Bürgerinnen und Bürgern für Bürger. Jedes Mitglied bringe Talente, Stärken und Fähigkeiten mit. Diese innerhalb der rechtlichen Rahmen einzusetzen, lohne sich immer. Erster Bürgermeister Johannes Weber freute sich auf die Zusammenarbeit im Gremium.

Die Vereidigung des Ersten Bürgermeisters nahm Gemeinderätin Gabriele Neubert (Bündnis 90/Die Grünen) als lebensältestes anwesendes Mitglied des Gremiums vor. So schreibt es das Landesgesetz vor. Weber schwor mit Gottesformel auf Grundgesetz und Bayerische Verfassung und verpflichtete sich zur gewissenhaften Erfüllung der Amtspflicht.

Anschließend versammelte Weber die sieben neugewählten Gemeinderäte. Das sind Helmut Bachmann, Wössen mitnand (WM), Andreas Bär (FDP/UWW), Florian Demmel (Bündnis 90/Die Grünen) und Tobias Maier (WM). Neu dabei sind auch Andreas Nieß (CSU), Stefan Steiner (OWG) und Michael Weikl (CSU). Sie schworen gemeinsam Treue zu Grundgesetz und Verfassung und verpflichteten sich, die Rechte der gemeindlichen Selbstverwaltung zu wahren.

 

 

Für das Amt des Zweiten Bürgermeisters gab es drei Vorschläge. Helmut Bachmann benannte Thomas Ager (WM), Augenoptikermeister mit eigenem Betrieb in Grassau. Der bringe Erfahrung aus 12 Jahren Gemeinderat und die Mitwirkung in Tourismus- und Wirtschaftsverband mit. Der Vorschlag erwecke das alte Modell zum Leben, dass erster und zweiter Bürgermeister aus unterschiedlichen Gemeindeteilen Ober- und Unterwössen kommen. Balthasar Haßlberger sprach sich für Walter Bauer aus. Der sei Gemeinderat, rund 38 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr, davon 18 Jahre als Kommandant und seit 18 Jahren Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Oberwössen. Bei Bauer liefen viele Fäden zusammen, vieles gehe von ihm aus. Florian Demmel setzte sich für Parteikollegin Gabi Neubert ein. Sie lebe seit 1999 in Unterwössen und sei seit 2020 im Gemeinderat. Mit ihrer Wahl würden wieder beide Ortsteile einen Bürgermeister stellen. Neubert sei gut vernetzt bei Jung und Alt. Sie sei Mitglied in vielen Vereinen und repräsentiere als Frau einen mächtigen Teil der Bürgerschaft. Die Wahl erfolgte in geheimer Abstimmung per Wahlkabine unter Leitung von Geschäftsleiter Thomas Müllinger und seiner Stellvertreterin Jana Schmidt-Hindinger. Alle 17 Mitglieder einschließlich des Ersten Bürgermeisters gaben ihre Stimme ab. 12 Stimmen entfielen auf Walter Bauer, drei auf Thomas Ager, zwei auf Gabriele Neubert.

Für das Amt der Dritten Bürgermeisterin schlug Katharina Wagner (CSU) Andrea Größ (CSU) vor, gut vernetzt im Vereinsleben und im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde verankert, wie sie findet. Florian Demmel schlug erneut Gabriele Neubert zur Wahl vor. Von den 17 Stimmen entfielen 12 auf Andrea Größ, fünf auf Gabi Neubert.

Bürgermeister Johannes Weber vereidigte nacheinander Walter Bauer und Andrea Größ als zweiten und dritte Bürgermeister.

Bauer dankte und sagte sinngemäß, das Amt sei nicht von langer Hand geplant gewesen. Solche Dinge entstünden im Gespräch. „Wir sind seit über 60 Jahren eine Gemeinde.“ Er werde die Belange beider Ortsteile gleichermaßen vertreten und keine Unterschiede machen. Größ hielt es kürzer: Wenn sie ein Amt übernehme, tue sie das im vollen Bewusstsein und mit Herzblut. Sie werde da sein, wenn sie gebraucht werde.

fg