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Wössner Gemeindezeitung Amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinde Unterwössen
Ausgabe 11/2026
Schulnachrichten
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Karl & Erna Eigner-Stiftung

Sichtlich begeistert von einem wunderbaren Benefizkonzert von Yume Hanusch und Stefan Unterhuber (links außen) zeigte sich für die veranstaltende Karl und Erna Eigner Stiftung deren Stiftungsrat Otto Dufter in seinen Dankesorten. Vom Musikschullehrer Johann Schmuck gab es die Blumen zum Dank.

Hanusch und Unterhuber verzaubern vierhändig

Unterwössen – Nach den Ungarischen Tänzen von Johannes Brahms sahen sich die Pianisten Yume Hanusch und Stefan Unterhuber kurz an und lachten. Im Publikum setzte erneut großer Applaus ein. Da war in der Achentalhalle längst spürbar, dass dieses Benefizkonzert weit über einen gewöhnlichen Klassikabend hinausging.

Die Karl und Erna-Eigner-Stiftung hatte zu diesem Abend in die Achentalhalle eingeladen. Der Erlös kommt der Förderung junger musikalischer Talente im Achental zugute – einem Anliegen, dem die Stiftung unter anderem durch ihre Unterstützung der Musikschule Grassau nachgeht. Für ein klassisches Konzert im Achental war die Veranstaltung sehr ordentlich besucht. Der Abend spannte dabei einen Bogen vom feinen vierhändigen Mozart-Spiel bis zu den mitreißenden Ungarischen Tänzen und dem „Frühlingsstimmen-Walzer" von Johann Strauß.

Yume Hanusch, geboren in Stuttgart, schloss ihr Diplomstudium an der Musikhochschule Stuttgart mit Auszeichnung ab und studierte als DAAD-Stipendiatin in der Solistenklasse von Prof. Rudolf Buchbinder in Basel. Stefan Unterhuber aus Eggenfelden studierte Lehramt für Musik an der Musikhochschule München und Klavier am Mozarteum Salzburg; hauptamtlich ist er Musiklehrer am Rosenheimer Ignaz-Günther-Gymnasium und als Klavierbegleiter der Bläserklasse an der Musikschule Grassau tätig.

Schon in Mozarts Sonate C-Dur KV 521 entstand der Eindruck, als würden beide Musiker weniger nebeneinander als vielmehr wie ein gemeinsamer Klangkörper spielen. Die Melodien wanderten von einer Hand zur anderen, ohne dass Charakter, Klangfarbe oder Stimmung abrissen. Kein Ton drängte sich in den Vordergrund. Stattdessen reichten Hanusch und Unterhuber musikalische Gedanken exakt im richtigen Moment weiter. Die hohe Konzentration war dabei hör- und sichtbar.

Gerade diese Präzision machte die Schwierigkeiten des Programms greifbar. Mozarts vierhändige Sonate erklang in völliger Gleichwertigkeit beider Stimmen. In Mendelssohns „Notturno" aus dem „Sommernachtstraum" schwebten die Figuren leicht. Schuberts „Introduktion und Variationen über ein eigenes Thema B-Dur" wechselten ständig zwischen lyrischen und virtuosen Passagen. Die beiden Pianisten lösten diese Anforderungen mit großer Ruhe und klarer Linienführung.

Das Publikum zeigte sich begeistert. Es verfolgte die Musik bis in den späten Abend hoch konzentriert und beschenkte die beiden Pianisten im Anschluss an jedes Stück mit großem Applaus.

Dazu kam der Klang des Bösendorfer-Flügels der Karl und Erna Eigner Stiftung. Mal füllten kraftvolle Akkorde den Saal, dann wieder wurden die Töne beinahe zurückgenommen und fein. Die oft gelobte Akustik der Achentalhalle trug diese Wechsel hörbar bis in die hinteren Reihen.

Nach der Pause veränderte sich der Charakter des Abends spürbar. Den Auftakt machte Schuberts Rondo A-Dur, in dem die technische Präzision der Musiker strahlte. Das Spiel wurde freier und beschwingter. Stefan Unterhuber moderierte und suchte dabei bewusst die Nähe zum Publikum. Zwischenzeitlich stieg er von der Bühne hinunter in den Zuschauerraum. Immer wieder erklärte er Hintergründe zu den Werken und nahm dem Konzert jede akademische Distanz.

Besonders deutlich zeigte sich die gelöste Stimmung bei den Ungarischen Tänzen von Brahms Nr. 7 A-Dur und Nr. 1 g-Moll. Nach den abrupten rhythmischen Wechseln und den schnellen Passagen sahen sich beide Pianisten lachend an. Kurz darauf schien sich das Spiel in den Walzern von Johann Strauß beinahe mitzubewegen. Der Rhythmus blieb dabei leicht, ohne seine Präzision zu verlieren.

Zum Abschluss kehrten die beiden Pianisten mit Mendelssohns „Lieder ohne Worte" als Zugabe noch einmal zu einem ruhigeren Ton zurück. Das wunderschöne Thema floss wie selbstverständlich von Stimme zu Stimme. Otto Dufter, Vorsitzender des Stiftungsrates der Karl und Erna Eigner Stiftung, dankte den Musikern für ein „außergewöhnliches und schönes Konzert".

Die Stiftung unterstützt mit ihren Projekten unter anderem die musikalische Arbeit im Achental und die Förderung junger Talente. Genau dieser Gedanke zog sich durch den gesamten Abend: große klassische Musik ohne Distanz, nahbar gespielt vor einem aufgeschlossenen konzentrierten Publikum.

fg